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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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mußte der Pforte erklären: „daß er nicht gesonnen sey, sichvon den Verträgen zu entfernen, welche zwischen ihm und derrussischen Macht beständen."

Da an eine Erhaltung des Friedens nicht zu denken war,so rüstete sich Oesterreich zum Kampfe, sehte seine Regimenterauf den Kriegsfuß, bewegte dann große Truppenmassen gegendie türkische Grenze, um damit, aus den Rath des Feldmar-schalls Lacy, einen großen militärischen Cordon zu bilden, wel-cher sich von Galizien bis zum adriatischen Meere erstreckte undzum Verbindungspunct mit den Russen die türkische FestungChokzim (Chotzim) haben sollte. Da man jedoch nicht sicherwar, ob Frankreich und Preußen bei diesem Kriege sich alsruhige Zuschauer verhalten würden, so durfte Kaiser Joseph II.weder die Niederlande, noch Böhmen und Mähren ganz vonTruppen entblößen.

Die k. k. Hauptarmce, unter der persönlichen Oberleitungdes Kaisers, war bestimmt, an der Donau und der Save gegenSerbien zu operiren; außerdem waren noch andere fünfArmee-Corps aufgestellt. Das erste in der Bukowina unterdem Befehle des FeldzcugmeistcrS Prinzen Josias von Coburg;das zweite unter dem Feldmarschall-Lieutenant Grafen Fabris;das dritte im TcmeSwarcr Banate unter F.-M.-L. GrafenWartenölcben; das vierte in Syrmien und Slavonien, unterF.-M.-L. Mitrowöky, und daö fünfte in Croatien unter demlandescommandirenden General Devins, in der Folge aberunter dem F.-Z.-M. Fürst Carl Liechtenstein. Außerdem wurdenzur Deckung der österreichischen Grenzen gegen die türkischenProvinzen und um die Verbindung der ganzen operirendenArmee zu erhalten, mehrere kleine Abtheilungen aufgestellt. DieSeehäfen Trieft, Fiume und Porto Re, sowie die ganze Küsten-strecke wurde dem Schutze von sechs innerosterreichischcn Ba-taillons anvertraut. Zur Vertheidigung der Grenzhafen Zenggund Carlopago wurde ein eigenes Grenzbataillon errichtet; dieKüsten durch neu angelegte Verschanzungen und Straudbattericngesichert, und kleine Kriegsschiffe ausgerüstet, um Schiffsahrtund Handel zu decken. — Der Stand der k. k. Armee warbedeutend über den gewöhnlichen Kricgöstand erhvht, und derEsfectivbestand der oben bemerkten sechs Armee-Corps betrugzu Ende des Jahres 1787: 245,062 Mann und 36,725 Pferde.Und selbst diese Mannschaft wurde später noch verstärkt. DieFeldartillerie bestand aus 898 Feuerschlündcn jeden Calibers,mit hinreichender Munition. Die Verpflegs-Anstalten für dieArmee waren gleich groß. In Mezoehegves war immer ein