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Zweiter Band. H - Z.
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Thee

Thee

geschätzten Theesorten. Es giebt jedoch nur eine Thee-art, die Tboa sinoniis I.in. Mehrere Abarten, welchedavon existiren, sind durch eigenthümliche Merkmale derPflanze und durch den Gehalt des Thees unterschieden.

In den südlichen Landschaften, vom 30. bis 38" n. Br.,ist der Theebau auf Japan am allgemeinsten, und man findetda häufig die Thcestaude längs Ackerpfaden, Wegen undRainen, gleichsam sich selbst überlassen, oder mitten imAckerlande, an wenigen fruchtbaren Stellen angepflanzt.Der Landmann erzieht sich auf solche Weise an dem lebendi-gen Zaun und da, wo einzelne Plätze seines Grundstückszum Getreidebau weniger tauglich sind, den nöthigen Thee.Ueberhaupt wird der Thee zum täglichen Gebrauch der ge-ringern Bolksklasse vortheilhaft aus diesen Pflanzungen ge-wonnen, die dem Reisenden in Japan wie Hecken und zer-streutes Gebüsch erscheinen. Man hat auch Theepflanzungenim eigentlichen Sinn des Wortes, die oft eine ausgebreiteteStrecke Landes einnehmen. Die Anpflanzung geschieht ambesten durch Aussaat des Samens. Auf gut bebautem Feldewerden je 8 bis 10 Theesamenkapseln in einem kleinen Kreisangesät, und wechselseitig zwischen den Kreisen selbst einAbstand beobachtet, so daß die anwachsende» Stauden sicheinen starken Fuß weit verbreiten, und die leeren Stellenringsum bebaut werden können. Bon der Saat, die imHerbst gelegt wird, kommen im Mai bis Juni die Pflänz-chen zum Vorschein. Die schwächer» werden ausgerupft,und nur die bessern läßt man im Kreise stehen, die nun umso üppiger aufschießen. Im ersten Jahr schon nimmt manihnen die Krone ab, damit sie nicht in einen einfachen gera-den Stamm aufwachsen, und minder reich an Aesten undBlättern werden. So wird die junge Pflanze zu einermchrstämmigen, astreichern Staude, von der man innerhalb4 bis 8 Jahren Thee gewinnen kann.

Es ist von Wichtigkeit, die Landstriche, in denen derThee gebaut wird, ihre Lage, die Natur des Bodens undendlich die Behandlung der Pflanze selbst zu berücksichtigen.Durch diese Umstände ist die Güte des Thees dort im Landebedingt, und wird es bei einem Anbau in andern Ländernebenfalls sein.

Die japanischen Landbaucr halten bergige, von Bächenund Quellen durchfloffene Gegenden, wo niedrig schwebendeWolken sich häufig anlehnen, 800 bis 800 Fuß über derMecresfläche, für die geeignetsten zu Theepflanzungen. DieAnpflanzungen bei Mnako und Udsi sind so angebracht, daßsie die Morgensonne genießen, und im allgemeinen wenig be-schattet werden.

Man wählt freie Flächen der Hügel, steile Bergrücken,entfernt von Wohnungen, und vom übrigen Baulande mehroder weniger abgesondert, damit weder Rauch noch andereAusdünstungen nachtheilig einwirken können. Aus denBeobachtungen und Versuchen japanischer Landwirthc gehthervor, daß, neben dem Einfluß der Lage und des Bodens,auch eine sorgfältige Kultur dem Theestrauch eine höhereVeredlung giebt. Es hängt hiervon eben so sehr, als vonder Sorgfalt, Genauigkeit und Reinlichkeit während derErnte und der fernern Zubereitung die Güte der vielen imHandel vorkommenden Theesorten ab.

Man befolgt in Japan zwei verschiedene Weisen, den

eingesammelten Thee zu bereiten, nämlich auf trocknen»und auf nassem Wege. Schon Kämpfer hat uns dieerstere treu und deutlich angegeben. Siebold's Erfah-rungen hierüber sind folgende: Die Theelese findet im Früh-jahr von Anfang April bis Ende Mai statt. Bei der erstenErnte werden die jungen Triebe von 2 bis 3 Zoll Länge ab-genommen und die Blätter davon gepflückt und gesortet.Die härtern Blätter am untern Theil der Sprosse werdengrößtcnthcils zu dem sogenannten Malfthce bestimmt, dieobern zarten aber zu Aufgußthec benutzt. Aus den oberstenBlättchen, den Herzchen des Triebes, wird die feinste undwohlriechendste Theesorte bereitet, welche jedoch von den ja-panischen Theekennern nicht gerade für die vorzüglichste ge-halten wird.

Die Zubereitung auf trocknen» Wege ist fol-gende. Die gesorteten Blätter werden in einer eisernenPfanne über einem mäßigeren Kohlenfeuer, unter stetemUmrühren mit den Händen, zum Welken gebracht und all-mälig, bei einem nicht so hohen Grade der Erhitzung, gleich-sam gebraten. Die so behandelten Blätter werden aus derPfanne auf eine ausgebreitete Matte ausgeschüttet und,noch heiß, mit den Flächen der Hände unter mäßigem Druckgerollt. An den Händen, Matten und bereits in der Pfannesetzt sich ein gelblich-grüner Saft an. Die halbgerolltenBlätter läßt man erkalten, während dasselbe Verfahren miteiner zweiten und dritten Theepartie, die man indessen gerö-stet hat, vorgenommen wird. Sind die Blätter erkaltet,da>jn werden sie wieder in der Pfanne erhitzt, und auf dievorige Weise gerollt. Man wiederholt dieses Verfahren sooft, 3- bis li-mal und darüber, bis die Blätter fast ganz ge-trocknet und gehörig gerollt sind. Bei der Wiederholungdes Röstens muß man darauf sehen, daß die Blätter nichtanbrennen. Einige Theebereiter setzen diese Behandlung solange fort, bis der Thee ganz getrocknet und somit fertig ist,andere bringen die Blätter nach der dritten oder vierten Rö-stung in einen Kasten, worin dieselben vollends trocknen.Der Kasten besteht aus hölzernen Kantleisten und Seiten-wänden von Papierüberzug, hat mehrere Schubladen mitpapierenen Böden, welche die Einwirkung des unten ange-brachten Kohlenfcuers auf den eingefüllten Thee ungehin-dert zulassen. Je vollkommner gerollt die einzelnen Blätterdes Thees erscheinen, für desto kostbarer wird er auch inJapan gehalten. Die vorzüglichste Sorte nennt manlabano-lsumv, Falkcnkrallcn, weil die Blätter derselben wieFalkenkrallen zugespitzt sind, die zweite Sorte VVoro-tsume,von der Aehnlichkeit mit einer abgebrochenen Kralle.

Bei der Bereitung des Thees auf nassemWege werden die frisch gelesenen Blätter in einem eigene»Behälter über dem Dampf kochenden Wassers zum Welkengebracht, gerollt, und hierauf, wie gewöhnlich, in eiserne»Pfannen getrocknet. Der erwähnte Behälter ist ein vier-eckiger Kasten, der aus mehreren Aufsätzen besteht, die jedes-mal mittelst einer kleinen Matte aus Bambus von einanderabgeschieden werden. Unter dem Kasten wird ein Kessel an-gebracht, und die vom kochenden Wasser aufsteigendenDämpfe dringen durch das im Boden des untersten Aufsa-tzes befindliche Loch, und erwärmen so die auf Matten lie-genden Blätter. Nach den Mittheilungen der Chinese^