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Thccr
Thurgau
fuhr nur sehr unbedeutend. In Großbritannien und Irlandist der Thccverbrauch vom Jahr 1789 bis 1828 fast um dasDoppelte gestiegen; 1789 betrug derselbe nämlich 14,834,691Pfd. und im Jahr 1828: 26,799,481 Pfd. Letztere Quan-tität brachte dem Staat einen Reinertrag von 3,177,179Pfd. Sterl. 8 Schilt. Zoll ein. In den Bereinigtcn-Staatcnvon Nordamerika soll der Thccverbrauch 8,999,999 Pfundübersteigen. Die dort auf dem Thee ruhenden Abgaben ma-chen einen der ansehnlichsten Theile der Revenücn aus undhabe» schon manchmal 639,999 Pfd. betragen.
Theer, französ. Ooullron; englisch lar; ital. Lalroms,nennt man eine braune, dickflüssige, zähe Substanz von ei-nem starken, durchdringenden, nicht unangenehmen Geruch.Der Theer besteht aus mehreren, mit Essigsäure verbunde-nen Brandharzen und wird durch trockene Destillation harz-haltiger Körper, z. B. Fichtenstämme und Wurzeln, in densogenannten Theers chweelereicn gewonnen. Auch ausden Steinkohlen gewinnt man einen Theer (s. den ArtikelSteinkohlcntheer), über den Birkentheer s. man denArt. Birke. Um den gewöhnlichen Holzthecr zu bereiten,werden die dazu dienenden Holzthcile in kleine Stücke zer-hauen und eine Zeitlang zum Austrocknen hingesetzt; dannfüllt man die Kienstücke in einen eigenthümlich construirtcn,kegelförmigen Ofen und zündet sie an. Da das Verbrennendes Holzes durch die getroffene Einrichtung nur langsamvon statten geht, so erhält das Harz Zeit, stark mit Oel undRauch geschwängert, nach dem Boden des Ofens abzufließen,wo es in einer Rinne aufgefangen und in einen äußern Be-hälter geleitet wird. Mittelst Oefen aus gußeisernen Plat-ten und Eisenblech nach einem anderen Prinzip gebaut, ge-winnt man in Deutschland und der Schweiz den Theer. Jenach dem Verfahren bei der Theerschwcelerei bildet sich zu-erst ein saures Wasser, Theergalle genannt, oderSchweiß oder Schwcißwasser, aus dem sich obenauf derweiße Theer, ein Harz bildet, dann der gelbe Theer.Durch Destillation dieser erhält man Kienöl. Die Theer-galle ist das berühmte Mittel der alten Egypter, wodurch siedie Todten zu Mumien machten.
Den meisten und besten Theer liefern Schweden(welches jährlich über 79,999 Tonnen ausführt), Norwe-gen und Rußland. Die Vereinigten-Staatenvon Nordamerika versenden jährlich über 169,999 Ton-nen. Dieser ist dicker, aber häufig noch mit Wasser und Sandgemengt. Den gothländischen unterscheidet man1) in dünnen, welcher ganz rein und klar ist, 2) rothen,körnigen, 3) halbdicken und 4) ganz dicken. In Deutsch-land liefern die meisten Waldgegenden, namentlich Thürin-gen und der Schwarzwald, Theer in den Handel. Diewichtigste Anwendung des Theers ist die zum Bestrcichenoder Tränken (Theeren) der Schiffe und des Takelwerks,so wie anderen Holzwerks, um es vor dem Einfluß der At-mosphäre zu schützen; auch wird viel Theer zur Wagen-schmiere verbraucht. Der Verkauf des Theers geschieht ton-nenweise.
Thran, Fischthran, sranz. Nulls llo postson; cngl.Iraill oll ; ital. Oliv lli posco, wird aus dem Speck der Wall-fische, Finn-, Braun-, Pottfische, Seehunde und Wall-rosse gewonnen. Man pflegt den Thran aber nicht frisch
auszubraten, sondern führt ihn in Fässer verpackt an Bordder Schiffe nach der Heimath, wo er in den Thranbrenne-reien verarbeitet wird. Er kommt in einem gegohrnen Zu-stande an, man wirft ihn in große Fässer, die in der Nähedes Bodens eine mit Gitterwerk versehene Oeffnung haben,damit der Thran ablaufen kann, ohne daß die Theile desZellgewebes mit durchgehen. Der Thran läuft in großeFässer, in denen er sich abklärt, dann wird er in großekupferne Pfannen geleitet und unter stetem Umrühren bisauf 197° 6. erwärmt; hierdurch wird er theils von denerzeugten flüchtigen Fettsäuren befreit, die ihm einen sehrÜbeln, ranzigen Geruch ertheilen, theils von den fremdarti-gen Materien gereinigt, welche sich niederschlagen. Hieraufwird das Feuer gelöscht, etwa >/zi kaltes Wasser zugelassen,um zu verhindern, daß die sich niederschlagenden Substan-zen sich an die Pfannenwände anlegen. Nach einer Stundezieht man den Thran in große Fässer und nach völligem Ab-kühlen auf Gebinde. Der sich absetzende Bodensatz wird alsSatzthran in den Handel gebracht. Um den Thran zu rei-nigen, siltrirt man ihn, wobei man etwas Kohlenpulver indas Filter thut, dann bringt man ihn mit Wasser, in wel-chem etwas Kupfervitriol und Salz aufgelöst ist, in Berüh-rung, wodurch sich die Schleimtheile niederschlagen und derüble Geruch vermindert wird. Zuweilen wiederholt mandieses Verfahren. Manche pflegen anstatt der Salzauflö-sung dünne Kalkmilch anzuwenden; noch andere gebrauchenKalilauge. Den Abfall, als Fleisch, Gräthen und Gallerte,kann man noch auf kohlensaures Ammoniak benutzen. —Die Thranbrcnncreien dürfen wegen ihrer Feuersgefahrund des sich darin entwickelnden starken Gestanks nur außer-halb der Städte angelegt werden. Dem Ursprung nachunterscheidet man: Wallfischthran, aus dem öfters 1Elle dicken Speck der Wallfische; Leberthran (s. dies.Art.) ; Seehunds- oder Robbenthran, besser als dervon Walisischen, ist dick und nicht so wässerig; Herings-thran wird in Schweden und Norwegen, sowohl aus gan-zen Heringen, als auch aus deren Eingeweiden gesotten;er ist weiß, dünn, gut zum Brennen und für feines Leder,das stärkere macht er aber nicht geschmeidig genug. Däne-mark versendet Drei- Kronen - und Kronenthran über Ko-penhagen. Gewöhnlich unterscheidet man den Thran imHandel nach dem Fangort in Südsee-Thran (in Bre-men pr. 6 Stechkannen und Tonnen verkauft), geklärtenSüdsee-Thran, raffinirten und bremer Hell-Thran, grönländer Thran. Hauptplätze für diesenHandelszweig sind Amsterdam, Rotterdam, Bergen, Arch-angel, Hamburg, Bremen. Gebrauch: Zum Einschmie-ren (Thränen) des Leders, zum Kalfatern der Schiffe, zu-weilen auch zum Brennen und zur Gasbeleuchtung. — InDeutschland befinden sich Thransiedereien zu Hamburg, Al-tona, Flensburg, Emden und Bremen. Gothenburg solljährlich 18,999 Tonnen Heringsthran ausführen. Ruß-land versendet viel Thran über Archangel und Petersburg.Nach England kommt sehr viel grönländischer und Neufund-länder Wallsischthran.
Thurga», ein Kanton im NO. der Schweiz; grenztNO. an Baden und durch den Boden- und Unterste anBaiern und Würtemberg, N. an Baden, durch den Rheindavon getrennt, und an Zürich, S. an St.-Gallen z 16 QM.