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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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9
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funden, die sich tapfer vertheidigten, sondern sogar vor Dubiczaeine solche Schlappe erlitten hätte, daß er sich mit seinemArmee-CorpS wieder über die Unna hätte zurückziehen müssenund sich nur defensiv halten konnte; und als bedeutendereStreitkräfte des Feindes sich mehrseitig näherten, da bezeichneteder Tadel im Heere die Aufstellung in einem so ungeheuern,eine Strecke von anderthalbhundert deutschen Meilen erreichen-den Cordon für einen Mißgriff, wodurch die Kräfte so bedeu-tender Truppenmassen um ein Namhaftes zersplittert würden,und dem Großvezier leicht gemacht würde, den österreichischenCordon überall zu durchbrechen.

Obgleich die Türken einige Demonstrationen gegen Sieben-bürgen gerichtet hatten, so fühlte der Kaiser zu Ende des Mo-nats Juli, daß des Großveziers Sinn nicht dahin gerichtet sey,sondern daß die Türken den Schauplatz des Krieges in dasBannt übersetzen würden. Er traf daher in Semlin alle An-stalten, um, so bald als nöthig, mit einem Theile der Haupt-armee auf dem nächsten Wege in das Banat abrücken zukönnen. Jedoch versäumte er auch nicht, einige Verstärkungennach Siebenbürgen zu scn-den.

Im Bannte befehligte General Wartensleben. Er standmit dem Hauptcorpö bei Mehadia; der Rest stand vorwärtsbei Alt-Orsova, bei Schluppaneck, in der Veteranischen Höhle, inder Almasch u. s. w. Anfangs glaubte Niemand an einen Angriffaus das Banat; jedoch in den ersten Tagen des Augusts über-zeugte sich F.-M.-L. Wartensleben, daß der Großvezier, der sichmit dem Seraskier von Widdin vereinigt hatte, heraneile, umden schönen gartenähnlichen Ebenen des Banats einen unfreund-lichen Besuch abzustatten. Am 7. August 1788 gingen dieTürken unter dem Schutze der Artillerie auf das linke Uferder Donau, schlugen den General Papilla von Alt-Orsowa undSchluppaneck weg, und des Großveziers Armee folgte ihremVorzüge über die Donau. Wartensleben nahm Papilla auf,rückte von Mehadia vorwärts und bezog eine hergerichtete Stel-lung auf dem Berge Laßmare. Die Türken vertrieben dieBesatzung der Veteranischen Höhle aus allen auswärtigen Postenund Schanzen, konnte aber die Höhle selbst, welche MajorStein mit 50 Mann vertheidigte, erst am 30. August durchKapitulation nehmen. Gleichzeitig griffen sie die Stellung vonLaßmare mehrere Male an, wurden jedoch immer mit Ver-lust zurückgeschlagen. Allein am 27. August nahmen die Türkendie Persa Palanka, erschütterten die Stellung der Oesterreicher,drohten sie zu umgehen, und vermochten endlich den F.-M.-L.