Tripolis
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vorzüglich Manufakturerzeugniffe, Waffen und Eisen, die esmit seinen Produkten zahlt. Diese seineAusfuhr-Erzeugnifftsind hauptsächlich folgende: schöne Wolle, Getreide, Vieh,Pferde, Thierhäute, Saffian und Corduan, wollene Fußde-cken, Olivenöl, Talg, Wachs, Honig, Safran, getrockneteFrüchte, besonders Datteln, Mandeln, Feigen, Soda, See-salz. Viele Handelsartikel kommen auch durch Karavancnaus dem Innern Afrika's, namentlich: Straußfedern, Elfen-bein, Gold, Gummi, Aloe, Sennesblätter. Es laufen inden Haftn von Tripolis jährlich gegen 130 Schiffe ein.Die Einfuhr soll ohngefähr 320,000 Lhlr., die Ausfuhr ohn-gefähr 240,000 Thlr. preuß. Cur. jährlich betragen. Tri-polis ist auch eine Station der großen Karavane, welche vonMarokko nach Mekka geht. Die Anzahl der im Lande le-benden Juden ist sehr groß; sie beschäftigen sich vorzugsweisemit dem Handel. Der Staat umfaßt das eigentliche Tripo-lis, Fezzan und Barkah, und stößt in diesem Umfange im O.an Egypten, S. an die Sahara, W. an Tunis, N. an dasmittelländische Meer.
Münzen und Ncchnung.
Früher rechnete man nach Piastern zu 13 Grimel-lini oder 32 Asper, jetzt aber nach Piastern zu 4>/2 Dop-pelten (doppelten Rials), oder ORials, oder 30Medi»s,oder 90 Asper, oder auch blos nach Piastern zu 30 Me-dins ä 3 Asper. Der Zahlwerth des Piasters war ehe-mals der, daß 10,211 Stück desselben eine köln. Mark feinSilber betrugen, mithin der Werth eines Piasters 1 Thlr.11 Sgr. IVs Pf- preuß. Cur. war; die Münzprägungenverschlechterten sich aber wie die türkischen von Jahr zuJahr, überstiegen aber diese letztern noch bei weitem, und dieMünzverwirrung steigerte sich dermaßen, daß der Piastergar keinen einigermaßen stabilen Werth mehr erlangte, undman im Jahr 1834 für einen spanischen Piaster an demeinen Tage 10, am andern Lage aber an 30 tripolitanischePiaster zahlte, so daß der Werth des hiesige» Piasterszu dieser Zeit zwischen 4 Sgr. 4 Pf. und — Sgr. 10^ Pf.preuß. Cur. schwankte. Aus diesen Ursachen bedient mansich im größer» und ausländischen Handel alsRechnungs- und Zahlmittel des spanischen Piasters,oder auch des Talaro oder Kaiserthalcrs, d. i. des deut-schen Conventions-Spccieslhalers. Die Preise verschiedenerProdukte, z. B. des Olivenöls, werden aber auch in Pia-stern von Konstantinopel (türkischen Piastern)notirt, deren Werth gegenwärtig ohngefähr 2 Sgr. preuß.Cur. per Stück ist.
An wirklichen Münze» prägte man hier früher:
InGold: Sultaninen, ganz fein (24-karatig), an-geblich ein Drittel schwerer als die gleichzeitig inEgypten gemünzten Stücke dieser Art. — Gol-de n e Z e ch i n e n zu 60 Medins (etwa 2?/, Thlr.preuß. Curant).
In Silber: Silberne Zech inen zu 24 Medins.—Doppelte Rials zu 6^ Medins. — Rialszu 3>/g Medins.
Von fremden Münzsorten laufen vorzüglich um:SpanischePistolenundDublvnen, venetianischeZechinen, holländischeDucaten; vor allen aber dieTalari (Kaiserthaler) oder deutschen Conventions-
Speciesthaler (namentlich die österreichischen, welche inWien für die Cirkulation in der Levante rc. besonders ge-prägt werden) und die spanischen Piaster; — alle dieseGeldsortcn zu sehr veränderlichen Preisen in tripvlitanischerWährung.
Maaße und Oeimchte.
cängenmaaß. Von den hier gebräuchlichen beiden Ellen-maaßen soll der türkische Pik 301,88 pariser Linien oder0,681 Meter, der kleine Pik 21-4,11 pariser Linien oder0,483 Meter lang sein.
Oelreidcmaaß. Der Cafiso oder Kafis hat 20 Ti-beri. Kelly giebt den Inhalt des Cafiso zu 1,134 alten engl.Winchestcr-Quarters — 323,299 Liter an; nach andern An-gaben enthält derselbe 326,74 Liter. — Andere Berichtenennen ein Getreidemaaß dieUeba von 4 Temen ä 4 Or-bah. Die Ueba soll 6331 engl. Kubikzoll oder 107,33 Literenthalten.
/liissigkeilsinaaß. Für Wein und Spiritus bedient mansich im größern Handel des Barilo, in 24 Bozze getheilt,die den vcnetianischen Bozze gleich sind.
Oelmaaß ist der Mattaro, welcher an Gewicht 42 Ro-tal oder hiesige Pfunde enthält. — Ein anderes Oelmaaß istdie Caraffa von 3>/g Rotal Gewichtsinhalt.
handclsgcnücht. Der Cantaro (Centner) hat 100Rotal oder Rotoli (Pfund). Der Rotal Attary hat 1kUkkias oder Unzen ü 10 Derhcms oder Drachmen ä 16Kharubs ä 4 Getreidekörner, und ist eben so schwer, als derRotal Attary von Tunis, nämlich 306,880 Gramm oder10,349,69 holl. As. Durch londoner Untersuchungen fandman ihn zu 7680 engl. Troy-Grän, —497,661 Gramm.—Der Cantaro ist daher — 80,688 Kilogr., aber nach derzweiten Angabe — 49,766 Kilogr.
Gold, Perlen und andere kostbare Gegenstände wer-den nach dem Metikal gewogen. Es giebt zweierleiMetikals. Für das verarbeitete Gold braucht man denMetikal Mumehni, von welchem 100 — 18 Unzen,oder 6-/z urc 1 Unze sind, und welcher in 24 Kharubs einge-theilt wird. 1 Metikal Mumehni — 4,732 Grammoder 98,90 holländ. As, nach der zweiten Angabe — 4,663kGramm.
Für das unverarbeitete Gold wendet man den Meti-kalAkdehsian, von welchem 100 — 13>/z Unzen, oder7>/2 — 1 Unze, sind, und welcher — 21'/z Kharubs ist-1 Metikal Akdehsi — 4,224 Gramm oder 87,91 holl-As, nach der zweiten Angabe — 4,0824 Gramm.
Das Gold, welches durch die Karavanen aus dem In-nern des Landes kommt, wird in Packeten verkauft, wovonein jedes 100 Metikals Akdehsi oder 13>/z Unzen wiegt, ^0,4224 Kilogramm, nach der zweiten Angabe ^ 0,4082lKilogramm.
Goldfäden, Goldtressen und Silber werde»nach der Unze verkauft.
Tripolis, Tarablüs, Hauptstadt des gleichnaM-Paschaliks in der türkischen Provinz Syrien, Ve Meile voMmittelländischen Meer, mit 16,000 Einw. Die Stadt Haikeinen eigentlichen Hafen, die Rhede bietet, wenn der Nord-ostwind heftig ist, keine Sicherheit dar, auch ist die Lage dem
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