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Zweiter Band. H - Z.
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Wein

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Wein

muSkatarti'gein Geruch und Geschmack sind. Die Muskat-weine sind süß. Die bekanntesten und besten im Handel vor-kommenden Sorten sind die aus dem südl. Frankreich. Sehrvorzüglich ist der k'rontixnan, von dem gleichnamigen Ortbei Montpellier; er hält sich am längsten und ist in dieserBeziehung dem, allerdings noch feinern Iwnel vorzuziehen.Uebrigens ist der Imnol nicht durchaus gleich im Gewächs;am vorzüglichsten der von 6üto du ölaret durch Leichtigkeit,Feinheit und Parfum. ölaraussan und Sauvian aus demDeport. Hörault nähern sich dem kronliznan und I.uno!.Die Muskatweinc von öloittdasin und lloriores sind schon vielgeringer, als der kionlixnan, haben wenigstens nicht denlieblichen und feinen Geschmack, sind deshalb auch wohlfeilerund haben sehr starken Absatz. Der Muskatwci» von lii-vesollos ist weiß von Farbe und übertrifft noch den lmnol undrromixmw, was den eigenthümlichen Muskatellergeschmackund Geruch, so wie Reife und Süßigkeit betrifft. Er solldem weißen Capwein gleichkommen. In kromignan pflegtrnan die Stärke des Muskatellers auf die Art zu prüfen,daß man einige Tropfen auf ein glühendes Eisen gießt undversucht, ob sich der Dampf anzünden läßt; ist dies der Fall,so ist der Wein gut, wo nicht, so verstärkt man ihn durchSpiritus, gerösteten Zucker und Hvllunderblüthen. Auchin Italien, Cypern, Candia rc. wird Muskatwcin ge-wonnen.

Nahem eine, von dem gleichnamigen Nebenfluß desNheims; sind feurig, meist röthlich, aber nicht haltbar.

Naumburger Wein, im preuß.Herzogthum Sach-sen, aus der Gegend an der Saale, ist roth, gering, wirdtheils zum Verschneiden fremder Weine, theils zu Cham-pagner (in Raumburg), theils zu Essig verbraucht.

Nantes, ein leichter, weißer Wein von den Ufern derLoire, der über Nantes ausgeführt wird; man gebrauchtihn häufig zu Vermischen. Die bessern Sorten sind die vonValotto und ölosniöro.

Narbonnc, schön rother, geistiger, wohlschmeckenderWein, aus der Gegend von Narbonne und Languedoc.

Neckar weine, aus dem Neckarthal in der Gegendvon Weinsbcrg, Stuttgart, Heilbronn, Durlach, Besig-hcim, Lauffen, Stettcn, Rothweil; auch die Weine von denUfern der Flüßchcn Kocher, Vils, Rems und Jaxt rechnetman hierher. Die Reckarweine sind sehr wohlschmeckend,leicht und gesund. Man hat sowohl rothe als weiße Sor-ten. Die Mehrzahl ist blaß-röthlich oder gelb. Die größ-ten Lager von Neckarweinen befinden sich in Stuttgart undHeilbronn; auch Augsburg, Weißenburg, Canstadt und Ulmtreiben Handel damit.

Niersteincr,s. Rheinwein.

Noels, guter Rothwein aus der Gegend von Blois.

Nuits, vorzüglicher Burgunder aus der 4 Meilenweit sich erstreckenden Weingegend von 6ovro^ bis cargoloin.Die Weine von Nuits sind gewöhnlich erst nach 2bis 3 Jah-ren trinkbar. Sie sind sehr substanziös, von eigenthümli-chem Geschmack, hoher Farbe und sehr haltbar.

Odebester, eine der besten Sorten Mvldauerwrin;man hat rothen und weißen.

Oedenburger, s. Ungarwein.

Oesterreich ische Weine. Im österreichischen Staatist der Weinbau von größter Wichtigkeit, mit AusnahmeBöhmens, wo er nur wenig, und Oesterreichs ob der Ens,Schlesiens und Galizicns, wo er fast gar nicht betriebe»wird. Man unterscheidet die deutschen Weine von den ita-lienischen und ungarischen (s. diese). Man hat im allgemei-nen zweierlei Anpflanzungsmethoden: die griechische, mitniedrigen Stöcken, welche jährlich neu beschnitten werden,welche Art in Ungarn, Oesterreich und den übrigen deutschenProvinzen üblich ist, und die römische, mit hohen Reben aufBäumen, welche in Italien und andern südlichen Provinzeneingeführt ist. Es werden überhaupt 3,844,796 n. ö. Jochmit Wein bebaut und das jährliche Gesammterzcugniß desKaiscrstaates (Ungarn und die italienischen Provinzen mit-gerechnet) schätzt man auf 38 bis 40 Millionen Eimer, ineiner Abwechselung von Qualität, wie außer Frankreich keinLand der Erde auszuweisen hat. In Oesterreich unterder Ens gehört der Weinbau zu den wichtigsten Zweigender Landwirthschaft; es ist ihm ein Flächeninhalt von 83,477Joch gewidmet, wovon der jährliche Durchschnittsertragauf mehr als 2 Millionen wiener Eimer geschätzt wird.Man unterscheidet Gebirgs- und Landweine. Jenesind die von den Grbirgsabhängen zwischen Tuln und Ba-den, am Bisamberg, bei Stein und Krems. Die berühm-testen Sorten davon liefern Grinzing, Wcidling, Gum-poldskirchcn, Brunn am Gebirge, Nußdorf (Nußbergergenannt), Klosterncuburg, Mauer, Bisamberg, und derdunkle und milde Rothwein von Vöslau. Die besseren derLandweine sind die bei Stinkenbrunn, Malbcrg, Haugsdorf,Jetzelsdorf, Alberndorf, Unter-Markersdorf, Netz, Retz-bach rc. Die Gebirgsweinc haben einen geringeren Zucker-und Alkoholgehalt, als die Weine der südlicheren Länder,dagegen mehr Weinstcinsäure. Im ersten Jahr sind sie herbund sauer, werden erst später milder und mit dem 7. und 8.Jahr sehr gut, lassen sich 100 und mehr Jahre aufbewahren.Die Landweine sind milder, früher trinkbar, erreichen aberkein so hohes Alter, wie die Gebirgsweinc, und werden ge-wöhnlich im 4. und 3. Jahr verbraucht. Die in den niede-ren Donaugegenden gewonnenen Weine pflegt man Donau-Weine zu nennen. — Das Erzeugniß von Oesterreichob der Ens beträgt jährlich nur etwa 683 Eimer. Ambekanntesten ist dort der saure W. vom Aschauer Winkel. —In Steiermark wird der Weinbau hauptsächlich in densüdlichen Gegenden getrieben. Die besten dortigen, feurigenund süßen Weine sind die von Luttenberg, Jerusalem undTettenhängst; dann der sehr beliebte Radkersburger, dannder Kirschbacher und Marburger, südöstlich von Grätz derSausaler. Am gesuchtesten sind der Pickerer, Lembacher,Radibeller, Frauenheimer, Rittersbergcr und der edelstealleit steierischen Weine, der Brandner. (Zu Grätz bestehteine Central-Rebschulc). Das jährliche Erträgniß wirdauf 244,188 Eimer gute und 347,986 Eimer geringe Weinegeschätzt. Der erst seit einigen Jahren bekannt gewordenesogenannte Pickerer Champagner ist bereits sehr beliebt undwird stark verführt. Im allgemeinen ist der steiersche Weinleicht, feurig und angenehm, aber nicht sehr haltbar. —In Tyrol gehört der Wein zu den wichtigsten Landespro-dukten; der Weinbau findet im ganzen südlichen Theil des.Landes, von der Gegend zwischen Briren und Botzen anfan-