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darum vorgesetzt, damit jeder scharfsichtige Arzt bey sich selbstzuerst überlege, was deun für ein Uebel in einem solchen Kör-per entstehen könnte, und vor andern erfolgen sollte. Er glaubtauch, seinem weit umhersehenden Geiste gemäß, daß in jederGeschichte von dieser Art die natürliche Beschaffenheit des Kör-pers, die vorhergegangenen Krankheiten, die Lebensart unddie gemachten Kuren gründlich müssen erzählt werden, eheman zu der Geschichte der Krankheit schreitet, an welcher derMensch gestorben ist. Diese Sorgfalt Boerhave's wurdezwar, wie er selbst sagt, von der gesprächigen Unwissenheitoft als überflüssig ausgeschrien. Allein er hat sich auch um un-geschickte Richter niemals bekümmert.
Aehn und einen halben Monat vor seinem Tode spürteHerr von Saint Auban zuerst, daß seine Gesundheit von ihrerVollkommenheit abnahm. Ein sehr heftiger und beständigerSchmerz äußerte sich Anfangs unter dem linken Schulterblattgegen die Tiefe der Brust, und dehnte sich nachher durch dielinke Seite derselben mit gleicher Heftigkeit aus. Da nun die-ser Schmerz täglich zunahm, so litt auch der innere Theil derBrust. Die Heftigkeit deS Schmerzes ward aber noch mehrdurch einen beständigen Husten vermehrt, der den Kranken sei-ner Ruhe nicht nur beraubte, sondern die ihm allzusehr erschütter-ten Seiten unaufhörlich zu zerreißen schien. Die um Rath ge-fragten Aerzte nannten diese Schmerzen ein Gliederreißen, undgriffen sie mit den Arzeneyen an, die in dem Gliederreißensehr dienlich sind. Aber alles war umsonst, weil die Schmer-zen auf diese Arzeneyen nicht nur nicht abnahmen, sondernsich immer vermehrten; und je mehr sie sich vermehrten, destomehr setzten sie sich unter der Hälfte der linken Brust fest,und waren so sehr unbeweglich, daß sie keine Kunst nur bloßwegzurücken, und noch weniger zu lindern vermochte. DieAderlässen, die auserlesensten öffnenden Mittel, die Oeleund der Mohnsaft wurden umsonst versucht. Wenn Herr vonSaint Auban eine Zeit lang, und zwar jede Stunde heftiger,mit diesen Schmerzen gerungen hatte, so verzehrte eine weitschrecklichere und grausamere Pein unter der linken Brustwarze