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Wollenzeuge — 781 — Würtemberg
brikation sind in Preußen auch Spremberg, Cottbus, Grün-berg, Schwiebus, Guben; in Sachsen Bischosswerda, Oschatz,Großenhain, Werdau, Oedcran, Kirchberg rc. In denösterreichischen Staaten ist namentlich in Böhmen undMähren die Tuchweberei ein Hauptzweig der Industrie.
Wollenzeuge, sind Kasimir (Halbtuch und geköpert),Kersey (Halbtuch, geköpert und stark gewalkter Flanell),Londrines (nicht sehr gewalkte und leicht gewebte Tücher),Bukskins, Cords (gcribbt, entweder ganz aus Wolle, oderjetzt gewöhnlicher aus Wolle und Baumwolle, Damentuch(Drap äe Domes), Calmuck (starkgarniges und langhaariges,geköpert oder ungeköpert), Camelot, Castortuch, Circassia(geköpert), Thibet, Coating (Halbcalmuck), Halbtuch (feinund leicht gewalkt), Düffel oder Tüffel (ordinärer Calmuck),Etamine (leichtes Wollzeug, dessen Einschlag zuweilen ausSeide oder Wolle besteht, gewalkt, geschoren, geglänzt, ge-mustert), Flanell (leicht und wenig oder gar nicht gewalkt,einfach oder geköpert), Molton oder Multum (langhaarigund leicht gewalkt, einfach oder geköpert), Musselin de laine(aus feinem Kammgarn, einfach und leicht gewebt, einfar-big oder buntgedruckt), Rasch, Serge rc. Der Arten derWollzeuge giebt es sehr viele, und die Mode erzeugtimmer neue.
Worms , Stadt in Hessen-Darmstadt, unweit demRhein, in der Provinz Rheinhessen (ehemals freie Reichs-stadt), mit 9000 Einwohnern, welche ansehnlichen Wein-bau treiben (Liebfrauenmilch) und mehrere Fabriken in Ta-bak, Leder, Cichorien, Siegellack rc. unterhalten. DerHandel und die Schifffahrt auf dem Rhein sind von Bedeu-tung; namentlich wird viel Wein ausgeführt.
Wrack, cngl. IVrock, heißt ein Schiff, wenn es durchSchiffbruch oder andere Unglücksfälle in so schlechte Beschaf-fenheit gesetzt wird, daß es durch eine gewöhnliche Repara-tur nicht zur Fortsetzung der Reise tauglich gemacht wer-den kann. — Wrackgut bedeutet: geborgenes Gut, wozusich bis dahin noch kein Eigenthümer gemeldet hat. —W r a ck bedeutet im Waarenhandel auch so viel als Aus-schuß, namentlich bei Heringen.
Wurf, s. Spießlei».
Würfelmaaß , Kub ikmaaß, s. unter K !I b i k.
Würtemberg, ist ein Königreich im südwestlichenDeutschland, zwischen Baiern RO., O. und SO., BadenSW., W. und NW., stößt im S. an den Bodensee zwi-schen Baden und Baiern, und umschließt im S. mit BadenHohenzollern; 334,14 oder 367,69 QM. mit (1844:)1,743,827 Einw. Das Land ist gebirgig, aber mit frucht-baren und gut angebauten, an Wein, Obst, Flachs, Hanf,Getreide reichen Thälern und Bergabhängen. An der Grenzegegen Baden steht der Schwarzwald, und im S. als Fort-setzung des Jura die rauhe Alp. Hauptfluß ist der Neckar.Andere Produkte sind besonders Dinkel oder Spelz, Hafer,Gerste, Mais und Hirse, weniger Weizen und Roggen, fer-ner Rübsamen, Raps, Mohn und Mohnöl, Cider, Holz,vorzügliches Rindvieh, viel Ziegen, Pferde, Schafe, Salz,aus der Gewerbsindustrie Leinwand (Laichingen, Münsin-gen, Uracd, Ulm, Biberach, Blaubeuren, Göppingen -c.),Damast (Münsingen), Tuch, Wollzeuge, Teppiche, Baum-wollzeuge, Woll- und Baumwollgarn, Muffelinstickerei,
Türkischrothgarn (Cannstatt, Calw rc.), viel Leder (Reut-lingen, Calw, Nagold, Reuenburg,Künzelsau, Biberach rc.)Saffian, lackirtes Leder (Heßlach, Stuttgart, Berg, Calw,Reutlingen rc.) Papier (Heilbronn, Reutlingen, Heiden-heim, Göppingen, Ravensburg, Cannstatt, Pfullingen rc.),Tabak (Cannstatt, Hcilbronn, Ludwigsburg, Ulm rc.),ulmer Pfeifenköpfe, Bijouteriewaaren (Schwäbisch-Gmünd,Ludwigsburg, Stuttgart rc.), Maschinen (Eßlingen), che-mische Produkte und Farben (Stuttgart, Heilbronn, Abk-lingen, Freudestadt, Oedendorf rc. Die Haupthandelsortesind Heilbronn, Cannstatt, Stuttgart, Ulm, Calw, Reut-lingen, Urach, Hall, Ravensburg, Tuttlingen, Friedrichs-hafen (am Bodensee) rc. Der Verkehr wird sowohl durchdie Neckar-, Donau- und Bodensee-Schifffahrt, so wie durchdie Eisenbahn (s. Stuttgart und durch vorzügliche Kunst-straßen befördert. Die Hauptstadt ist Stuttgart.
Münzen und Rechnung.
Man rechnete im ganzen Königreich bis 1838 nachGulden zu 60 Kreuzern s 6 Heller im 24-Guldenfuß,so daß, da 24 Gulden — 1 köln. Mark fein Silber, derWerth eines Guldens 17 Sgr. 6 Pf. preußisch Curant —13 Gr. 4 Pf. Conv.-Münze war. Da aber der eigent-liche Aahlwerth durch die Annahme des Krone nthalers(s. dies. Art.) zu 2 Gulden 42 Kreuzer bestimmt wird, sobildete derselbe einen 24^ -bis 23-Guldenfuß.
Das Verhältniß der sämmtlichen frühern undbisherigen würtembergischen Rechnungs-Münzen istfolgendes: 1 Thaler (Reichsthaler) — 17/2 Gulden —2>/,o Pfund — 22>/» Batzen — 30 Kaisergroschen —42 Schillinge — 90 Kreuzer — 232 Pfennige — 360Heller.
Seit 1838 rechnet man in Würtemberg, so wie inBaden, Baiern rc. gemäß der Münz - Conventionvom 23. August 1837, nach Gulden zu 60 Kreuzern i> 6Heller (Pfennige) im 24>/2-Guldenfuß. Der Wertheines solchen neuen Guldens ist (wenn man diesemMünzfuß ganz treu bleibt) V? Thaler oder 17 Sgr. 1°/? Pf.preuß. Cur. ---13 Gr. — Pf. Conventions-Münze —48 Kreuzer 3"/,,Pf. im Conv.-20-Guldenfuß — 88 Kreuzer3 V 40 Pf- 00 bisherigen 24-Guldenfuß. Auch in diesemMünzfuß sollen die Kronenthaler in ihrem bisheri-gen Curse von 2 Gulden 42 Kreuzer aufrecht erhaltenwerden.
Wirklich geprägte Landesmünzen.
I. Frühere, bis 1837.
InG 0 ld: Ducaten, nach dem Reichsfuß, 8 Gulden(mehr oder weniger) im 24-Guldenfuß gelrend;gesetzmäßig 67 Stück auf die köln. rauhe Mark,im Gewicht pr. Stück 3,489 Gramm — 72,62holl. As., im Feingehalt 23 Karat 8 Grän. —Carolinen zu 11 und halbe dergleichenzu 3'/2 Gulden (m. od. w.) im 24-Guldenfuß;nach preuß. Probe 24 Stück auf die köln. rauheMark, im Gewicht 9,339 Gramm pr. Stück, —198,93 holl. As, im Feingehalt 18 Karat 6 Grän.— Seit 1824: Zehn- und Fünf-Gulden-Stücke.