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Zweiter Band. H - Z.
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Wein

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Wein

den doch noch viel fremde Weine, besonders Champagnereingeführt.

Ofener, s. Ungarwein.

Orleans, geringer aber angenehmer französ. Wein,der meist über Nantes ausgeführt wird. Der rothe wirddem weißen vorgezogen.

Palmsect, süß und angenehm schmeckender hellgelberW. von der kanarischen Insel Palma.

Pedro Timen es, vorzüglicher weißer, süßer spani-scher Wein aus der Provinz Granada.

Peralto, spanischer Wein von dem gleichnam. inNavarra gelegenen Orte; erwirb über Pampeluna ausge-führt. Er ist geistig, sehr stark, süß und wohlschmeckend.

P sä l z e r- oder H a a r d t w e i n e, im baierischcn Rhein-kreise, Pfalz genannt, sind weiß und roth. Weiße sind:der Dcidesheimer, Förster; Ruppersbergcr, Wachenheimer,Dürkheimer, Mußbacher, Gimmeldinger, Hambacher undEdenkober; rothe: der Königsbacher, Ungsteiner, Gimmel-dinger, Wachenheimer.

Perit Bourgogne ist im Handel die Benennungfür die geringern Burgunderweine.

Piccardan, likörartiger, weißer, süßer Wein vonMarseillan und Pomerols bei Montpellier. Man ver-wendet ihn vorzüglich zur Verbesserung geringerer weißerWeine.

Pontac, ein sehr dunkler Rothwein von pikantemGeschmack, angenehmem Feuer und violenartigem Geruch.Er stammt von dem gleichnam. Ort im Depart. der Rieder-Pyrenäen. Er verbessert sich bis ins 4. und 6. Jahr.

Portugiesische Weine; in Portugal gehört derWein, da dort die Kultur desselben durch Klima und Bodenso sehr begünstigt ist, zu den wichtigsten Erzeugnissen. Derbeste Wein wächst an den Ufern des obern Duero, in denProvinzen Beira und Traz-os-Montes, von St.-Joannode Pesqueira an, bis dahin, wo der Fluß Texeira in denDuero fällt. Die Versendung ins Ausland geschieht überPorto oder Oporto, weshalb der Name Portweinallgemein eingeführt ist. Der Portwein ist von dunkel-rother Farbe und fast so undurchsichtig wie Dinte. Er be-sitzt viel Körper und ist herbe, auch hat er einen bittersüßen,branntweinartigen Nachgeschmack. Sein branntweinartigerGeruch verliert sich gewöhnlich erst, wenn er 10 bis tSJahrelang auf Flaschen gelegen hat; dann kommt auch das eigen-thümliche Aroma 'des Weines zum Vorschein. Liegt derPortwein aber zu lange, so verliert er einen Theil seinerVorzüge und wird auch ganz hell. So lange der Portweinauf dem Fasse lagert, um sich zu verbessern, setzt er einedunkelrothe Kruste an, in der sich seine dicke» rothen Theileverkörpern. Bei manchen Weinen geschieht diese Absonde-rung früher, bei andern später. Ganz reiner Portweinwird sehr selten verschifft; in der Regel seht man ihm einegewisse Quantität Branntwein zu. Zuweilen soll er selbst23 Proc. Spiritus enthalten. — Die Güte des von Oportoaus verschifften Portweins hat durch die Handelsprivilegien,welche die sogenannte Oporto-Wein -Compagnie ge-noß, außerordentlich gelitten. Diese Gesellschaft entstandim Jahr 1786 unter der Verwaltung des Marquis Pom-

bal. Durch den ihr ertheilten Freibrief wurde ihr ein ge- §

wiffer Distrikt am Duero angewiesen, aus dem allein der L

zur Ausfuhr zugelassene Portwein entspringen sollte und 8

über alle in diesem Bezirke gewonnene Weine sollte diese h

Gesellschaft allein nach Willkür verfügen können; auch hing v

es ganz von ihr ab, den Preis zu bestimmen, welchen sie ä

den Weinbauern bewilligte, so wie die Bereitungsart oder g

Mischung, und endlich konnte sie bei der Ausfuhr auch be- l

liebige Preise von den Fremden fordern. Es ist sehr natür- v

lieh, daß eine mit solcher Gewalt ausgerüstete Gesellschaft I

Gelegenheit zu einer Menge von Mißbräuchen hatte, die sie 2

denn auch meistens benutzte. Im 1.1833 wurde diese Opor- 4

toweincompagnie durch die Regentschaft aufgelöst. Die ^

einzigen Länder, nach welchen Portwein in bedeutender n

Menge gebracht wird, sind England und Brasilien. Eng- b

land bezog in der letzten Zeit jährlich 17 bis 20,000 Pipen. 4

Rechnet man Brasiliens Bedarf ab, so beträgt die Wein- §

ausfuhr Portugals nach andern Ländern im Ganzen nur h

etwa 1800 Pipen. d

Portwein, s. portugiesische Weine.

Provencer- oder Provenzalischer W., aus derProvence, welche starke und feurige rothe und weiße Weineliefert; ausgeführt werden sie hauptsächlich über Marseille,Toulon, Antikes, Air und Avignon. Die besten Sortensind folgende: 1) der Cassis, von dem gleichnamigen Ortbei Marseille, meistens roth, geistig, von himbeerähnlichemGeschmack; 2) Bandst, hochroth, schwer, weniger geistig;3) Vill eg>'ug,>ö, Rothwein, von abgebeerten Trauben bereitetund deshalb ohne herben Geschmack; 4)Vm6ecüte, hoch-roth, stark, nach Amerika und Ostindien gehend; 8) Mar-seille,:, schön roth, geistig, wohlschmeckend, verbessert sichbis zum 6. und 7. Jahr, dann geht er aber in der Qualität

wieder zurück; 6) Aubagner, Gemenois, Roque-vaire u. a. Weine aus der Gegend von Marseille, geistig hund haltbar, aber geringer als der Marseiller; 7) Gekoch - 5

ter Wein (Vin cun) wird aus eingekochtem Most zu Cassis, ;

Aubagne, Roquevaire rc. gemacht. Er ist süß, etwas streng, zwird im Alter dem Cyperwein ähnlich, und wird stark nach zSchweden, Holland und Stettin versandt, wo man ihn zum xVersetzen des Malaga und anderer Weine gebraucht. (

Rhein weiche; diese behaupten nicht nur unter allendeutschen, sondern auch unter den ausländischen Weineneine vorzügliche Stelle. Sie sind meistens weiß, kräftig,schmackhaft und gesund, ausgegohren und ziemlich viel

Säure enthaltend, dabei dünn, leicht und nicht so feurig f

und süß, als die spanischen, portugiesischen und italienischen d

Weine. Sie gehen schneller durch die Blase und den Kör- ?

per überhaupt und belästigen deshalb den Kopf nicht. ^

Durchs Alter verbessern sie sich immer mehr, lassen sich, ohne ö

zu verderben, vom Fasse abzapfen. Obgleich an beiden ^

Ufern des Rheins, vom Bodensce an bis nach Bonn, Wein- L

berge sich an Weinberge reihen, so giebt man den NamenRheinwein doch vorzugsweise den im sogenannten Rhei ri-tz au, zwischen Mainz und Bacharach erzeugten Sorten,und hier gedeihen auch die edelsten Gewächse. Als die'be-rühmtesten Weinorte des rechten Rheinufers nennen wirAsmannshausen, Rüdesheim, Geisenheim, Johannisberg,Markobrunn, Steinberg und Hochheim; auf dem linken