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Zweiter Band. H - Z.
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Tseber

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TuniS

Tseber, s. Cseber.

Tsien, Thicng,Iiäng,Lschech, Cash (Käsch),L i, L ü n. Scheidemünze und Gewicht i» China.

Tsiun, s. Tschun.

Tsjoo, ein Längenmaaß und ein Flächenmaaß inJapan.

Tsnne säst, japanisches Ellcnmaaß.

Tubee, Tjubih, Rechnungsmünze im birmanischenReich in Hinterindien.

Tuben, Tjubih, Toque, Rechnungsmünze im bir-manischen Reich.

Tuch, s. Wollenzeuge.

Tüchtigkeit des Schiffes, s. Seetüchtig.

Tucka, Löckä, Perlengewicht in Bombay.

Tnla, Hauptstadt des gleichnam. Guvern. in Ruß-land, am Einfluß der Tuliza in die Upa, mit 20,000 Einw.Die berühmte hiesige Gewehrfabrik, welche Peter der Großegründete, beschäftigt nahe an 8000 Menschen und liefertjährlich über 70,000 Stück Waffen, eben so auch verschiedeneSchneidewerkzeuge (Messer rc.) und andere Eisen- undStahlwaaren. Es bestehen hier außerdem noch wichtigeEisengießereien, einige hundert Schmieden, bedeutende Tglg-schmelzereien, welche jährlich 2 Will. Pfd. Talg bereiten,große Gerbereien rc. Die vorgenannten Artikel sind die Ge-genstände eines ansehnlichen Handels; außerdem findet einstarker Verkehr mit Getreide, Flachs, Hanf, Vieh, Häuten,Juchten u. a. Leder rc. statt.

Tüll, franz. lulle, auch im gewöhnlichen Leben Spi-tz engrund genannt, ist ein auf Maschinen gemachtes, demgeklöppelten Spitzengrund ähnliches, eigenthümliches, ge-flochtenes Gewebe aus Baumwollengarn, seltener ausLeinengarn oder Seide; s. den Art. Bobbinet.

VuII«, Hauptstadt des Depart. Corröze in Frank-reich, am Zusammenfluß der Corröze und Solane, mit12,000 Ew., Präfektur, Civil-Tribunal, Handels-Tribunal,Normal-Primärschule, Frcischule für praktische Erdkunde,königliche Kriegswaffenfabrik, Fabriken für Papier, Eisen-waaren, Nägel, Nußöl, Likör rc., Färberei, Handel.

Tun (Tonne), W e y, Hohlmaaß für trockene und flüs-sige Sachen in England.

Tunis, Hauptstadt des gleichnam. Berbereskenstaatesan der Küste des mittelländ. Meeres und an einem See, derdurch die Meerenge von Goletta mit dem mittelländ. Meerin Verbindung steht und dessen Eingang durch Kastelle be-schützt wird. Der Hafen befindet sich in der genanntenMeerenge. Die Einwohnerzahl der Stadt beläuft sich aufetwa 160,000, und Tunis ist, nach Kairo, die bevölkertsteStadt von Afrika. Auch Handel und Industrie sind hier,trotz den Mängeln der Regierungsform und den Vorurthei-len des Volkes weit vorgerückter, als im übrigen nördlichenAfrika, mit Ausnahme von Aegypten. Das Klima ist imganzen genommen gesund; der Boden fruchtbar, und liefert,der nachlässigen Bearbeitung ungeachtet, reichliche Erntenund namentlich eine große Menge Weizen und Gerstezur Ausfuhr, die hauptsächlich über Biserta, einen klei-nen Hase» im Osten von Tunis, gemacht wird. DerHauptaussuhrartikel ist jedoch das Olivenöl, welches

meist in Susa verschifft wird. Ebendaselbst befinden sichauch die wichtigsten Seidenfabriken des Landes, Fabri-ken für die berühmten und im ganzen Orient so gesuchtenrothwollenen sogenannten tunesischen Mützen, Turbanzeugc,Teppiche, Waffen ic.; Gerbereien. Auch wird hier gutes >Rosenöl bereitet. Die tunesische Seife (aus Soda undOlivenöl) ist von vortrefflicher Qualität. Die tunesischeWolle wird in großen Massen ausgeführt und ist in derganzen Levante berühmt. Die übrigen Ausfuhrartikel sind:Elfenbein, Goldsand, getrocknete und gesalzene Thierhäute,Maroquin, Wachs, Badeschwämme, Korallen, Soda, Dat-teln, Straußfedern rc. — Die Einfuhren aus Europabestehen vorzüglich in Wollengeweben, deutschen und irlän-dischen groben Leinenzeugen, Quincalleriewaaren, Blech-waaren, Blei, Alaun, Zucker, Kasse, Gewürzen, Farbstoffen,Wein, Seidcnwaaren, spanischer Wolle rc. — Den meistenHandel mit Tunis bat Marseille. Seit undenklichen Zeitensind in Tunis französische Handelshäuser ctablirt, im Jahr1837 bestanden deren 18 daselbst. Der Handel mit Englandgeschieht durch Vermittelung von Malta und Gibraltar,und mittelst Tausch. Auch der Handel mit dem Inner» vonAfrika ist von Wichtigkeit. Tunis bezieht von daher durchdie Karavanen Elfenbein, Goldsand, Straußfedern, Dro-guen, und giebt dagegen verschiedene Manufakturwaaren,Quincalleriewaaren, Gewürze, Cochenille rc. Diese Kara-vanen bringen auch eine große Menge Sclaven nachTunis.

Zölle. Waffen und andere Kriegsgeräthschaften,desgleichen die See-Munitions-Gegenstände, zahlen keineRechte; die übrigen Artikel zahlen eine Abgabe von 3Procent auf den Werth, in Gemäßheit eines gewissenTarifs.

Schifffahrt, Einfuhren, Ausfuhren. ImJahr 1837 kamen 263 Schiffe mit 26,372 Tonnen imStaate Tunis an, und es liefen von da aus 298 Schiffe mit30,689 Tonnen. In demselben Jahr belief sich der Werthder Gesammt-Einfuhr auf 10,392,400 spanische Pia-ster, der Werth der Gesammt-Ausfuhr auf 7,043,800spanische Piaster. Der meiste Verkehr fand statt mit Tos-cana, Frankreich, der Türkei und Großbritannien.

Der Staat Tunis liegt östlich von Algier, westlich vonTripolis, und grenzt im Süden an die Steppen von Bile-dulgerid. Im Norden macht das mittelländische Meer dieGrenze und bildet hier die Bai von Tunis. Das Land istder Türkei zinsbar. Die wichtigsten Städte nächst Tunis,Biserta und Susa sind: Gab es oder Kabes (30,000 E.)am Meerbusen gleichen Namens, und Kairwan (50,000Ew.) im Innern.

Münzen und Rechnung.

Man rechnet nach tunesischen Piastern zu 16Carruben :> 3>/, Asper ü 2 Burben :> 6Burbinen. Dem-gemäß ist ein tunesischer Piaster — 16 Carruben^

82 Asper — 104 Burben — 624 Burbinen, iMWerth — 1 sü. 1 >1. Sterling.

Der Zahlwcrth des tunesischen Piasters hat sich je-doch, wie der des türkischen, ägyptischen rc., allmälig au-ßerordentlich verschlechtert. Die ältern tunesischen Piastersind durchschnittlich etwa 11>/^ Sgr. preuß. werth, die vom