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und falschen Beobachtungen ruht, und zu nichts als falschenund abenteuerlichen Schlüssen führt. Sie wissen eine Sacheaus der Erfahrung; denn ihre Mutter hat eS versichert, unddie Pfuchahne hat es gesehen. Diese Sache ist einmal wieder-fahren, folglich wird sie immer wiederfahren; dieses ist nachjenen geschehen, folglich ist jenes die Ursache von diesem; dasganze Publikum erzählt die Sache so, folglich ist sie wahr.
Sie begünstigen die Charlatanerie. ^Der Ekel des MenschenI vor einer genauen Untersuchung mit dem Hange für alles, waSI ihm schmeichelt, verbunden, und seine daher fließende Bereitwil-! ligkeit, sich verführen zu lassen, sind Schuld, daß er verführtj wird. Ein Arzt wird ein Charlatan, wenn er, anstatt Gelehr-samkeit und Genie zu besitzen, nur frech ist. Die meisten Men-schen haben von der Arzeneykunst verkehrte Begriffe; Mveilen istein Arzt, der durch Redlichkeit und Wissenschaft nicht gefallenkann, gezwungen, seine Begriffe nach der herrschenden Modezu verkehren, und sich aus der Wahrheit mehr ein Spiel alseine ernsthafte Sache zu machen; dieses Spiel ist die Politikdes Arztes. Ohne Politik kommt selbst das Verdienst sehrselten zum Zwecke, weil man viel lieber dem falschen VerdienstGnade erzeigt, als dem wahren Gerechtigkeit.
Ein Charlatan ist ein Betrüger, der von der Thorheit derBetrogenen lebt. Man sieht feine und grobe CharlatanS;jene gewinnen die thörichte Halste unserer Natur mit Verstand,diese betrügen durch die pöbelhaftesten Kunstgriffe und die schand-barsten Laster. Die Menge der Narren zeugt die Menge derBetrüger. Je mehr ein Charlatan zum Lügen und zur Ver-stellung geschickt ist, desto gewisser ist er, die Welt zu bethören.Von der Menge seiner Versprechungen wird vielleicht doch einewahr, weil er so viel lügt, daß er zuweilen doch die Wahrheittreffen muß. Ist er glücklich, so erhebt man ihn über alleAerzte in der Welt; ist er unglücklich, so darf sich der Krankenicht beklagen, auö Furcht, er werde lächerlich. Unter allenMenschen kann ein grober Charlatan allein dem Pöbel daS Neuebeliebt machen; denn das Neue ist dem Pöbel nur gefällig,wenn eS von den Wegen der Natur und der Wahrheit abgeht,:
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