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Drittes Buch.
Von dem Beobachtungsgeiste und dem Ein-flüsse desselben au f die Er fahrung.
Erstes Capitel.
Von dem Beobachtnngsgeiste überhaupt.
2ch nenne Beobachtungsgeist überhaupt, die Fähigkeit, jedenVonvurf so zu sehen, wie er ist. Die Beobachtungskunst istdie Fertigkeit im Beobachten; das Beobachten ist die Erkun-digung um eine Sache, die sich von selbst darbietet; die Beob-achtung ist der Ausschlag dieser Erkundigung.
Die Erscheinungen und ihre Zeichen sind dasjenige, wor-auf der Beobachtungsgeist fleht. Man versteht durch Erschei-nungen die sichtbaren Wirkungen jeder gegebenen Ursache;durch Zeichen die Merkmale, nach welchen man diese Erschei-nungen unterscheidet, und nach ihrem äußerlichen Wesen begreifenlernt. Weil sich nun eine Ursache ohne Wirkung nicht wohldenken läßt, so müssen auch die Erscheinungen überall verbrei-tet, und nach der Verschiedenheit der Ursachen unendlich ver-schieden seyn. Einige stammen aus dem innern Wesen derDinge, und sind sehr wichtig, weil sie unmittelbar zu derKenntniß des Ganzen führen. Andere entspringen mehr ausden Aesten als aus dem Stamme, sie sind die gemeinsten,und werden erst dann wichtig, wenn sie wohl verbunden sind.Endlich gibt es noch andere, die so sehr außerwesentlich sind,daß sie mehrentheils, außer ihrem eigenen Dasey», nichts bewei-sen. Die Fertigkeit im Beobachten ist also nichts anders, alsdie geschwinde Fassung aller übereinstimmenden Merkmale.
Unter dem Beobachten bringt man die besondern Wahr-heiten in einen gewissen Zusammenhang. Wir finden diesenZusammenhang, wenn wir ihre Uebereinstimmung sehen; wirsehen diese Uebereinstimmungen, wenn wir uns von jeder ein-