größten Aerzte versichern einmüthig, tödtliche Schlagflusse seyeneine der gemeinsten Folgen eines heftigen Schrecks und aucheiner großen Furcht; sie halten überhaupt unter allen Krank-heiten, welche auf heftige Leidenschaften folgen, die Schlag-flüsse für die gemeinsten. Das Herz wird von diesen anßer-s ordentlichen Eindrücken so heftig angegriffen, daß es sich gleich-' sam schließt, kein Blut empfängt, und fast keines fortstößt.Darum erblaßt das Angesicht, die Lippen werden blau, jedeBewegung hört auf, und oft fällt der Mensch plötzlich todtzur Erde. Die Starrsucht und die Epilepsie sind nicht seltenl die Folgen eines übermäßigen Verdrusses oder eines sehr augst-
- haften Schrecks. Jede auch nur mittelmäßige Leidenschaft> verursacht eine Schwierigkeit im Athem und der Sprache, ein! unerträgliches Spannen über die Brust; oft klebt die Zunge^ an dem Gaumen. Die sehwächern Leidenschaften reden, die' starken schweigen.
. Obschon die Leidenschaften von dem Temperamente und also; von der Beschaffenheit des Körpers abhängen, obschon sie mehrl nichts als eine Entwickelung der physischen, auf gewisse Gegen-
- stände angewandte EmpfindungSkräftc, und daher gewisserma-' ßen Wirkungen einer körperlichen Ursache sind, und den Cha-^ rakter von Laster oder Tugend annehmen, se nachdem diese An-! wendung moralisch schlimm oder gut ist, so werden sie doch
mehrentheilS durch die Seele bestimmt. Die Hypochondrie,
^ die Mutterkrankheit und die Melancholie können zwar aus vie-lerley physischen Ursachen entstehen, und doch werden sie auchdurch bloße Kränkungen der Seele in einem sonst gesundenKörper bald erzeugt; und dem Anschein nach besänftigte Krank-heiten werden sogar in einem Stande der Heiterkeit durch dieErregung eben dieser Leidenschaften von neuem erregt, wiedie Epilepsie. Ich habe auch bey äußerst hysterisch gewesenenWeibspersonen bemerkt, daß nicht dennzumal eine wirklicheBesserung vorhanden ist, wenn die Convulsionen seltener undschwächer sind, sondern, wenn das Gemüth von gewissen indem gesunden Zustande unschädlich gewesenen Ideen nicht mehrgerührt wird, die in der Krankheit, von deren Abnahme man