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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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gen unfähig ist; diese laufen umher. Andere unserer werthe-sten Walliser Landsleute, deren Anzahl eben so beträchtlich ist,bringen ihre Tage, zur Bewegung ganz unfähig, im Bette zu;sie leben lange, haben kaum mehr Verstand als das Vieh,und in vielen Beziehungen weniger. Ihre Sinne sind so stumpf,daß unlängst Herr von Haller ein solches Thier krepiren sah, weileS seine Nothdurft nicht verrichten wollte, bis von dem Ueber-fluß des Abgangs sein Asterdarm anderthalb Schuh im Durch-schnitte hatte.

Näher der Sonne sind die Wirkungen der daselbst anhal-tenden Wärme allgemeiner und auch schädlicher. In Italien,Spanien und Portugall schläft man im Sommer fast denganzen Nachmittag, weil niemand seine Geschäfte zu verrichtenfähig ist. Man muß zu Dehli des Nachts mehr als sechsMonate ohne Decken vor der Thüre seines Aimmers liegen;das gemeine Volk schläft auf den Gassen; die Kaufleute unddie Großen in luftigen Vorhäfen oder Gärten. Die aus derallzugroßen Hitze fließende Entkräftung des Leibes und derSeele ist in dem Mogolischen Reiche eine wahre, sehr wich-tige, und allen Menschen höchst beschwerliche Krankheit. InBatavia überfallt von neun Uhr bis Mittag die Leute, welcheauf den Straßen gehen, eine Mattigkeit, die niemand aus-halten kann. Auf der Insel OrmuS wird die Luft von demzurückgeworfenen Lichte der ganz weißen Be'rge beynahe ent-zündet, daher diese Gegend unter die heißesten der Erde ge-hört. Die Einwohner sind daselbst gezwungen in die Wälderzu fliehen, und sich bis an den Hals in das Wasser zu ver-senken.

In diesen Gegenden ist die Ausdünstung erstaunend groß.Bernier sagt, fein Körper sey auf der Reise von Lahor nachCachemir ein wahres trockenes, dürres Sieb geworden, undkaum habe er eine Pinte Wasser getrunken, so sey eS ihm, wieder Thau, zu den Fingern herausgequollen. Nun weiß man,daß überhaupt und aller Orten ein übertriebener Schweiß denMenschen entkräftet, folglich vermehrt auch in heißen Länderndie allzustarke Ausdünstung die Kraftlosigkeit ungemein; auch