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Zweiter Band. H - Z.
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Tabak

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Tabak

zu Angostura am Orinoco ist, dem erstgenannten nach. Injedem Korbe sind von den feinen Sorten gewöhnlich 2 extrafeine Rollen, die von den Holländern Muff-Kanastergenannt und besonders, zu theuerern Preisen als die andern,verkauft werden.

2) Orinoco-Kanaster in Rollen, hat dunkel-braune und dickere Blätter als der Barinas. Die sehr festgesponnenen Rollen, wovon 6 bis 8 in einen Korb gepacktwerde», wiegen jede 16 bis 20 Pfund, und da sie oft imInnern verdorben sind, so ist beim Einkauf besondere Vorsichtund genaue Untersuchung nöthig. Diese Sorte ist übrigenssehr stark und wenig beliebt.

3) Orinoco-Kanaster-Blätter kommen erst inder neuern Zeit in den Handel. Sie sind kleiner und vonhellerer Farbe als die von den Rollen und mit leichten Sor-ten vermischt. Sie eigne» sich zu Rauchtabak und Cigar-ren zur Verbesserung des Geruchs. Die Packung ist inLeder (Seronen) oder Leinen von 40 bis 80 Pfund, meistin ungedeckten Blättern, deren Güte mit dem Alter zu-nimmt.

4) Cumana-Tabak. Blätter von vorzüglicherGüte und dem Varinas gleichstehend. Sie sind leicht, dünnund hellbraun. Im Preise ist er vom Varinas nicht ver-schieden. Die schwarzen und fetten Blätter zu Schnupf-tabak sind für die deutschen Fabrikanten zu theuer. DieVerpackung ist in Seronen von 90 bis 100 Pfund und dieBlätter sind wie beim brasilianischen Tabak gedockt.

8) Cumana-Andouillen oder Karotten, mitBast umschnürt, 4 Pfund wiegend, kamen früher unter demNamen Havana-Andouillen von Amerika und England inden Handel.

6) Brasilischer Tabak, könnte bei dem gutenBoden und herrlichen Klima Brasiliens weit besser sein,wenn dort die Kultur der Tabakspflanzen mit größererSorgfalt betrieben würde. Die Blätter werden gewöhnlichzu frisch, unfermenlirt und zu fest in viereckige Packen von400 bis 800 Pfund eingeschroben, so auch die Rollen, derenBlätter mit einer nicht haltbaren Sauce von Tamarinden,Melasse und Wasser angefeuchtet, unfermentirt gesponnenund dann sogleich in Ochsenhäute eingenäht werden. Durchdie gehemmte Ausdünstung entsteht sehr oft in wenig Mo-naten der innere Verderb. Die vonBahiaaus zum euro-päischen Handel kommenden Sorten bestehen:

a) in Blättern; 1) dünne, leichte, hellbraune undröthlichgelbe von zimmetartigcni Geruch, und zu feinemRauchtabak und Cigarren geeignet; — 2) schwarze fette,von süßsäuerlichem Geruch, zu Schnupftabak; — 3) brauneund braunschwarze, zu geringem Rauchtabak.

b) in Rollen von 400 bis 800 Pfund; 1)Frescooder ganz frische, als die besten; — 2) Prima, etwas ge-ringer; — 3) Secunda, gewöhnlich trocken und grünvon Blatt.

Um die Güte der Rollen zu untersuchen, schneidet manin der zweiten oder dritten Lage ein 6 Zoll langes Stück vonden Strängen ab und löset die Blätter auf; sind diese nochzähe, frisch und marmorirt durchscheinend, so ist die Waaregut. Die kleinen, mit Bast umwundenen, 1 bis 2 Aroben

(oder 28 bis 80 Pfund) wiegenden Rollen, kommen wenignach Europa, sondern meist nach der afrikanischen Küste.Die ungeöffneten Rollen müssen in einem trocknen küh-len Unterraum ohne Luftdurchzug und Wärme lagern ; diegeöffneten kann man auf einem Boden, jedoch ebenfallsohne Luftdurchzug, lagern lassen.

In Buenos Ayrcs wird nur wenig Tabaksbau ge-trieben, und zwar wegen Mangel an Arbeitern. Daserzeugte Quantum reicht kaum zum eigenen Bedarf hin.Die Buenos-Ayrcs-Blätter sind hell, dünn und leicht undbesser als die brasilischen. Die am stillen Ozean gelegenenLänder eignen sich nicht zum Tabaksbau. Die mittelameri-kanischen Sorten, wie z. B. Guatemala und Mejico, sindtheurer und weniger gut als der Cuba- oder Havana-Tabak.

II. Westindischer Tabak.

1) Cuba - oder Havana - Tabak. Die bedeutendeInsel Cuba produzirt jährlich mehrere Millionen Pfundganz vorzüglichen und durch seine Eigenthümlichkeiten vorandern Sorten ausgezeichneten Tabak. Die besten und fein-sten Sorten zieht man in den, 9 bis 12 Meilen westlich vonHavana gelegenen, sehr fruchtbaren Thälern von Philippine.Die ausgesuchtesten und theuersten Blätter heißen Caban-nas. Sie werden zu den feinsten Cigarren verwendet.Ein sehr bedeutender Theil des jährlichen Erzeugnisses wirdzwar in den zahlreichen Fabriken zu Havana zu Cigarren ver-arbeitet, aber dennoch gehen große Partien nach Europa, na-mentlich nach der königlichen Fabrik zu Sevilla und außerdemnach Holland, Bremen u. Hamburg. Die in kleinen Malottcnvon 1 bis l'/s Pfd., mit Rohrbast lose gebundenen Cabannas-Blätter sind theils gelb, theils hellbraun, dünner, breiterund leichter und dabei von angenehmerem Geruch und Ge-schmack, als die andern Sorten. Das Pfund der bestenCabannas-Blätter wird in Bremen häufig mit 2'/? bis3>/z Rthlr. bezahlt; es ist dies folglich die theuerste vonallen Tabaksgattungen. Die bedeutendsten und ältestenTabakspflanzungcn befinden sich in den östlichen und süd-östlichen Theile» der Insel. Dieselben liefern meist hell-und dunkelbraune, etwas dickere Blätter, die beim Rauchensehr stark und betäubend sind. Man verwendet sie nur, mitleichtern Sorten vermischt, zu Cigarren. Die davon ge-machten l'/^ bis 2>/2 Pfund schweren Malottcn sind mitRohrbast ganz fest und spitz umwunden und hierdurch leichtvon den feinen Cabannas zu unterscheiden. Die im Han-del Cuba-Tabak genannte Sorte wird im südöstlichenTheil der Insel, bei St. Jago de Cuba kultivirt. DieBlätter sind leicht, in Farbe und Schönheit den beiden obi-gen Sorte» gleich, aber im Geruch etwas verschieden; mitjenen vermischt, eignen sie sich sehr gut zu Cigarren. Frü-her war der Tabakhandel in Cuba ein Monopol der spani-schen Krone; seit 1824 aber ist dasselbe aufgehoben unddie Ausfuhr gegen Bezahlung eines Zolles frei gegebenworden.

2) Domingo-Tabak; kommt in 2 Sorten von dergleichnamigen Insel. Die Blätter desselben sind viel größerals die der andern westindischen Sorten. Den besten Tabakerzeugen die nördlichen und westlichen, ehemals französischen