Türkengefahr
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Tympf
Türkengefahr, wird im Assekuranzwesen die Gefahrvor den Seeräubereien der Berbereskcn genannt, welche inder allgemeinen mit verstanden ist. Manche Assekuradeursschließen dieselbe jedoch von den zu versichernden Gefahrenaus, während es dagegen auch besondere Assekuranzen gegenTürkengefahr giebt.
Türkeupaß, heißt der Schutzbrief, welchen diejenigenMächte, welche mit den Bcrbereskenstaaten Verträge abge-schlossen haben, den Schiffen ihrer Unterthanen ertheilen, umdieselben vor dem Seeraube jener sicher zu stellen.
Türkis, Kaloit, franz. Inrguoiso; englisch (lalaito;ital. lurclnna, ist ein Edelstein von verschiedenen Nüancender blauen oder grünen Farbe, z. B. Himmel-, smalte-,apfelblau, seladon-und pistaziengrün, zuweilen mit einemStrich in's Gelbe. Der Türkis ritzt den Apatit, aber nichtdas weiße Glas, von der Feile wird er sehr leicht angegriffen;spezif. Gewicht — 2,86 bis 3. Durch anhaltende Glühhitzevor dem Löthrohr verliert er seine blaue Farbe und wirdgelblichbraun, verglast sich oberflächlich, ist aber sonst un-schmelzbar. Seine Bestandtheile sind Thonerde, Phosphor-säure, Wasser, Kupseroxyd und Eisenoxydul. Im Handelunterscheidet man folgende beide Arten Türkis. 1) Tür-kis vom alten Stein oder Felsen, orientalischerTürkis: himmelblau und seladongrün, zuweilen milch-blau. Dies ist der ächte, aus Persien kommende Türkis.2) Türkis vomneuen Stein oder Felsen, occi-dentalischer Türkis, Zahn-Türkis, hell- oderdunkelblau, und blaulichgrün. Zuweilen ist die Oberflächemit Adern gezeichnet, die etwas dunkler sind als der Grund.Er ist organischen Ursprungs. Es sind durch etwa 2 H)roc.phosphorsaures Eisen blaugefärbte Zähne von urweltlichcnThieren (aus der Gattung der Maslodonten). Schondurch die Struktur, durch die inneren Blättchen und Strei-fen, welche den knochenartige» Bau verrathen, unterscheidetsich diese Art von der ersten, auch nimmt sie keine so glän-zende Politur an, löst sich i.n Säuren auf, entfärbt sich indestillirtem Wasser. Man findet ihn bei Miask in Sibi-rien, in Languedoc und an andern Orten. Den ächtenTürkis triffc man auf schmalen Gängen im Thoneiscnstein,oder aderweise in kicselschieferartigen Gesteinen, auch alsGeschiebe in der Gegend von Nischabour bei Khorasan inPersien. In neuerer Zeit wurde er auch bei Frankenstein inSchlesien, und bei Oclsnitz in Sachsen entdeckt. — DerTürkis wird von den Bucharen meist schon geschliffen undpolirt, aber schlecht, selten roh als Handelsartikel nachMoskau gebracht. Dort wird er noch einmal umgearbeitetund zu verschiedenen Schmucksachen, z. B. Ring- undNadelsteinen, Ohrgehängen u. dergl. geschliffen. Häufigbenutzt man ihn auch zum Einfassen anderer Edelsteine. —Der Türkis steht jetzt nicht mehr in dem Werth wie früher;doch bezahlt man ächte orientalische Türkise von Erbsengroßeimmer noch mit 8 bis 8 Thaler. — Man kann den Türkisdurch Kunst täuschend nachmachen, indem man calcinirtesElfenbein eine Zeit (Woche) lang in einer Kupferauflösungmit Hirschhorngeist liegen läßt. Ein solcher künstlicherTürkis ist weicher als der ächte, und giebt bei'm Schabenmit einem Federmesser Spähne, während der ächte sich inein feines weißes Pulver verwandelt. Ein ungewöhnlichgroßer Türkis befindet sich im Museum der kaiserlichen
Akademie zu Moskau. Derselbe ist mehr als 3 Zoll langund 1 Zoll breit.
Türkisch Garn, Türkischroth, Adrianopel-roth, ist ein schön rothes, in Farbe besonders haltbaresGarn. Diese Farbe leidet weder durch Lust noch durchSonne, wird durch Bleichen oder Waschen mit Seifenwassetnur etwas Heller und lieblicher, wird von Weingeist g»tnicht, von beizenden Laugen nur etwas angegriffen, u»bdurch concentrirte Säure in Gelb verwandelt, außerdem nurdurch Liegen und Reiben in Oel von dem Garn wieder ge-löst werden kann. Das Türkischroth oder Adrianopelroth/franz. llouge turc, Ilouxe d'ädrianople, livuxe des Indes!englisch ^urlrez- red, 4drianopel red, kann nur durch ein sehrcomplizirtes Verfahren bei der Färberei erzeugt werde»«Diese Färberei wurde in Ostindien schon in sehr früher Ze^erfunden, und deren Kenntniß von hier nach Griechenlandgebracht. Im Jahr 1747 zogen Fcrguct und Goudartgriechische Färber nach Frankreich und errichteten bei Rouc»und in Languedoc Türkischrothsärbereicn. Im Jahr 176^ließ die französische Regierung das Verfahren bekannt m»-chen. Im Orient ist diese Färberei noch beträchtlich, u»bes kommt Garn aus Thessalien, Natolien, Syrien rc. aufden Markt nach Salonichi, Smyrna, Triest, Wien, Vene*dig, Genua, Livorno, Marseille. Gewöhnlich wird es nachder Oka, — 2>/, wiener Pfd., in türkischen Piastern be-zahlt. — In Frankreich giebt es viele Türkischrothfärbk-reieki, zu Marseille, Montpellier, Rouen, Toulouse, Paris/Mühlhausen rc. Nirgend hat sie jedoch eine solche kommetzielle Bedeutung erlangt als in Deutschland zu Elberfelbund in der Umgegend.— In England wird sie zu Glasgow/in Italien in Livorno, in Rußland in Astrakhan betrieben-Sic ist in der Hauptsache eine Krappfarbe. — Die versehtdenen Sorten des Garns werden nach der Feinheit mit Buch-staben und Nummern bezeichnet. Die Buchstaben Y. 1. 8«?. I«., fangen von der geringsten Sorte an und bedeute»gunlriemc, troisieme, soconde, Premiere und lin; r?. bezeich-net noch größere Feinheit, 81'. superfein, kik'. extrafein,die feinste Sorte. Die Färbereien in Triest, Livorno u»bMarseille unterscheiden die Nummern, außerdem Maschine»-und Handgespinnst.
Tusche , chinesische; latein. stramenlum indicuw !franz. kincre de llliine; engl. lllnna illli, Illdisn inle; italie»'Inelnustro deün Ldina, wird schon seit undenklicher Zeit >»Ehina bereitet. Es sind verschiedene Verfahren bekannt ge-macht, dessenungeachtet ist es noch ungewiß, ob das rechteschon bekannt gemacht ist. Es soll aus dem Ruß des ver-brannten Sesamöles, oder aus dem Ruß des Saamenölesvom filzblättrigcn Trompetenbaum, oder aus Fichtenholzrußmit verschiedenen Zusätzen bereitet werden. Sie wird >"Europa nach verschiedenen Rezepten nachgeahmt und sogarmit chinesischen Schriftzeichen bedruckt. — Die gewöhntche» Farbenkasten, Tuschkästen genannt, enthalten Farbc-täfelchen, die nichts weiter als Erd- oder Lackfarben, >»^Gummi abgerieben, und von verschiedener Feinheit sind. S>twerden von den Farbefabriken geliefert.
Tussoo, Tössu (Zoll), ein Längenmaaß in Bombay-
Tympf, Achtzehner, frühere polnische Silber-münze, angeblich von dem Münzpachter Tymp so benannt/