kannt sind, und von welchen eines vor andern hier angeführtzu werden verdient, obschon es langweilig und ekelhaft ist.Es war eine Blatternkrankheit an dem Kopfe und ein darauferfolgter periodischer Wahnwitz, den ich aus dem vermeintenAnblicke eines Gespenstes, in der Zeit da ich zum ersten MalKranke zu besuchen anfieng, in Bern gesehn und geheilt habe.Ein siebenzigjähriges Weib, aus der Hefe des Pöbels, befandsich in einem abgelegenen Häuschen um Mitternacht in ihrerKüche, da sich auf einer zu dieser Küche führenden elenden höl-zernen Treppe ein Gepolter äußerte. Plötzlich fiel dem Weibedas in ihrem Hause nothwendig herrschende Gespenst ein; siestieß demungeachtet die Thüre auf und sah einen pechschwarzenHund, der ihr so groß schien als ein Elephant. Sie verfielin eine heftige Furcht, streckte ihre entfleischten Arme in dieHöhe, schrie, sank ein, und ward von ihrer nackeud herbey-gelaufenen Tochter zu Bette geschleppt. Sobald sie sich erholthatte, klagte sie über große Bangigkeiten, Neigung zum Bre-chen und über entsetzliche Kopfschmerzen.
Ich ward den ersten Tag berufen. Das Weib that alswenn sie von der Heftigkeit ihrer Schmerzen unsinnig wer-den wollte. Die Neigung zum Brechen war noch vorhan-den ; der Puls langsam und voll. Den zweyten Tag fand ichden Kopfschmerz gleich; die eine Hälfte des Kopfes voll großerBlattern, die einen Zoll im Durchschnitte hatten, und mit ei-nem gelblichten, ganz hellen Wasser angefüllt waren; in demAuge dieser Seite bemerkte ich eine Entzündung; der Pulswar langsam und voll; das Weib schwitzte die ganze folgendeNacht. Den dritten Tag waren diese Blattern offen, undandere an der Stirn, ander obern Kinnlade, an dem Schlafeder rechten Seite und in dem Nacken entstanden; der Schmerzwar auf dieser Seite den ganzen Tag entsetzlich brennend, ste-chend, reißend. Den vierten Tag fand ich auch die andereHälfte des Kopfes geschwollen und mit rothen Flecken gezeich-net; das rechte Auge geschloffen; des Nachts hatte sie keinenSchlaf, aber sie schwitzte immer. Den fünften Tag schien deSMorgens alles besser; die Schmerzen hatten vorzüglich an der