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Zweiter Band. H - Z.
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Wachs

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Waid

genwasser. Wenn die Bleichung nicht mehr fortschreitet,so schmelzt man das Wachs um, bändert es von neuem undsetzt das Bleichen so lange fort, bis das Wachs weiß genuggeworden ist. Es gehören dazu, je nach der Witterung,8 bis 8 Wochen. Hierauf schmelzt man das Wachs zumletzten Male, gießt es durch ein Seidensieb auf einer benetz-ten Tafel in runde Scheiben und bringt es so in den Handel.Wenn das gebleichte Wachs bei Regen oder feuchtem Wettervom Rahmen abgenommen wird, so bekommt es nicht nureinen Strich ins Grauweiße, sondern man hat auch einenVerlust. Die Schmelzrückstände werden umgeschmolzc» undzu mittelfeiner Waare verarbeitet; die abgepreßten, nochimmer kleine Mengen Wachs enthaltenden Rückstände wer-den in Frankreich dem zum Theeren des Lauwerks dienendenTheer zugesetzt. Da das eben beschriebene, gewöhnlicheVerfahren des Wachsbleichens durch Sonnenlicht und Thaunicht nur sehr zeitraubend, sondern auch sehr vom Wetterabhängig ist, so hat man Versuche mit dem Bleichen durchChlorgas und chlorigsaure Salze gemacht; es wird aber da-durch das Wachs spröde und brüchig, verliert seine Dehn-barkeit und brennt auch weniger gut, — Das weißeWachs, franz. Liro dlancke; engl. Mute evax, ist in derKälte spröde, splitterig im Bruch, durchscheinend, von un-bedeutendem Geruch, einem spczif. Gewicht — 0,966 undschmilzt bei K 8>/2 ° 6 . Man kann das Wachs in 2 Haupt-bestandtheile zerlegen, die die Namen Cerin und Myri-cin führen. Ersteres erhält man durch Ausziehen desWachses mit kochendem Alkohol, wobei letzteres zurückbleibt.Das Cerin ist weiß und von der Härte des Wachses, dasMyricin grauweiß und härter und spröder als Wachs; esläßt sich fast vollständig sublimiren. Wird das Wachs einertrocknen Destillation unterworfen, so erhält man, außer dengewöhnlichen Produkten, ein Destillat, welches den NamenWachsbutter führt. Diese Substanz ist anfangs flüssig,wird aber nach und nach dicklich; wenn man sie mit Aetzkali-oder Natronlauge behandelt, so bildet sich leicht eine Seife(Wachsscife), die man zum Wichsen der Fußböden, zumUebertünchen von Wänden, zum Ueberzug von Bronzen rc.verwendet. Das früher häufig gebrauchte Siegelwachsbereitet man aus weißem Wachs mit Zusatz von >/, venetia-nischem Terpentin und etwas Zinnober; Wachskitt fürSäureflaschcn aus 1 Th. W. und »/,2 Terpentin; Baum-wachs aus Wachs mit Harz und Terpentin.

Im Handel unterscheidet man besonders folgende Sor-ten Wachs: nordisches, aus mehreren Gegenden Ruß-lands und Polens. Das polnische Wachs ist von vorzügli-cher Güte und wird sehr geschätzt. Das beste hat eine helle,ins Orangegelbe fallende Farbe und besteht aus kleinen,dichten, harten Broden oder Kuchen. Rußland führt Wachsüber Odessa, Riga und Petersburg aus. In Galizicnwird in Folge der dort sehr bedeutenden Bienenzucht vielWachs gewonnen und in nicht unbedeutender Menge ausge-führt. Von dem ungarischen Wachs ist das von Rosenauals das beste bekannt. Bedeutend ist die Wachsausfuhr ausder Moldau, Wallach ei und Bulgarien. Viel da-von geht nach Brody, Wien, Berlin, Brünn und Konstan-tinopel. Das moldauische wird dem Wallachischen vorgezo-gen. Von Griechenland und mehreren Gegenden der Türkeikommt viel Wachs nach Venedig, Livorno und Marseille,

In Kleinasien treibt Smyrna einen bedeutenden Wachsha»'del, von wo auch eine bedeutende Menge nach den südcuro^päischcn Häfen, so wie nach England und Holland versandtwird. Nach Aleppo kommt viel Wachs durch Karavancnaus dem Innern von Kleinasien. Von dem französiM»Wachs ist das aus der Bretagne, Normandie und üimousi»am bekanntesten; übrigens gewinnt Frankreich nicht genugfür den eignen Bedarf und bezieht daher jährlich noch etwa806,000 Kilogr. aus der Levante und dem nördlichen E»-ropa. — In Deutschland wird die Bienenzucht in viele»Gegenden getrieben und Wachs gewonnen, besonders i>»Hannöverschcn, Holsteinschen, Mecklenburgschen, Westph»-lcn, der Mark Brandenburg, Schlesien, den Rheingegc»-den, Baiern und Oesterreich. Der deutsche Zollverein führtjährlich im Durchschnitt 8800 Ctr. Wachs ein, ohne mehrals etwa 830 Ctr. auszuführen. Das meiste wird in Baier»eingeführt und verbraucht. — In Ostindien bildet dasWachs einen sehr wichtigen Handelsgegenstand, doch giebtman sich dort gar keine Mühe mit den Bienen, sonder»sammelt Honig und Wachs da, wo man Stöcke findet-— Die wichtigsten Anwendungen des Wachses sind diezu Lichten, Figuren, Wachsperlen, Stiefelwichse, Wachs-seife rc.

Von den Wachsarten, die aus dem Pflanzenreich ge-wonnen werden, z. B. durch Auskochen der Früchte einigerMyrica-Arten rc., find bemerkcnswerth das japanische

Wachs, gelblich weiß, aber spröder als Bienenwachs und

bei 48» schmelzbar, brennt aber schlecht; das Palm-wachs, aus der Rinde einer auf den Anden wachsendenPalmart; das brasilianische; das vom chinesischenLalgbaum; das aus der Milch des Kuhbaumes. Alle diesevegetabilischen Wachsarten haben sich bis jetzt nicht zu tech-nischen Zwecken anwendbar gezeigt.

Wage, nennt man ein Instrument zur Ermittelungder Schwere oder des Gewichts (s. diesen Art.) eines Kör-pers. Es giebt sehr verschiedene Arten, nämlich Balken-wagen, Ziehwagen, Druck- oder Brückenwagen, Scnkwa-gcn (s. den Art. Aräometer), deren Gebrauch ».Handha-bung je nach ihrer Bauart verschieden ist. Die Ermittelungder Schwere einer Körpermasse beruht stets auf einem Ver-gleich. Die Wage ist ein unentbehrliches Ding sowohl imgewöhnlichen Verkehr, als auch in Künsten und Gewerben,so wie in der Wissenschaft der Chemie rc. Bei allen Artendieses Instruments kommt es vor allen auf die Genauigkeitdes Instruments in der Bestimmung der Schwere an. Zuden Balkenwagen gehören noch die Gewichte, ohne die einsolches Instrument unbrauchbar ist.

Wage, Waage, ist ein Gewicht im Eisenhandel, anverschiedenen Orten von ganz abweichender Schwere.

Währung, s. Valuta.

Waid, franz. ?astol, Vouöclo; engl. VVoacl; ital.6uaüo, Olosto, ist eine im mittlern Europa einheimischeFarbepflanze, Isotis tmcwna bin-, deren man sich schon seitundenklichen Zeiten zum Blaufärben bedient und welche frü-her, vor der allgemeiner» Bekanntwerdung des Indigo, vor-züglich in Thüringen (bei Erfurt, Langensalza, Gotha,Lennstedt rc.) außerordentlich stark angebaut wurde. Die