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Thee
Thee
der Einfuhr von grünem Thee, weil er des wohlfeilenPreises wegen häufig mit anderen Sorten vermischt wird.
2) Tonkay, Thunkey, Twankey, besser als derSinglo, sich mehr dem Haysan nähernd, von etwas bräun-licher Farbe.
3) Haysan, Heyson, Hyson, Heissant, Hismin, inEhina Gobcc genannt. Fast der Länge nach gerollte Blätter,von heuähnlichcm Geruch und blaßgraulicher Farbe. Dergute ist staubfrei und von angenehmen,, aber etwas herbemGeschmack. Der Name des Heysanthees soll von dem indi-schen Kaufmann Heyswen herrühren, der ihn zuerst nachEuropa brachte. Man unterscheidet von ihm noch zweiUnterarten: c>) Heysantchin, Haysanskin oder Hyssant-Schin, kurze und schmale Blätter, die eigentlich den Aus-schuß bilden, und b) Pounghaysan, großblättriger.Die in heißem Wasser aufgerollten Blätter sind eilanzett-sörmig, auf der einen Seite kahl, auf der andern schwach be-haart, am Rande fein gesägt, 1 bis 2 Zoll lang, 6 bis 9 Li-nien breit und grüner als die trocknen. Man bringt ihn ausdem Innern von China in viereckigen, dichten Kisten von60 bis 80 Pfd. Wegen des herben Geschmacks wird er zumAufguß gewöhnlich mit schwarzem Thee vermischt. DerVoung-Haysan ist der beste, besteht aus sehr zarten, kleinen,wohlgekräuselten, gelblich-grünen Blättern, mit süßem, et-was veilchenartigcm Wohlgeruch, kommt aber jetzt nichtmehr so rein in den Handel, als früher, weil die Nord-Ame-rikaner viel davon beziehen.
4) Tchi, Tschy, Tiothee, Perlthee odcrJmperial. Diein erbsengroßen Kugeln gerollten jüngeren und feinerenBlätter von bräunlichgrüner Farbe und etwas weniger her-bem Geschmack als der Haysan; die beste Sorte hat einensilberfarbigen Schimmer.
8) Aljofar, Aljufar, llomlre a conon, Ounpouäarder Engländer, Schießpulverthce. Die Blätter dieser Sortesind in kleine, dem Schießpulver ähnliche Kügelchen gerollt;die Farbe ist graulichgrün, Geschmack und Geruch sind ange-nehm und mild. Er soll aus den kleinern, zartern Haysan-blättern gemacht werden. Die beste Qualität dieser Sortenennt man gewöhnlich Perlenthee. Im Aufguß mußdiese Sorte lange ziehen, weil sich die Blätter derselbenschwer entfalten, giebt aber dem Aufguß eine schöne, gold-grüne Farbe.
6) Soulong, Dschulan, Tschulang, Chaolao, ganzlocker gerollte, hellgrüne Blätter von schwachem, aber sehrlieblichem Geruch; er kommt nur selten ächt zu uns.
7) Der Kaiser- oder Blumenthec, Theeblüthe,der feinste und beste grüne Thee, kommt nie ganz ächt nachEuropa, sondern ist nur für den Kaiser von China und dieGroßen des Reichs bestimmt; seine Blätter sind hellgrün,nicht gerollt, sondern blos zusammengedreht, von angenehmbalsamischem Geruch; er wird aus den zartesten, zuerst hcr-vorsprossenden Blättern bereitet.
8) Choucha, Tscha-Tschu, ist die 8) erwähnte SorteAljofar.
Unter dem Namen Ziegel- oder Backsteinthcekommt eine Sorte in Kuchenform in den Handel. Manmacht ihn aus den verwelkten und verdorbenen Blättern u.
Stengeln des Theestrauchs, welche man mit klebrigen Sub-stanzen vermischt, in längliche Formen drückt und im Ofentrocknet. Diesen Thee sollen besonders die Mongolen ver-brauchen. Er kommt besonders in Kiächta in den Handel.
Bei der Verpackung wird der Thee gewöhnlich mit denFüßen in die mit Blättern ausgelegten und sowohl von in-nen als außen mit Papier überklebten Kisten fest getreten.Das Gewicht der Kisten ist verschieden; die ganzen wiegengewöhnlich 318 bis 330 Pfund und hiernach die Viertel-,Achtel- und Sechszehntelkistcn nach Verhältniß. Die feinernSorten versendet man in Kästchen oder Dosen von Blech.Je kostbarer eine Lhcesorte ist, desto mehr Zierrathen wer-den auf die Kiste außen angebracht. Oesters verfälscht manin China den Thee, um sein Gewicht zu vermehren, mit ei-ner Art Eiscnsand und zuweilen in solcher Menge, daß mandie Blättchen mit einem Magnet in die Höhe ziehen kann,woran man diese Verfälschung entdeckt. In England sollhäufig eine Verfälschung des Thees mit Schlehen- oderEschenblättern vorkommen; auch soll man selbst gebrauchte,schon ausgezogene Theeblätter wieder zusammenrollen undihnen durch Catechu, Blauholz und selbst durch den giftigenGrünspan neuen Geschmack und Farbe ertheilen.
Der Thcehandcl der Engländer war von seinem Be-ginn an bis zum Jahr 1834 ein Monopol der ostindischenCompagnie. Es sind zwar zu allen Zeiten bedeutendeQuantitäten Thee nach England geschmuggelt worden, dochwar es keinem britischen Unterthan erlaubt, ihn ohne Er-laubniß der Compagnie öffentlich einzuführen. Da hiernachdie Mitglieder derselben die einzigen Verkäufer waren, solag es gänzlich in ihrer Gewalt, wenn sie die in ihrem Besitzbefindlichen Quantitäten vom Markt zurückhielten, die Thee-preise weit über ihre natürliche Höhe zu steigern und aufKosten des Publikums ungeheuren Gewinn daraus zu ziehen.Die Compagnie hätte natürlich auch darauf verzichten kön-nen, aus dieser Gewalt Nutzen zu ziehen; doch konnte einesolche Selbstentsagung vernünftigerweise eben so wenig vonder ostindischen Compagnie, wie von irgend einer andernCorporation erwartet werden. Alle Individuen und alleCompagnien streben stets, den höchsten Preis für die Artikelzu erlangen, die von ihnen verkauft werden, und es ist That-sache, daß diejenigen, welche gegen die Conkurrcnz anderergeschützt sind, oder die für irgend einen Markt ein Monopolerlangt haben, den Preis ihrer Waaren stets auf die größteHöhe treiben. Die ostindische Compagnie scheint das imallgemeinen allerdings in einem weit geringern Grad aus-geübt zu haben, als andere kaufmännische Corporationen,die sich solcher ausschließlicher Privilegien erfreuten; demohngeachtet ist es eine unbestrittene Thatsache, daß der vonihr in frühern Jahren verkaufte Thee dem britischen Volkeüber 180,000 Pfd. Sterb mehr kostete, als er gekostet habenwürde, wenn er zu dem Preis verkauft worden wäre, zudem Thee von gleicher Qualität bei freier Conkurrenz inNcw-Pork, Hamburg, Amsterdam rc. verkauft wurde. —Die englische Gesetzgebung war zu verschiedenen Zeiten be-müht, die ostindische Compagnie an dem Mißbrauch ihresMonopols zu verhindern, indem sie Verordnungen über denVerkauf von Thee erließ. So heißt es z. B. in dem Statut18, Georgs II. Cap. 26. (vom Jahr 1748), daß, wenn die