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Zweiter Band. H - Z.
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Wallfischbarden

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Wallis

zwischen 60 und 300 Pfd. Sterl., füllen selten zu 60 herab,steigen aber auch eben so selten über 130. Der Wallsisch-fang ist ein wahres Hasardspiel, und wirft in der Regel ent-weder einen großen Gewinn ab, oder zieht einen ebensogroßen Verlust nach sich. Bisweilen kehrt ein Schiff mitgar keiner Ladung, bisweilen nur mit einem Fisch heim,während wenigstens 8 bis !) (die etwa SO Tonnen Thranliefern) gefangen werden müssen, um die Kosten zu decken.Scorosby erwähnt einer Ladung als der größten, die erkannte; es war die, welche das Schiff Resolution im Jahr1814 aus den nordischen Gewässern nach Peterhead brachte.Es hatte 44 Wallfische gefangen, und die ganze dadurch ge-wonnene Ladung an Thran und Fischbein wurde zu 11,000Pfd. Sterl. verkauft. — Der von Großbritannien aus be-triebene Fischfang hat den derHolländer, selbst in deren glück-lichster Periode, an Ertrag im Werth bedeutend übertreffen.In dem mit 1818 endigenden fünfjährigen Zeitraum wurdenin England und Schottland 68,940 Tonnen Thran und3420 Tonnen Fischbein eingeführt, was, die Tonne Thranzu 36V2 Pfd. Sterl., und die Tonne Fischbein zu 90 Pfd.Sterl. gerechnet, mit 10,000 Pfd. Sterling für Felle, einenGesammtbetrag von 2,834,110 Pfd. Sterl. oder 366,822Pfd. Sterl. jährlich lieferte. Das Jahr 1814, ein besondersglückliches, lieferte 1437 Wallsische aus den grönländischenMeeren, und im Ganzen 12,132 Tonnen Thran, und wennMan für die Tonne den niedrigen Preis von 32 Pfd. Sterl.annimmt, so belief sich der Gesammtertrag, das Fischbein !c.,so wie der Ertrag des Fischfangs in der Davis-Straße mitgerechnet, auf ohngefähr 700,000 Pfd. Sterl. Im I. 1829war der Ertrag des Fischfangs folgender:

10,672 T. Thran a 23 Pfd. St. ... 266,800 Pfd. St.

607'/- - Fischbein ä 180 Pfd. St. . 109,330 - -

376,130 Pfd. St.

Hiervon wurde in's Ausland geführt: an Thran zumWerth von 73,749'/-, und an Fischbein für 40,666"/, Pfd.Sterling.

Die Nordamcrikaner haben den Wallsischfangschon seit 1690 mit großer Anstrengung und vielem Erfolggetrieben. — Frankreich, welches eine Zeitlang die mei-sten Nationen im Wallfischfang überflügelte, nimmt jetzt nurgeringen Theil daran. — In Deutschland betheiligensich einzelne Städte, z. B. Bremen, Emdcn, Flcnsburg.Der Verbrauch von Thran nimmt im deutschen Zollvereinbedeutend zu.

Wallfischbarden, Fischbein, französ. Lalomo;engl. IViwIe lins, IVbaledono; ital. Osso >Ii ImIIona, sind diesensenförmigen, unten ohngefähr 1 Fuß breiten, nach obenspitz zulaufenden, nach der innern Seite zu dünnern, mitpferdehaarähnlichcn Haaren besetzten knorpclartigen Knochen,die in der obern Kinnlade des Walisisches sitzen, und bei die-sem Thier die Stelle der Zähne vertreten, führen den NamenWallsischbarden oder Barten. Sie passen in die in der un-tern Kinnlade befindlichen Höhlungen oder Rinnen. Je"ach der Größe der Fische sind 400 bis 1000 solcher Bartenvorhanden. Die mittelsten, längsten sind 3 bis 20 Fuß lang.Die kürzern, zwischen den andern sitzenden werden unächtegenannt, und gewöhnlich weggeworfen. Sie sind weich,

glatt, fast viereckig, gewöhnlich nur 4 Zoll lang, und an derSpitze mit Haaren besetzt. — Sobald die gerödteten Wall-sische an's Ufer gebracht sind, windet man aus dem Ober-kiefer mit Hülfe von Ankern und Seilen die Barden los,hierauf schneidet man den daran sitzenden Speck und dasFleisch ab, und bringt sie, in Bündel gebunden, in denHandel. Die Barden der alten Wallsische sind von dunklererFarbe als die von jüngern; die der Zinnfische sind gelblichgestreift; die der grönländischen Walisische sind längerund besser als die der in der Südsee gefangenen, welcheletztere auch weniger fest und elastisch, so wie gewöhnlichschlechter gereinigt sind, weshalb sie bei der Bearbeitung 16bis 20 Proc. Abfall geben. Die größten Quantitäten Wall-sischbarden kommen nach den englischen und holländischenHäfen, so wie nach Kopenhagen, Hamburg und Bremen.Die grönländischen sind in der Regel 5 bis 6, die südseer 1'/-bis 4 Ellen lang. In mehreren Städte» (z. B. Hamburg,Alton«, Bremen, Lübeck, Berlin, Breölau, Wien, Prag,Augsburg, Nürnberg !c.) befinden sich sogenannte Fisch-beinreißereien, welche die Barden zu den technischen Anwen-dungen vorbereite». Die Fischbeinrcißer spalten zuerst dieBarden mit scharfen eisernen Keilen, stechen dann mit schau-felähnlichen Werkzeugen kleinere und dünnere Stücke ab,legen dann das Fischbein in Wasser, reiben und schaben hier-auf die Haare und Splittern ab, weichen es dann nochmalsin heißem Wasser, und spalten es zuletzt mit großen scharfenMessern zu Stäben und Stangen von verschiedener Längeund Dicke. Als man eine Zeit lang bci'm Wallsischfang dieMethode befolgte, die Fische durch congrcvesche Raketen zutodten, welche nach dem Kopf geschossen wurden, stieg dasFischbein sehr im Preise, da die Barden größtentheils zer-schmettert waren, weshalb man wieder zu der ältern Me-thode des Fangs (durch Harpune») zurückkehren mußte.Die Anwendung des Fischbeins ist sehr mannigfaltig, hängtaber zum Theil von den herrschenden Moden ab; es dientin Halsbinden, zu Schnürleibcrn, Blanchetten, Regen- undSonnenschirmen rc. Früher gebrauchte man große Quan-titäten zu den Reifröcken der Frauenzimmer. In neuererZeit hat man aus dem Fischbein, durch Reißen in ganz feineFasern, die man hernach flocht oder webte, Stoffe gemacht,die einen schönen seidenartigen Glanz zeigen, und sich zuHalsbinden und dergl. eignen. Die bei'm Fischbeinreißenabfallenden zarten Fasern und Svähne benutzt man, wiedie Pferdehaare, zum Auspolstern von Meublen und Ma-tratzen.

Weißes Fisch dein wird das Rückenschild desBlack- oder Dintensisches genannt; s. den Artikel Black-fischbein.

Wallis, ist ein schweizer Kanton, von Waadt, Bern,Uri, Tessin und Picmont begrenzt, vom Ober-Rhonethalgebildet, und bis an den Genfer-See reichend, mit 110'^QMcilen und 76,000, sämmtlich katholischen Einw. DesLandes Reichthum besteht in der Viehzucht, Getreide, Wein,Baumfrüchten und Vieh, Metallen und mineralischen Bä-dern; aber die Bewohner verstehen es nicht, diese Natur-schätze auszubeuten. Nur die Klöster sind wohlhabend. Dieberühmte Simplon-Straße führt durch den Kanton, dessenHauptort Sitten ist.