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Wachs
i^cvil; ital. Olio üi xinepro; lat. Oleum luniperi, ist das"Nsangs Wasserhelle, mit der Zeit aber gelblich werdendeätherische Ocl, welches man durch Destillation der Wach-olderbeeren, am besten der noch nicht ganz reifen, erhält.
riecht angenehm gewürzhaft und stark nach Wachholder,!>nt einen harzige», gewürzhasten, einigermaßen campher-"ttigen Geschmack, ist im frischen Zustande dünnflüssig, wird"der durch das Alter dickflüssiger. Spezis. Gewicht 0,86.2ius 100 Pfund Wachholderbeeren soll man 12>/2 Unzen OelEhalten; nach Martins Erfahrungen geben 36 Pfund von2 Jahr alten Beeren 2 Unzen, dieselbe Menge frisch aber^ Unzen. In Holland gewinnt man viel Wachholderöl alsNebenprodukt bei der Destillation des Gcncvcrs, doch istdasselbe mit Fuselöl verunreinigt. Sehr häufig bringt man'd den Handel ein mit Terpentinöl verfälschtes Wachhol-öeröl, welches man dann natürlich zu sehr niedrigen Preisenverkaufen kann. Man bereitet auch Wachholderöl aus
ftischen Holze und den Zweigspitzen des Wachholder-strauches.
Wachs, franz. Lire; engl. zVox; ital. und lat. llora,'si ein eigenthümlicher Körper, woraus die Bienen die zurAufbewahrung des von ihnen gesammelten Honigs dienen-^n Zellen bauen. Früher glaubte man allgemein, daß das^Lachs von den Bienen blos ausgearbeitet würde, daß sieöen Blüthenstaub (Pollen) der Pflanzen verzehrten und als^achs wieder von sich gäben; man hat sich jedoch überzeugt,^uß, wenn man die Bienen blos mit Zucker oder Honig filt-ert, sie dennoch eine beträchtliche Menge Wachs erzeugen.Deshalb muß man annehmen, daß die Bienen das Wachsdicht von den Pflanzenthcilen aufsammeln, sondern daß esein wirklich secernirter Stoff, ein Produkt eines eigenthüm-lichen Organs ist, welches sich an den Seiten des Hinterleibes^findet. Hebt man die untern Segmente des Hinterleibesöer Arbeitsbienen in die Höhe, so sieht man kleine Taschendnd dünne Schuppen Wachs zu Paaren geordnet unterI°dem Segment, aber nicht bei der Königin und den männ-lichen Bienen. Jede Biene hat 8 Taschen. Wenn die Bil-den aus dem Stock getrieben oder getödtet sind, so wird derwächserne Bau in Stücken geschnitten, wobei schon vonselbst der sogenannte Jungfernhonig abfließt (s. den^lrt. Honig). Hierauf zerbricht man, wenn nichts mehr"^fließt, die Waben und preßt sie in einem Sacke aus, uml'en letzten Antheil Honig zu erhalten, der allerdings dem^sten an Güte nachsteht und auch Wachs enthält. Manschmelzt nun das Wachs in Kesseln mit einem kleinen Zusatz
Wasser, wobei sich Schmutz und sonstige fremdartigeKörper an dem Boden absetzen, darauf gießt man es inlldene Näpfe und läßt es darin erkalten, schneidet die untere,doch fremdartige Theile enthaltende Schicht mit einem Messer"l> und bringt in dieser Gestalt das Wachs als Wachs-,°den (franz. Lire en poins) in den Handel. Häufig ver-mischt man es durch Zusatz von Harz, Bohnen-, Hafer-°der Kartoffelmehl und Talg, was sich theils durch denGeruch heim Schmelzen, den Bodensatz, theils durch Be-^ndlung mit Weingeist erkennen läßt, welcher kalt kein^all,s, wohl aber Harz auflöst, theils im Gewicht, weil°urch Talg das Wachs leichter wird, den körnigen splitteri-8kn Bruch verliert und dann bei trockner Destillation un-*°ine Benzo-ssäure (Fettsäure) giebt. Das Wachs, wie es
von den Bienen gebildet wird, ist so weiß, wie gutgcbleich-tes Wachs und unterscheidet sich auch in der Farbe in dengefüllten und leeren Waben. In jenen ist es lichter, in die-sen dunkler gelb; auch sind die Waben junger Bienen sehrblaßgelb,fast weiß (Jungfernwachs, franz. Lire vicige).Die gelbe Färbung rührt von einem bräunlichgelben, aroma-tisch riechenden, bitterlich schmeckenden Stoffe her, der sichin heißem Weingeist löst und durchs Bleichen zerstört wer-den kann, doch ist die Bemerkung gemacht worden, daß dasaus Weinbau treibenden Gegenden herrührende Wachs sich ander Sonne nicht bleichen läßt. Das gelbe Wachs hat einenangenehmen Geruch, ein spezif. Gewicht — 0 , 963 , schmilztbei 61 ° L., ist bei der mittlern Temperatur nicht spröde,löst sich nicht in kaltem, aber in 30 Theilen kochendem Wein-geist von 0 , 82 , nicht in kaltem, wohl aber in 10 TheilenkochendemAether,sowie in erwärmten ätherischen und fettenOelen auf.
Bleichen des Wachses. Hierzu eignet sich nichtein jedes und man muß daher von jedem Wachsboden einekleine Probe nehmen und der Sonne aussetzen, um zu sehen,welche Sorte Weißwachs sich daraus darstellen läßt. DasWachs wird, wenn es gebleicht werden soll, vorher geschmol-zen, gereinigt und gebändert. Man schmelzt dasselbe ineinem kupfernen verzinnten Kessel, welcher in einer gewissenHöhe vom Boden einen Hahn zum Ablassen des Wassershat. Man gießt etwas Wasser in den Kessel, läßt es insKochen kommen, trägt dann das Wachs stückweise hinein,und rührt mit einem Nührscheit fleißig um; ist alles dünn-flüssig, so setzt man auf den Centner Wachs etwa Pfundgereinigten Weinstein oder Alaun zu, wodurch sich wahr-scheinlich die fremdartigen Materien coaguliren sollen, oderdurch welche man das Wasser vom Wachs scheiden will,rührt tüchtig durcheinander und läßt dann das Wachs inRuhe. Statt das Wachs in den Kesseln mit Wasser zuschmelzen, kann man sich auch des siedenden Wasserdampfsbedienen, welchen man in hölzerne Schmelzbottiche leitet.Auf diese Weise kann mittelst eines kleinen Dampfkessels undmehrerer Schmelzbutten in kurzer Zeit eine große MengeWachs geschmolzen werden. Hierauf läßt man das Wachsdurch das Rohr in ein Faß ab, in dem man es eine Zeitlangstehen läßt, damit es sich klären kann. Aus demselben wirdes in einen Blechkasten gezapft, welcher am tiefsten Punktmehrere in eine Linie gereihte kleine Löcher hat, durch diedas Wachs auf eine hölzerne Walze, die zum Theil in einGefäß mit Wasser eintaucht und mittelst einer Kurbel ge-dreht wird, in dünnen Strahlen fließt. Das Wachs plattetsich hierbei theils durch sein eigenes Gewicht ab, theils auchdadurch, daß die Walze unausgesetzt um die Are gedrehtwird, und so bildet sie ein zusammenhängendes dünnes Bandmit großer Oberfläche, wodurch es leichter gebleicht wird.Der Bottich, in welchem die Walze liegt, muß einen stetenZufluß von kaltem Wasser haben, da letzteres durch dasWachs immer bald warm wird. Die Wachsbänder werdendann auf große Rahmen, auf denen Segeltuch aufgespanntist und welche an den Seiten mit Kränzen und Einfassungenversehen sind, an sonnigen, gegen Staub geschützten Plätzenausgebreitet und täglich gewendet, um der Einwirkung desLichtes und Thaues stets neue Flächen darzubieten. An sehrheißen Lagen begießt man das Wachs mit Fluß- oder Re-