Waid
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Waldeck
Blätter der Waldpflanze kommen entweder blos im getrock-neten Zustande, oder präparirt in Form kleiner, faustgroßerBallen, franz. en psms, coquss; engl. boM, im gegohrenenZustande in den H.andel. Der Same wird im März gesäetUnd die Blätter der Pflanze schneidet man im Juni zumersten Mal, später ein zweites und auch wohl ei» drittesBtal, doch sind die letzter» Schnitte von geringerer Quali-tät. Die Blätter werden theils vor dem Mahle», um sievon dem anhängenden Sand und Staub zu reinigen, ge-waschen, oder auch nicht. Das Mahlen geschieht untersenkrecht stehenden, gekerbten Mühlsteinen, unter welchendie Blätter zu Brei gequetscht werden, den man in Haufen14 Tage lang unter Schoppen liegen läßt, alsdann mit denHänden in Ballen formt. Diese trocknet man auf HordenUnd schüttet sie über gedieltem Boden in Haufen auf. NachEurzer Zeit fangen dieselben an sich zu erhitzen und entwickelnrinen ammoniakalischen Geruch, eine Folge stattfindenderZersetzung der darin enthaltenen stickstoffreichen Materie.Zur Verbesserung des Waids pflegt man denselben noch demAngießen zu unterwerfen. Die Ballen werden nämlich zer-schlagen, angefeuchtet und in Haufen gebracht, wo sie noch-mals gähren; darauf formt man sie aufs neue in Ballen.Bei diesen Operationen kann aber öfters der Waid, anstattverbessert zu werden, verderben, und in der neuern Zeit hatMan immer mehr den ohne alle vorhergegangene Präparationgetrockneten Waidblätter den Vorzug gegeben.— Die gutenWaidkugeln müssen mehr grün oder grüngelblich als blauaussehen, leicht sein und schwach genäßt einen hellgrünenStrich auf Papier geben. Sie sollen durch längeres Liegen,bis zu einem gewissen Zeitpunkt aber nur, an Güte bedeu-tend gewinnen. Je nach der herrschenden Temperatur desJahres ist der Farbstoffgehalt des Waids abweichend; beiheißer Witterung oder in wärmer» Gegenden wird er amfarbreichsten. Der französische Waid ist besser als der thü-vinger. Die im Handel vorkommenden Sorten sind beson-ders der thüringische und der französische. Wieschon erwähnt, wurde der Waidbau in Thüringen schon seitvielen Jahrhunderten in großer Ausdehnung betrieben undErfurt, Gotha, Arnstadt, Langensalza undTennstädt wurden die fünf Waidstädte genannt; siebesaßen das ausschließende Recht, mit Waid zu handeln, undvoch jetzt, wo durch die allgemeine Anwendung des Jndigo'sder Waid sehr verdrängt worden ist, versorgt Thüringenben größten Theil von Deutschland mit Waid. In Oester-vcich wird bei Prag in Böhmen und im Bannate sehrguter Waid producirt. Im südlichen Frankreich gewinntMan vorzüglich bei Toulouse und Mirepoix, so wie auch inber Provence, Normandie und im Elsaß, viel und gutenBiaid. Ein großer Theil der Ausfuhr ging früher überBordeaux. In England wird in Linkolnshire Waid pro-ducirt. — Während der Eontinentalsperre, zu welcher Zeit*wr Preis des Indigo bedeutend in die Höhe ging, versuchteMan einen Indigo aus dem Waid darzustellen und dies gc-^»g auch den Herren Resch und Trommsdorsf in Er-surt, doch war die Ergiebigkeit zu unbedeutend (aus 1 Cent-ver Waid erhielt man nur etwa >/§ Pfund Indigo), so daßöse Fabrikation des Waidindigo's nur bei außerordentlichhohen Jndigopreisen mit Vortheil betrieben werden konnte.Man vgl. auch d. Art. Indigo.
U.
Wakea, Wakih, Unze, ein Gewicht in dem afrika-nischen Staat Habesch oder Abyssinien.
Waldeck, ist ein Fürstenthum in Deutschland, dasaus zwei getrennten Landestheilen: dem eigentlichen Für-stenthum Wal deck, zwischen Westphalen und beiden Hessen,und der Grafschaft Phrmont, zwischen Hannover, Braun-schweig und Lippe, besteht; Waldeck 2V>/» QM. mit33,000 Einw., Pyrmont 1'/- QM. mit 7000 Ew. Wal-deck ist das höchste Land im westlichen Deutschland. DerBoden ist in den Thälern fruchtbar, in dem Hochlande (imeigentlichen Waldeck) dürr; viel Waldung. Man treibthauptsächlich Viehzucht, aber auch Ackerbau. Die Haupt-produkte sind: Getreide, Flachs, viel Holz; Rindvieh, Wild;Eisen, etwas Kupfer, Blei, Marmor, Mühlsteine rc., inder Eder auch Goldsand; Salz (Saline zu Oestorf); dieberühmten Mineralquellen zu Pyrmont und Niederwildun-gen. Industrie und Handel sind unbedeutend. Die Bade-anstalten zu Pyrmont sind sehr besucht und es werdenjährlich ohngefähr 400,000 Krüge Mineralwasser versandt.Die Hauptstadt des Landes ist Arolsen, unfern der Aar,mit 2000 Einw., einigen Fabriken, Leinwandhandel undeiner Münzstätte.
Münzen.
Man rechnet seit 1837 nach Thalern zu 30 Silber-groschen L 12 Pfennige im Zahlwerth des preußischenCurant - oder 14-Lhalerfußes. Früher rechnete man nachThalern zu 38 Mariengroschen.
Wirklich geprägte Münzen sind:
In Gold: Ehemals: Ducatcn; halbe und Vier-tel dergleichen; — doch nur in geringerAnzahl.
In Silber: a) nach dem 20-Guldenfuß. Spe-cies-oderConventi onsthaler zu 1 Thaler12 Mariengroschen (l'/z Thaler- der frühernWährung. — Laubthaler u. Palmthaler(nach der Palme auf dem Revers so genannt),beide zu 1 Lhlr. 20 Mariengroschen.— Stückezu V->, Vi-, '/-« und -/z° Thlr.;
— d)nachdempreußischen Curantfuß:Drittel-Thaler-Stücke zu 10 Silber-groschen.
JnBillon: Jetzt Silbergroschen.
JnKupfer: Früher halbe Mariengroschen zu3V- Pfennigen, jetzt Stücke zu 3 und zu1 P f e n n i g.
Von fremden Münzsorten laufen besonders diepreußischen und hessischen Curantmünzen um.
In Wechselangelegenheiten richtet man sich imeigentlichen Fürstenthum Waldeck nach dem frankfurter,in der Grafschaft Pyrmont aber nach dem bremer Kurs-zettel. '
Maaße und Sewichle.
tangenmaaß. Der Fuß hat 12 Zoll und eine Längevon 129,6 paris. Linien oder 0,29236 Meter.— Bei öffent-lichen Messungen wendet man einen eheinischenFußan,welcher 139,128 französ. Linien lang ist — 0,999S86 preuss»
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