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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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allen Speisen, mit Thee oder warmem Wasser, oder der Infu-sion von irgend einer andern Pflanze, auSzuwaschen, ist nichtnur unschädlich, sondern wie ich oft gesehen, und wie ich eSselbst zu thun gewohnt bin, sehr nützlich. Ich rathe auch denThee allen Menschen, die sich der Kalte aussetzen müssen, undbesonders auf Reisen, weil er das sicherste und beste Verwah-rungsmittel wider den Seitenstich und alle übrigen Entzün-dungen ist. Leuten, die aus einer feuchten Kälte den unerträg-lichen, daher rührenden Frost nach Hause bringen, und we-gen der zurückgeschlagenen Ausdünstung eine Schwere undMattigkeit in dem Leibe empfinden, rathe ich vorzüglich denThee. Worin liegen nun hauptsächlich in diesen Fällen die Vor-züge dieses Getränkes? Boerhave antwortet für mich: In demwarmen Wasser.

Aber ein Sangrado müßte man seyn, wen» man das warmeWasser allen Menschen zuträglich glaubte; denn HippokrateShat schon gesagt, der Mißbrauch des warmen Wassers erweichedas Fleisch, schwäche die Nerven, mache dumm, erwecke Bauch-flüsse, Ohnmachten, und durch diese den Tod. Der Thee istdarum so, wie wir denselben trinken, aus vielerley Weise schäd-lich ; es sey nun, daß man alle Kräfte dieses Getränkes demKraut oder dem gährenden Ausser, welches ich nicht glaube,oder dem warmen Wasser so sehr als dem Kraut zuschreibe.Ich will daher auf eine Bemerkung des großen Linnäus nichthinweisen, daß die mit dem Thee verwandten Pflanzen mehren-theils giftig sind; weil es bey uns Damen gibt, die, anstattThee, sehr spitzfindig nur warmes Wasser mit Ausser und et-was Milchrahm mit gleichem Erfolge trinken. Linnäus meintauch nur, man solle den ganz frischen Thee mit Bedacht trin-ken. Doch diese Regel ist allein für die Chinesen und Japane-sen gut, weil freylich in China und in Japan der ganz frischeThee etwas Betäubendes in sich hat; daher auch unter diesenAsiatischen Volker» durch Gesetze bestimmt ist, wenn man an-fangen soll des Thee sich zu bedienen. Genug, daß der Thee,so wie wir denselben trinken, von bestimmten Wirkungen dieunläugbare Ursache ist.