Wismar
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Wolle
Mississippi geschieden, von dessen Zuflüssen es bewässertwird.
Wismar, Hauptstadt der gleichnam. Herrschaft inMecklenburg-Schwerin, N. von Schwerin, andemWallsisch-Meerbusen, mit einem der besten Ostsee-Häfen, an der Mün-dung des Abflusses aus dem Schweriner-See, mit 12,000 E.Tabakfabriken, Schifffahrt, Handel, Schiffbau, Fischerei.
Wismuth, stanz, liismutk, dlareasila, Ltain äe glace;engl. Dllglass; ital. Lismuto, ist ein Metall von weißer,in's Röthliche spielender Farbe; glänzend, spröde, hat einenblätterigen Bruch und ein spec. Gew. — 9,83. In sehrstarker Hitze verwandelt es sich in Dampf, und läßt sich subli-msten. DaS W. wurde erst 1840 von dem MineralogenG. Agricola als ein eigenes Metall vom Blei unterschie-den, aber erst 1783 von Pott und Geoffroy näher er-mittelt. Es kommt im allgemeinen nicht häufig vor; manfindet es gediegen, ferner auch orydirt, als Wismuthocker,mit Schwefel verbunden als Wismuth glänz, mit Schwe-fel und Kupfer als Kupferwismutherz, und mitSchwefel, Kupfer und Blei als Nadelerz. Man gewinntes auf Gängen im Ur- und Flötzgebirge im sächsischen Erz-gebirge (bei Schneeberg, Johann-Georgenstadt), in Böhmen,Baden, Würtemberg, Hessen, Schweden, Norwegen, Eng-land und Frankreich. Gebrauch: zu leicht schmelzbaren Le-girungen (z. B. Schnellloth der Klempner), und zu weißenFarben (Wismuthweiß, Schminke).
Wisse, holländisches Brennholzmaaß, an Inhalt demstanz. Stere gleich.
Witte, Witt, Drciling. 1) Rechnungs- undKupferscheidemünze in einigen Gegenden Norddeutfchlands;— 2) Witte oder Stüber wird in Schweden der sil-berne Der genannt.
Wittenberg, Festung im preußischen HerzogthumSachsen, Regierungsbezirk Merseburg, an der Elbe, unteröl» 529 n. Br. und 10" 18^ ö. L., mit 8000 Einw. Unterden hiesigen Gewerben ist die Tuchfabrikation von vor-züglicher Bedeutung; nächstdem fabricirt man Leder, Lein-wand rc.
Wloka, die polnische Hufe, ein Feldmaaß.
Wog, Handelsgewicht in Dänemark und Norwegen.
Wolfsfelle, sind ein Artikel im Rauchwaarenhandel.
Wolgast, Stadt in Preußen, Regierungsbez. Stral-sund, Kreis Greifswald, an der Peene, die hier einen Hafenbildet, mit 1800 Einw., Hauptzollamt, Tabak- und Seifen-fabriken, Handel, Schiffbau, Schiffbau - und Rhederei-Ac-tien-Vcrein, Rhcderei (s> S tralsund).
Wolle, stanz, lloino; engl. lVvvI; ital. llana, nenntman im allgemeinen fast alle gekräuselte Thierhaare, vor-zugsweise aber die des Schafes, welche einen höchst wichtigenHandelsartikel bilden. Die Schafwolle besteht aus ein-zelnen Fasern (Haaren), welche aus dachziegelförmig über-einander liegenden, gezähnten Ringen zusammengesetzt sind(Bergl. die Abbildung der einzelnen Wollfasern in Ure'sFabrikwesen, deutsch, bei O. Wigand in Leipzig). Steckteman eine Anzahl von Fingerhüten mit unebenen Rändernineinander, so würde ein Cylinder entstehen, der im Aus-
sehen so ziemlich dem Faden spanischer Merinowolle gliche,an welchem diese Bildung am besten entwickelt ist. An derfeinsten sächsischen Wolle ist die Gliederung auch deutlich.Man gewinnt die Wolle von Schafen gewöhnlich ein- oderzweimal im Jahr, nämlich in Deutschland Ende Mai oderAnfangs Juni und im Herbst. Sie wird mit einer eigenenScheere vom Thier geschnitten (geschoren). Die Ver-richtung selbst heißt Schafschur, die Zeit Schurzeit.Diejenige Wolle, welche man das ganze Jahr auf den Thie-ren läßt, und nur einmal abscheert, heißt einschürige oderschlechtweg Einschur. Bei der, der Haut am nächsten lie-genden Wolle bleibt, auch nachdem sie schon abgeschoren ist,der größere Theil pelzartig zusammenhängend, und wirdFließ oder Fließwolle genannt. Werden die Schafejährlich zweimal geschoren, so heißt die dabei erhaltene Wollezweischürige oder Iweischur. Die im Frühjahr ab-geschorene Wolle wird, da sie den Winter über aus demThier gewachsen ist, Winterwolle, dagegen die im Herbst(September) geschorene, Sommerwolle genannt. Dievon den jungen Schafen (Lämmern) stammende Wolle heißtLammwollc. Die Wolle von gestorbenen oder geschlach-teten Schafen wird Abgebrachte, Fellwolle, Rauf-oder Gcrberwolle genannt. Letztere Benennung rührtdaher, weil die Gerber viel solcher Wolle zum Verkauf brin-gen. In Bezug auf die verschiedenen Schafracen unterschei-det man hauptsächlich 1) Merinowolle; 2) veredelteWolle; 3) unveredelte Wolle. Die Merinoschafeder deutschen Aüchtereien stammen aus Spanien, und des-halb pflegt man ihre Wolle auch wohl fälschlicherweise spa-re i sch e W o l le zu nennen. Sie wurden zuerst in Sachseneingeführt 1768, mit 800 Stück, und später wieder mit 300Stück, und verbreiteten sich von hier aus über Deutschlandund Rußland. Jetzt ist die sächsische Merino-Race eine be-sondere, sehr feinwollige Art, die man überall unterscheidet.Es scheint, daß zwei Schafracen von Spanien eingeführtworden sind, wovon die eine eine sehr zarte, feine, weiche,ein öliges Fett ausschwitzende Wolle, die andere aber ge-wöhnlich eine minder feine, derbe, kernige Wolle, mit pech-artigem, klebrigem, sich leicht verdickendem Fett trägt. DieSchafe der erstern nannte man sonst Escurials, die derzweiten Race Negrettis; auf dem im Jahr 1823 in Leip-zig ftattgefundenen Wollconvent kamen aber die dort ver-sammelten Schäfereibesitzer, Wollhändler und Fabrikantenüberein, anstatt der Benennung Escurial den NamenElektoral, und statt Negretti den Namen Infantadozu gebrauchen; doch ist letztere Benennung nicht allgemeingeworden. — Die veredelten Schafe sind entstanden durchBegattung von Merino-Böcken mit gewöhnlichen Land-schafen. Die Wolle der hierdurch erzeugten Thiere fällt zu-erst an einzelnen Theilen derselbe» feiner als die der Mütter,aber doch noch wesentlich stärker als die der Vater aus; beifortgesetzter Veredlung, und wenn zu den Nachkommen nurimmer wieder Merinoböcke zugelassen werden, so dehnt sichdie Verfeinerung des Wollhaars allmälig über den ganzenKörper des Thieres aus, bis endlich die Beschaffenheit derveredelten Wolle der Merinowolle gleichkommt. — Die vonLandschafen, durch Begattung mit Merinoböcken durch meh-rere Generationen veredelten Schafe werden von den Schaf-züchtern Metisschafe, Mestizen oder Mischlinge,