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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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die meisten morgenländischen und vorzüglich die arabische ver-stand er, nebst der dahin gehörenden Philologie, zum Erstau-, neu. Der ganzen Literatur war er von den niedrigsten Stu-! sen der Gedächtnissgelehrsamkeit bis an den sublimsten Gipfels des feinen Geschmackes mächtig. Die Geschichte aller Zeiten

> und aller Völker lag in seinem Kopfe offen, wie ihre Welt-

tz Weisheit, ihre Theologie und ihre Staatskunst. Von allem,e was er in seinem Leben gelesen, hatte er nichts vergessen.

Ueber diese unbegrenzte Gelehrsamkeit herrschte eiu noch grösseresi philosophisches Genie, das kein brauchbares Theilchen derselbe» nutz-los ließ, in allem auf das Grosse gehend, das Ganze in allem'! umfieng, und in der verworrensten Dunkelheit Licht sah. Seine^ Gelehrsamkeit, sein Geschmack, sein erfinderischer Geist, seiness lichtvollen Begriffe, die Schönheit, Deutlichkeit, Kürze undkräftige Fassung seines Ausdruckes hätten ihm unter den Schrift-' stellen, der ersten Ordnung eine Stelle erworben. Aber seinName findet sich nickt in ihren eiteln Verzeichnissen.

Dieser Schweizerische Gottesgelehrte, der eine Welt in sichi faßte, hatte doch, seine Studien und gewisse nicht einmal hie-I her gehörende kleine Bedürfnisse seines Leibes ausgenommen,.! fast gar keine Leidenschaften. Der Donner schlug in seine Stu-l dirstube, indem er las; das ganze Haus war in der äußerstenl Bestürzung, nur er legte sein Buch nicht weg. Er schien kei-s neS Menschen Freund, und war keines Menschen Feind; die-s ses floß aus seiner ersten Aufcrziehnug. Denn bis in sein sie-i benzehntes Jahr hatte er in einer der fürchterlichsten Gegen-l den unsers Cantons gelebt, und bis in sein neuntes Jahr wars er ohne Strümpfe und ohne Schuhe mit den Banernjunge» inl der Einöde herumgelaufen, wo sein Vater Pfarrer gewesen,i Auch gefiel er seinen Kameraden gar nicht, und den Aeltestens des Orts nur halb. Jene klagten ihn an, er entferne sich ofts plötzlich von ihnen, sitze in einem Busche nieder, und denke;s diese weissagten, entweder werde aus diesem wunderbaren Men-! schen gar nichts, das ist, ein Gelehrter, oder ein sehr ange-c sehener Mann, das ist, ein Mann wie sie. Daher entdecktei man ihn auch, in den Zeiten seiner ganzen Größe, wenig in