422
lier ein Mädchen von drey und zwanzig Jahren, das mitsechs Spanischen Soldaten wettete, es wolle sie alle hinter ein-ander eine ganze Nacht aushalten. Die Spanier vollführtenden Wettstreit die ganze Nacht hindurch auf einem Landhausenahe bey Montpellier. Den andern Morgen brachte man dasMädchen halb todt in die Stadt, und den gleichen Tag starb esan einem Mutflusse aus der Mutter.
Noch weit gefährlicher ist die so sehr überhand nehmendeSelbstbefleckung. Die Aerzte können die Eltern über diese früheVerderbniß ihrer Kinder nicht genug aufmerksam machen. Inder Schweiz scheinen sie hierüber noch mehreutheils blind, dadoch Herr Tissot zuerst in lateinischer und nachher weit aus-führlicher in französischer Sprache ein unverbesserliches Buchüber die fürchterlichen Folgen der Selbstbeflcckung geschriebenhat. Aber nur der lateinische Versuch ist ins deutsche übersetzt,und das weit gemeinnützigere, die bescheidene Ausschrift einerUebersetzung führende französische, itzt zum zweyteumal mitvielen Vermehrungen in Lausanne gedruckte Original nicht. Manentdeckte vor einigen Jahren in einer unserer SchweizerischenStädten, daß eine ganze Gesellschaft vornehmer Buben von vier-zehn und fünfzehn Jahren sich zu der gemeinsamen Ausübungdieses Lasters verbunden hatten. Ich weiß ganz zuverlässig,daß itzt in eben dieser Stadt eine ganze Schule damit angestecktist, und daß die Vorsteher derselben die Urheber dieser sonst glück-lich verbannten Contagion weder anzeigen noch strafen dürfen,weil sie vornehme Buben sind. Herr Tissot führt sogar an,daß die Studenten einer Schweizerischen Akademie durch dieseBosheit in einem metaphysischen Collegium den Schlaf brachen,und die Langeweile verjagten.
Es ist ein ausgemachter und unwiderspreehlicher Erfahrungs-satz , daß die Selbstbefleckung noch heftigere Uebel nach sich zieht,als ein unmäßiger Beyschlaf. Die Kräfte des Leibes und derSeele gehen dabey viel geschwinder zu Grunde, Pollutionen,langsame Samenflüsse, eine schmerzhafte Starrsucht des Ge-burtsgliedes, ein beständiger Schnupfen in demselben, und end-lich seine gänzliche Lähmung sind die vorläufige Wirkung dieser