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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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daß die Gefahr sehr groß sey, wenn die übrigen Zeichen schlimmsind. Folglich bleibt immer wahr, daß wir bey unsern Ur-theilen aus dem Harne zugleich auf alle übrigen Zeichen einerKrankheit sehen müssen, damit wir nicht in die allergrößtenFehler fallen, und daß wir den Harn gar nicht so andächtigbetrachten dürfen, wenn wir eine Krankheit, und alles, wasin derselben vorgeht, aus allen übrigen Zeichen kennen.

Also haben die allgemeinen Zeichen der Krankheiten, ihreAbänderungen und ihr Ausgang, fast alle etwas Zweifel-haftes; der Athem am wenigsten, aber man kann sich dessel-ben in den wenigsten Krankheiten bedienen; der Puls schonmehr, aber er dient in den meisten Krankheiten; der Harn ammeisten, und er dient in den wenigsten.

Achtes Capitel.

Von d»r Beobachtung der Zeichen der Krankheiten, ihrer Abände-rungen und ihres Ausgangs in dem ganzen Umfange desKörpers und in der Seele.

Ä6jr finden die Natur in der Natur, wenn wir mit den.Allgemeinen das besondere, mit der Kraft, in das Ganze zuschauen, die Genauigkeit in der Beobachtung der Theile ver-binden. Das Besondere in den Krankheiten wird durch Zei-chen unterschieden, deren Einfluß auf eine kleinere AnzahlKrankheiten eingeschränkt ist, und die sehr zahlreich sind, weildie besondern Wirkungen der Krankheiten zahlreich sind.

Mein Plan erlaubt mir nicht, die Zeichen, welche ich an-führen werde, in ihrem ganzen Umfang durchzugehen, undnoch weniger werde ich alle durchgehen. Ich leite, so oft eSsich thun läßt, den Jüngling zu dem Bette des Kranken, aberzu allen Kranken kann ich ihn nicht leiten, weil ich sehr schlechtvon seinem Kopfe dächte, wenn ich seinen Kopf aus alle Fällestoßen würde.