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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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ter seinem Bette zu verbergen gewußt, fuhr in dem Haufe herum,Hieb nach einer Dame, in dem Wahne, sie sey ein Braun-schweigischer Soldat; aber bald darauf kam er wieder zu sichselbst, und wußte im geringsten nichts von allem, was vorge-gangen war; die Nacht darauf konnte er gar nicht schlafen;doch rasete er nur sehr kurze Zeit; sonst klagte er übernichts und schwitzte heftig. Den vierten Tag fand ich seinenPuls natürlich, keine Hitze, auch nicht den geringsten Kopf-schmerz, nicht die geringste Klage, eine große Stille, und denKranken bey seiner gänzlichen Vernunft. Aber des Abends,da sich der Wärter, den ich ihm zugegeben, durch diese denganzen Tag über gedauerte Stille betrogen, abermal entfernthatte, schlich sich der Kranke aus seinem Bette weg, kam inein entferntes Zimmer, suchte einen Degen hinter vielen Klei-dern auö einem Schranke hervor, drang zum Hause hinaus, woer alles, was er vor sich fand, erstechen wollte; stieß mit demDegen in der Faust auf mich und zwey meiner Freunde; wirentgieugen ihm; ich ließ ihn durch einige Soldaten fassen, unddiese brachten ihn zu Bette. Bald darauf kam er wieder zusich selbst, und weinte, da ihm einer meiner Freunde, der Frey-herr von Brunn, in meiner Gegenwart seinen Unfug erzählte;die ganze Nacht war er ruhig. Den fünften Tag fand ichseinen Puls, von heftigen, aus den von neuem ihm ange-legten Blasenpslaster entstandenen Schmerzen, etwas geschwinderals gewöhnlich; die Haut war überall feucht; der Kranke ringSum die Augen blau; übrigens hässig , und doch bey seiner Ver-nunft. Auf den Abend war er sehr still und klagte nur überKopfschmerzen; durch die Nacht hatte er einen langsamen Pulsund einen gesunden Schlaf. Den sechsten Tag bemerkte ichzum ersten Mal ordentliche und mit großer Hitze begleitetefieberische Bewegungen; übrigens war er gänzlich bey seinerVernunft; dieser Zustand dauerte die ganze Nacht. Den sie-benten Tag mußte der Kranke des Morgens frühe von fünfUhr an immer gähnen und sich strecken; um zehn Uhr des Mor-gens verfiel er in eine sehr große Schwäche, und klagte überein Läuten in den Ohren; die Nacht darauf schlief er sanft und