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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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ß gungen klagen konnte, da ihm doch diese vier Wochen hindurch? der Mund verschlossen war.

l Die Lust zum Beyschlaf und der Abgang deS Samensist bey dem männlichen und weiblichen Geschlechte der Natur

> so sehr gemäß, als die Eßlust und der Stuhlgang. Der Samej wird ohne Nachtheil ausgegasten, wenn es die Natur erfordert,! das ist, wenn die Behältnisse voll sind, und der Mensch ohne

> Zuthun seiner Einbildungskraft zu dieser Ergießung eineni körperlichen Reiz fühlt. Ein mäßiger Beyschlaf ist für Män-I ner unschädlich, wenn er nach diesen Regeln verrichtet wird,? weil das wahre sinnliche Vergnügen in einer Reizung und Be-! schäftigung unserer Nerven besteht, die sich nicht ermüden,

> und weil man mit der Besänftigung der Bedürfnisse zufrieden,! und nicht durch die Einbildungskraft allein geführt, niemals! einer großen Müdigkeit gewahr wird. Ich lese in einem

Werke des Herrn von Haller , die Neigung zu dem Beyschlaf seybey den Männern fast unüberwindlich, damit sie die Weiberzu demselben bereden und zwingen. Bey Weibspersonen, diesich des Beyschlafs lange enthalten müssen, häuft sich die Feuch-^ tigkeit gewisser Schleimdrüsen auf; diese Behältnisse werden

- ausgespannt, und daher entsteht ein Reiz, der diesen Zwangj unnöthig macht. Es ist ein unwidersprechlicheS Merkmal deri göttlichen Weisheit, sagt der angeführte Lehrer des menschli-

- chen Geschlechts, daß wir äußerst wünschen, was wir thun' müssen.

Ein häufiger Beyschlaf mit einer sehr geliebten und langegewünschten Person, greift zwar, wegen den daher rührendenTröst >gen einer langen Leidenschaft, nicht plötzlich an die. Kräfte. Aber ein Beyschlaf, den die verdorbene Einbildungs-kraft des Mannes, oder die rastlose Lüsternheit des Weibeserzwungen hat, entnervt den Körper und die Seele. Selbstdie größte Wollust kann lange, ohne eine flüchtige Ohnmacht,nicht ausgehalten werden. Die besten Aerzte aller Zeiten und^ aller Völker bezeugen einmüthig, daß der Verlust einer Unzedes männlichen Samens mehr schwäche, als der Verlust vonvierzig Unzen Blut; der stärkste Mann ist nach der verliebten