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thut, sprach er zu seinen Zöglingen, wenn ihr euch v>ier oderfünf Krankheiten einer Classe auf diese Weise nach ihren Zei-chen bekannt gemacht, so werdet ihr auch dieselben sehr leichtin euerm ganzen übrigen Leben erkennen.
Es ist unmöglich, daß sich die Natur widerspreche. DerHaß, der Neid, die Ehrsucht sind bey uns, was sie bey denGriechen gewesen. Unsere Leidenschaften und unsere Thorhei-ten sind bey ihren Moralisten abgemalt, wie unser Seitenstichund unser Tertianfieber bey Hippokrates. Dem ungeachtetsind die Menschen nicht aller Orten gleich.
Rousseau sagt: die Reisebeschreiber lehren uns nicht mehr,als was ein jeder weiß; sie haben an der andern Seite derWelt nur so viel zu bemerken gewußt, als sie zu Hause, ohneaus ihrer Gasse zu kommen, auch gesehen hätten; darum seyenihnen jene wahren Züge, jene achten und scharfsichtigen Augen,die bezeichnendesten Unterschiede der Völker, entwischt. Da-her komme uns der schöne, und von dem philosophirendenHaufen so oft widerholte, Machtspruch: die Menschen seyenallenthalben gleich, und folglich sey eS unnütz, die verschiede-nen Völker zu charakterisiren, weil sie allenthalben einerleyLeidenschaften und einerley Laster haben. Eben so, als wennman sagen wollte: Peter sey von Jakob nicht zu unterscheiden,weil sie beyde Nase, Mund und Augen haben.
Der Mensch ist unter gleichen Umstanden allenthalben gleich,denn seine meisten Krankheiten sind in Ansehung ihres Anfan-ges, Fortganges und AuSganges so beständig als die Pflanzen,die in beständiger Ordnung aus gleichem Samen, in dem glei-chen Erdreich immer gleich blühen, wachsen und vergehen. Inallen Jahrhunderten erweckten in der moralischen und physischenWelt die gleichen Ursachen , bey gleichen Umständen, die gleichenWirkungen; und so entstanden aus der gleichen Verderbnißin dem Körper die gleichen Krankheiten. Die gleichen Ursachenmachen in den entgegengesetztesten Welttheilen die Erschie inni-gen gleich, und nähern das Entfernte; eine andere Lebensartund ein anderes Clima werfen über unsere Krankheiten! einenleicht durchdringlichen Schatten , der die Natur verhehlt, nicht