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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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199
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verfiel gleich darauf in einen so sehr erquickenden Schlaf, daß er,außer einer kleinen Geschwulst an den Füßen, von Schmerz undKrankheit frey erwachte, nach zwey Tagen spazieren ging, undseine Geschäfte besorgte. Durch die ganze Zeit dieses Anfallshatte er alle Morgen einen häufigen und insgemein stinkendenSchweiß, der sein Hemde färbte, wie Safran. Sein Harnwar purpurroth, aber diese Zeichen verschwanden nach dem kri-tischen Drecken mit der Krankheit. Eben solche, obgleich vielerträglichere Anfälle des Podagra, die allemal durch das gleicheaber das letzte Mal nur sehr wenig Materie abführende Brechen' endeten, hatte dieser Engländer zwey Jahre hintereinander,

! und jedesmal ward er plötzlich gesund. Nachher als er nochmehrere Anfälle gehabt, die nach der gewohnten Weise auf-hörten, stieß die Natur nicht nur einen kalkigen Stoff andem Fuße aus, sondern man nahm auch durch die Kunst solcheSteinchen aus der Fußsohle bey dem Gelenke der großen Zehe,viele Monate hintereinander weg. Nach einiger Zeit hatte erein Fieber, nach diesem sein Podagra und vergebliche Reizun-gen zum Erbrechen. Endlich fühlte man unter dem Gelenkeder großen Zehe eine schwankende Geschwulst, nach deren durcheinen Schnitt bewirkten Eröffnung ein flüssiger kalkiger Stoffund den andern Tag nach gemachter Erweiterung der Wunde,ein halbes Pfund eines wässerigen, blutigen, mit Steinen an-gefüllten, Stoffes herausging. Von dieser Zeit an genoß er einevollkommene und ununterbrochene Gesundheit.

Das Brechen ist aber auch in vielen Krankheiten theils ansich selbst ein schlimmes Zeichen, theils durch die Natur der ^weggekrochenen Materie. Es ist höchst schädlich, wenn dievorhergegangene Reizung aus einer Entzündung im Gehirn, imHalse, auf der Brust, oder im Unterleibe, oder auch von kram-pfigen Umständen entsteht. In dem Seitenstich und in der Pe-ripneumonie habe ich allemal das Brechen höchst gefährlich ge-funden, und immer gewiß tödtlich, wenn es sich schon dmersten Tag geäußert, nach zwey bis drey Aderöffnungen wiederkam, und unablässig fortfuhr, weil sich auf jeden Anstoß dieKrankheit ungemein verschlimmerte; stzch verliert es sich auch