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Zweiter Band. H - Z.
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Thee

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Compagnie zu irgend einer Zeit vernachlässigen sollte, denbritischen Markt mit einer hinreichenden Quantität Thee zuangemessenen Preisen zu versorgen, es den Lords der Schatz-kammer gesetzlich gestattet sein sollte, jeder andern Person, sowie jeder beliebigen Corporation Licenzen zu ertheilen, Theeaus irgend einem Theil von Europa nach Großbritannieneinzuführen. Wenn dieses Statut in Wirksamkeit getretenwäre, so würden dadurch zuverlässig die Ansprüche der Com-pagnie in bescheidene Grenzen gewiesen worden sein; dochkam es bald in Vergessenheit und die Compagnie fuhr fort,nach wie vor ihren Thee mit einem ungeheuren Aufschlag,im Verhältniß zu den amsterdamer und Hamburger Preisen,zu verkaufen. Dasselbe wohlbegründete Mißtrauen, durchwelches das erwähnte Statut hervorgerufen wurde, gab sichauch in denjenigen Maßregeln zu erkennen, die die Regierungim Jahr 1784 in Betreff der Abgabenveränderung ergriff.Es wurde nämlich in diesem Jahr (durch Statut 24,Georgs III., Cap. 38.) gesetzlich verfügt, daß die ostindischeCompagnie jährlich vier Thee-Auctionen in passenden Zeit-abschnitten vornehmen und hierbei solche Quantitäten Theeaufstellen sollte, die hinreichend erachtet werden könnten, umdie Nachfrage zu befriedigen. In einer weitern Stelle desangeführten Statuts heißt es, daß es der ostindischen Com-pagnie nicht gestattet sein sollte, ihren Thee zu irgend einemPreis zum Verkauf auszusetzen, der den Selbstkosten dessel-ben, mit Einschluß der Fracht, der Einfuhrabgaben, der ge-setzlichen Zinsen von seiner Ankunft in England an, und dergewöhnlichen Assekuranz-Prämie überstiege. Auch sollte dieCompagnie stets einen Vorrath halten, der wenigstens ei-nem Jahresbedarf (nach Verhältniß des Verkaufs im vor-hergegangenen Jahr) gleich wäre. Auch wurde sie nochverbindlich gemacht, den Lords der Schatzkammer Copiender Ausweise und Schätzungen vorzulegen, auf welche ihreEinfuhrurkunden, Verkaufspreise und die für den Verkaufbestimmten Quantitäten begründet seien.

Durch diese Vorschriften beabsichtigte man jedenfalls,dem Publikum hinreichende Vorräthe für sein Bedürfniß anThee zu sichern und vorzubeugen, daß sich die Preise nichtbis auf eine drückende Höhe steigerten. Aber Monopole undniedere Preise passen nie zusammen. Wenigstens verfehltendie eben angeführten Vorschriften, in Bezug auf ihren prak-tischen Werth, gänzlich ihren Zweck.

Erstens erlaubte sich die Compagnie zu den Selbst-kosten verschiedene Ausätze und folglich auch zum Verkaufs-Preis des Thees; dieselben waren zwar unrecht, doch konn-ten sie von den Lords der Schatzkammer, selbst wenn diesedazu geneigt gewesen wären, nicht verweigert werden. Soschlug sie z. B. die Kosten der Factorei zu Canton stets zumTheepreis. Dieses aus etwa 20 Personen bestehende Eta-blissement verursachte im Durchschnitt jährlich 100,000 Pfd.Kosten! »«bezweifelt hätte wenigstens die Hälfte dieserAusgaben erspart werden können, denn wie bekannt lassenz. B. die Amerikaner alle ihre Geschäfte in Canton durch dieSchiffskapitäne besorgen, und hierbei finden weit wenigerZwistigkeiten mit den Eingebornen statt, als durch die Eng-länder.

Zweitens ist von dem im Jahr 1830 erwähltenComitü urkundlich nachgewiesen, daß die Compagnie meh-

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rere Jahre lang den ganzen Verlust, den sie auf ihre Ver-schiffungen nach China erlitt, auf den Thee legte, indem sieden Werth des Lael, der chinesischen Münze, nach der dieRechnungen abgeschlossen wurden, nach dem Preise anschlug,den der Tael kostete, um auf den Ankauf von Thee verwen-det zu werden. Es wurden dadurch die Vorschriften derParlamentsacte förmlich umgangen, aber freilich aufeine nur schwer oder vielleicht gar nicht zu unterdrückendeWeise.

Drittens, aus der, der Compagnie auferlegten Ver-pflichtung, Thee-Vorräthe für ein Jahr in ihren Magazinenzu halten, entstand nicht nur eine Preiserhöhung, sondernauch eine Verringerung der Qualität. Es geht nämlich auseinem, auf Anordnung des, durch das Unterhaus im Jahr1830 zusammenberufenen Comite verfaßten Berichte hervor,daß die kürzeste Zeit, während welcher von der Compagnieverkaufter Thee im Magazin gelagert habe, 14 Monate ge-wesen sei und daß aller, während der 3 mit 1829 zu Endegegangenen Jahre verkaufte Thee im Durchschnitt sich 17Monate lang im Magazin befunden habe. Nun nimmt aberder Boheathee, so wie andere geringere Gattungen bei ein-jährigem Lagern wenigstens um 8 Proc. an Güte ab.Rechnet man nun zur Verminderung der Qualität desThees noch die durch das Lagern hinzukommende Miethe,die Interessen und die Assekuranz für 17 Monate, so kannder dem Publikum durch dieses zwar wohlgemeinte, aberunkluge Einschreiten der Gesetzgebung zugefügte Schaden auf13 Proc. Mehrbetrag des Preises von allem verkauften Theeangeschlagen werden.

Häufig ist die Meinung aufgestellt worden, daß, nachder Freigebung des Theehandels in England, die Abgabensich wesentlich vermindern und deshalb die Nachfrage sich sobedeutend vergrößern werde, daß die Bedürfnisse des Landesnicht befriedigt werden könnten, und daß die Herabsetzungder Abgabe nicht eigentlich den britischen Consumenten, son-dern dem chinesischen Guvernement zu Gute komme; doch isteine solche Ansicht ganz falsch.

Im Anfang des vorigen Jahrhunderts betrug der jährl.Lheeverbrauch in England, auf dem Continent und in Ame-rika nicht mehr als 800,000 Pfd., während derselbe sich ge-genwärtig auf 30,000,000 Pfd. beläuft. Trotz dieser h u n-dertfachen Vermehrung des Verbrauchs sind doch diePreise auf allen Märkten regelmäßig heruntergegangen. DieTheeproduktion in China nimmt aber auch reißend zu unddie ungeheuere Ausdehnung dieses Reiches, und seine Fähig-keit, unbegrenzte Quantitäten von Thee hervorzubringen,lassen wohl keine dauernde Preiserhöhung dieses Artikels be-fürchten.

Was den Lheeverbrauch betrifft, so ist derselbe aufdem Continent von Europa am bedeutendsten in Rußlandund Holland. Die Thee-Einfuhr in Rußland belicf sich imJahr 1832 auf 179,474 Pud oder 7,178,900 russ. Pfund;in Holland werden jährlich etwa 2 >/ 2 Mill. Pfd. verbraucht;ein großer Theil der Einfuhr besteht in schwarzen Sorten.Frankreichs Theebedarf soll jährlich 230,000 Pfd. nichtübersteigen. In Hamburg schwankt die Einfuhr zwischenl'/s bis 2 Millionen, wovon das meiste nach dem Innernvon Deutschland geht. In Triest und Venedig ist die Ein-

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