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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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^ klingen sind in Thessalien und in Thracien gemacht, von wel-

: chen er die Städtchen Larissa, Cranon, Aenus, Oeniades, Phera,

i Elis, Perinthus, Thasus, Adder« und Olinthus nennt. Ga-

; lenus sagt: ein einziges Quartier von Rom halte mehr Ein-

! wohner als die größte Stadt, in welcher Hippokrates gewesen.

Nicht die Menge der Kranken, sondern die Fähigkeit, aus jedemeinzelnen Falle allen möglichen Nutzen zu ziehen, macht alsodie Große des Arztes aus.

Jede Krankheit hat ihre Merkwürdigkeiten. Das Augedes Empirikers fährt geschwinde darüber weg, und sieht nichtmehr als der unwissendste Zuschauer. Auch spricht der Empi-riker von Krankheiten nicht besser als der Krankenwärter,weil ein medicinischer Idiot nicht besser sieht, als jeder andereIdiot. Hingegen werden die gemeinsten Erscheinungen unterden Augen eines großen Geistes merkwürdig, weil ein großerGeist immer etwas sieht, was ein kleinerer nicht fähig ist zusehen; die gemeinsten Erscheinungen sind am wenigsten bekannt,weil man sie für gemein hält. Ein Arzt, der bey jeder gege-benen Krankheit seine ganze Aufmerksamkeit anwendet, findetbey jeder Krankheit etwas, das noch nicht, oder nicht genugbeobachtet ist; er findet immer neue Verwickelungen und neueRegeln, die sie entwickeln.

Jede Krankheit wird nur durch die genaueste Beobachtungbestimmt. Die kleinsten Umstände sind in den meisten Krank-heiten wichtig, weil die genaue Kenntniß des Ganzen aus dergenauen Kenntniß der Theile fließt. AuS der Ferne lerntman die Natur nicht kennen, man muß ihr nahe treten, manmuß ihr durch alle ihre Wendungen folgen, man muß ihr aufdem Fuße nachgehen. Ohne diese Genauigkeit in der Beobach-tung hat kein Arzt von einer Krankheit deutliche Begriffe; erweiß nicht, was zur Sache gehört und nicht gehört; er weißnicht, was beständig, was flüchtig, was zufällig ist; ersiehtden Zusammenhang der Wirkungen mit den Ursachen nicht,und hält jene für diese, diese für jene; er entdeckt die Anzei-gen zur Heilung nicht, weil er die Ursachen mißkennt. Hip-pokrates ging in der Genauigkeit seiner Beobachtungen so weit,