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die Einbildung bezaubert, und die gesunde Vernunft verwirrt.sEin Arzt, der mit krummen Methoden und wunderbarenMitteln prahlt, ist weit mehr gesucht, als ein Arzt, der die^ebenen Wege der Natur geht. Weit lieber überläßt der Krankesein Leben einem Menschen ohne Wissenschaft, ohne Redlichkeitund ohne Hoffnung, der durch die Dreistigkeit seiner Ver-sprechungen, die Verborgenheit seiner Mittel, und die Einfaltdes Patienten sein Glück zu machen sucht. Ein neu angelang-ter Charlatan bringt eine ganze Stadt in Bewegung, wennseine Versprechungen recht abgeschmackt sind. Man hebt die Fen-ster aus, man deckt die Dächer ab, den grünen Esel zu sehen.
Grobe Charlatans bedienen sich auf einmal aller crsinnlichenHandgriffe der Unverschämtheit, wenn sie, zu dem geringsten Ge-fühl der Redlichkeit verdorben, ihren Beutel für ihren Gott halten.Sie merken ihr tiefes Unvermögen, auf den beschwerlichen Wegender Wahrheit und der Tugend zu gehen, und nehmen darum heim-liche Anschläge und Cabalen, die ein rechtschaffener Arzt verachtet,zu Hülfe. Ueberzeugt, ein gutes Orakel komme nur durch Schel-menstücke empor, treten sie mit den Hefen des Pöbels wider dieje-nigen Aerzte in einen Bund, die noch die einsamen Wege der miß-kannten Wahrheit und der alten Tugend gehen. Sie wählen sichmüßige, schamlose, vielzüngige, aller Arten von Niederträchtigkei-ten fähige, und zu allen sittlichen Tugenden verwahrlosete Kund-schafter, die jeden guten Gedanken, der irgendwo zu Gunsten derwahren Aerzte aufsteigt, plötzlich ersticken. Sie selbst suchen hin-terrücks und öffentlich durch die häßlichsten Vorwürfe, immerdurch falsche Hoffnungen und die Versprechung, schwere oder un-heilbare Krankheiten durch ein kleines Mittel zu heilen, das Herzder Kranken, die sich in die Arme wahrer Aerzte geworfen, widersie zu empören. Sie bedienen sich zu diesen Absichten am meistender Ungeduld des Kranken oder der Umstehenden in langwierigenKrankheiten, oft ihrer Vorurtheile wider Aerzte, die studieren,und überhaupt des Hasses kleiner Geister gegen aufgeklärtereGeister, mit dem unfehlbarsten Glücke. Der ganze Pöbel schreyt,der Kranke sey besser, so bald ihn der Charlatan gesehen hat; er seygeheilt, wenn er in dem Rachen des Todes liegt. So oft ein An-