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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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14
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Führer der Pack-, Zelt- und Kessel-Pserde schnitten die Gurtender Sattel ab, warfen die Last mitten auf die Straße,, setztensich auf die leeren Pferde, und rannten unter dem Geschrei:„die Türken sind da! Rettet euch! Alles ist verloren!" im ge-streckten Carriere davon. Die Fuhrknechte der Reserve-Artillerie,wie die des übrigen Fuhrwesens, schnitten die Stränge ab undeilten ebenfalls davon. Die einzeln dabei commandirenden Sol-daten feuerten hier und da ihre Gewehre los, ohne zu wissen,warum und auf wen, und vermehrten dadurch die Angst unddas Geschrei unter dem Trosse. Kurz die ganze Straße warbedeckt mit wie wahnsinnig rennenden Menschen zu Fuße, zuPferde und in Wagen — schreiend, fluchend, weinend, Allesumwerfend, was ihnen in den Weg kam. Sie war bedeckt mitSatteln, Packtaschen, Zelten, Kesseln, Gerathen, Koffern, Fuhr-werken rc. Die Unordnung in diesem Trosse war grenzenlos,über allen Ausdruck, über alle Beschreibung.

Allein die Folgen davon für die LandeSbewohner dieserStrecke waren noch trauriger. Jene Masse von Knechten, ein-mal auf dem Zuge, war durch nichts mehr aufzuhalten, undals sie endlich für ihre Person sich in Sicherheit glaubten, be-nützten sie ihre momentane Unabhängigkeit zu Raub und Plün-derung, welche sie auf Alles ausdehnten, was ihnen aufstieß.Das erste Opfer derselben war das schone Städtchen Karan-scbcs. Von hier zog der blinde Lärm, als Vorläufer der wirk-lichen Unordnung, bis nach Lugos, das, wie alle kleinen Ortean der Straße, von seinen Einwohnern verlassen, als eineleichte Beute in die Hände der Zügellosen fiel.

Die Türken wurden durch das Feuern -— denn es warenauch einige Kanonenschüsse gefallen — und den unendlichenLärm mittlerweile aus dem Schlafe geweckt, überzeugten sichdann von dem Rückzüge der k. k. Armee, und setzten ihr mitzahlreicher Reiterei nach. Ihre Angriffe auf die Nachhut, diesie noch erreichten, wurden immer zurückgeschlagen, und selbstals eine ihrer Abtheilungen vor derselben Karansebeö gewann,um sie vom Heere abzuschneiden, hatte dieses denselben Erfolg.Die Türken wurden zurückgetrieben, das Städtchen ging inFlammen auf und das ganze k. k. Heer gewann ohne großenVerlust sein Lager jenseits der Temes.

Das Cuirassier-Regiment Caramelli, dem, wie wir wissen,Nadetzky angehörte, hatte bei diesem Vorfalle sich wacker be-nommen. Es hatte, die Arriergarde mit dem Cuirassier-Negi-mente Kavanagh (Nr. D bildend, das feindliche Feuer überdrei Stunden standhaft ausgehalten, die nachdrängenden Spahiö