Wein
765
Wein
gend, statt; er nimmt einen Flächenraum von 17,280 Jochin Anspruch, welche jährlich ohngefähr 406,700 Phren (8Phren — 11 wiener Eimer) Wein liefern, wovon etwa ^rother und >/- weißer. Der beste tyroler Wein wächst beiSt. Joseph am Kaltern-See; in der Gegend von Meran istder Hochhütter und Küchelberger, in der Gegend von Botzender Leitacher geschätzt. Der beste ist als Leitenwein bekannt.— In Krain ist der Weinbau bedeutend, und nimmt einenFlächenraum von 19,310 Joch in Anspruch, worauf mancheweiße und rothe Weine wachsen, welche sich durch viel Geistauszeichnen. Die Weine aus Unterkrain werden sehr ge-schätzt, vorzüglich aus der Gegend von Neustadt!, vomGertschbcrge bei Altenburg, vom Milzberge bei Klingenfels,vom Stadtberge bei Weinhof, vom Weinberge bei Land-straß, von den Bergen bei Tschernembl rc. Mehrere davonsind unter dem Namen der Mark- oder Marchweine be-kannt, und werden gewöhnlich schon mit dem ersten oderhöchstens mit dem zweiten Jahr trinkbar. In Jnnerkrainwachsen die besten Weine im Wippacherboden bei St.-Veit,Leitenburg, Roserik rc. In Kärnthen gedeiht der Weinwegen des früh einfallenden Herbstes nicht gut. — Im Kü-stenland? ist der Wein ein Gegenstand von großer Wich-tigkeit in der Menge des Ertrages, nicht in dessen Güte.Das Weinland umfaßt an 163,770 Joch und es werdenjährlich an 841,700 Eimer Rothwein, 218,030 Eimer wei-ßer Wein gewonnen. In ganz Jstrien und auf den In-seln sind die beredten Aecker sehr häufig. Man zieht meistrothe Sorten, die aber wenig haltbar sind. Im triesterGebiet ist der Prosccco Vortheilhaft bekannt. Die istrischenWeine sind meist sehr dunkelfarbig, süß und ziemlich geistig.Die besten sind der Ribolla aus der Gegend von Jsola undMuggia, der Muskat von Rovigno, die Weine von Ga-brovizza (rino 3i l!6), Cccnical, Bcrschetz, Eastua, Mit-terburg, der Zebedin, ein weißer, fast farbloser, klarerWein, der Piccolit, Refosco, Proffeker, der Rosenwein vonleichtrothcr Farbe und einem eigenthümlichen Rosengeschmack.Allgemein werden die Trauben hier blos ausgetreten undnicht gepreßt, wodurch der Most zwar süßer wird, aber eineMenge desselben verloren geht, der in den Treffern bleibt.Die Inseln liefern jährlich 38,160 Barillen Wein (das Ba-rillo zu >/>, Eimer gerechnet), wovon Cherso und Offero28,240, Beglia 9,920 B. liefern. — In der Lombardei,wo der Weinbau sehr wichtig ist, werden demselben 340,000N. ö. Joch gewidmet, und jährlich 2 bis 2>/2 Mill. EimerWein gewonnen, der größte Theil des erzeugten W. ist aberwenig haltbar. Am stärksten wird der Weinbau im Ostendes Comersees und der Adda betrieben, am vollkommenstenbei Bellano. Die meisten Sorten sind roth. Die bestenWeine sind die von Cavallosca (bei Eomo) und von Sasella>m Veltlin; letzterer würde einer der besten in Europa sein,wenn die Bewohner des Beltlins eine bessere Bchandlungs-weise verstünden. Unter den gemeinen lombardiscben Wei-nen sind die von Verbano, Brianza, Wärest, vorzüglich aberdie von Monterobio, Montevechio und Lesa berühmt. Inder neuesten Zeit hat man im Veltlin auch angefangen, eineArt von Ausbruchweinen zu bereiten, welche sich sehr gutzu Destrlweinen eignen. — Im Venetianischen ist derWeinbau ebenfalls wichtig, besonders im Gebiet von Vicenzaund in den Provinzen Padua, Verona und Udine. Es
werden 1,226,826 n. ö. Joch bebaut, aber nur ohngefähr2 bis 2>/z Mill. Eimer Wein gewonnen. Zu den beliebte-sten Sorten gehört noch der V'ino sanio aus dem Veronesi-schen; im allgemeinen sind jedoch die venetianischen Weine,wegen Mangel an verständiger Behandlung der Reben undwegen des bestehenden fehlerhaften Verpachtungssystems,größtentheils mindert gut, ja herbe und eben so wenig halt-bar, als die gemeinen lombardischcn Weine. — In Böh-men (s. vorher Böhmen) ist der Weinbau auf die wär-mere Elbgegend bei Melnik und Außig beschränkt. Dasjährliche Erzeugniß wird von 4470 Joch auf 18,110 Eimerrothen und 31,330 Eimer weißen Wein berechnet. — InMähren wird der Weinbau nur im brünner, znaymer undhradidscher Kreist betrieben; den jährlichen Ertrag nimmtman zu 440,000 Eimer an. Am meisten blüht der Wein-bauer! der österreichischen Grenze in den Gegenden an derThaya und an der untern March. Die bekannten und bes-sern Sorten wachsen bei Bisenz, Polleschowitz, Polau,Buchlowitz, Domanin, Archlebau, Knadlersdorf, Pausram,Popitz, Zuckcrhandl bei Znaym rc. Manche darunter, z. B.der vom Polauer-Bergc bei Nikolsburg, sollen dem ofenerWein an Güte nahe kommen. — Galizien ist ohne Wein-bau, nur in der Bukowina wächst eine unbedeutende Quan-tität Wein, der aber von geringer Güte ist. — Ueber Un-garns Weinbau s. Ungar wein. — In Siebenbür-gen ist der Wein ein Hauptprodukt des Landes, sowohl inHinsicht auf Menge, als Güte; manche Sorten kommensogar dem ediern Ungarweine gleich, vorzüglich in der Ge-gend um Küküllovar, Karlsburg, Birthelm, Mühlenbach,Bistritz rc.; hier und da bereitet man auch Ausbruch. —In der Militärgrenze ist die Pflege des Weinstocksziemlich ausgebreitet, zumal am Abhänge der Fouske Gora,wo der vortreffliche rothe geistige carlowitzcr Wein wächst.In der waresdiner und banatischen Grenze werden guteWeine gebaut; in den übrigen Gegenden ist der W<, ein-zelneAusnahmen abgerechnet, nur gering. Jm Banat hat derWeißkirchner und Lugoscher den Vorzug. — In Dalma-tien ist der W. ein Hauptgcgenstand der Landwirkhschaftund es giebt dort vortreffliche Weine, die jedoch selten inFässer kommen, sondern in ledernen Schläuchen aufbewahrtwerden. Der größte Theil ist rother, der kleine Theil wei-ßer Wein, der jedoch gewöhnlich von bräunlicher, dem CiproähnlicherFarbc ist. Die ordinären Weine halten sich selten überein Jahr, daher sie auch niedrig im Preise stehen. Die vor-züglichsten Weingattungen, die ihrer Süße und ihres Feuerswegen liguori genannt werden, sind der Malvasia von Ra-gusa und Ragusa-Vecchia, der l'rusocco oder Muscat(illoscoio) von Almissa, INar/ammo von Spalato, der Ma-raschino von Sebcnico, der Vugava von der InselBrazza und der Marzcmin von Tcodo, der Vino äulcovon der Insel Pago. Der Maraschino wird aus abgebeer-ten gleichnamigen Weintrauben mit den mostreicheren De-bich-Trauben vermischt, in Säcken ausgepreßt. Der Ra-gusa ist zweierlei, bitterer und süßer. Der erstere istder eigentliche Malvasia, der sich von dem anderen durchlichtere Farbe, das angenehme bitterliche Bouquet undden eigenthümlichen Wohlgeruch auszeichnet und ein vor-züglicher Magenwein ist. Trotz des ungeheuren Reich-thums des österreichischen Kaiserstaates an Wein, wer-