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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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20
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Feldmarschall Haddik, bei Karansebes Stellung zu nehmen.Von hier konnte man das Banat behaupten und Siebenbürgenunterstützen, über Mehadia hervorbrechen oder durch den Paßdes eisernen ThoreS gegen Hatzeg entsenden. Im Mai be-gann diese befohlene Bewegung. Da der Feldmarschall aberder Meinung war, daß es hinlänglich sey, nur die aus demBanate nach Karansebes bestimmten Abtheilungen daselbst zu ver-sammeln, und die aus Syrmien kommenden in einem Lager beiWeißkirchen aufstellen zu lassen, so genehmigte dieses der Kaiser,weil die Verpflegung der Truppen dadurch wesentlich erleichtertwurde, und von Weißkirchcn eine entscheidende Bewegung durchdie Almaß gegen Mehadia möglich war.

Nadetzky und sein Regiment kamen bei dieser Gelegenheitund vermöge einer neuen Truppeneintheilung in das Lager beiKaranseb'eö unter die Befehle des Feldzeugmeisters Clerfayt.Radehky's Regiment bildete nun mit Kavanagh Cuirassicrs unterGeneral Otto eine Brigade und stand mit einigen BataillonenFußvolk, alles wieder unter Feldmarschall-Lieutenant RciskyBefehlen, am 1. Juni bei Pancsova.

Da die k. k. Hauptarmee den ursprünglichen Befehl hatte,die Initiative des KampfcS nicht zu beginnen, sondern die Zeitabzuwarten, in welcher die Bewegungen bei dem verbündetenHeere an der Donau jene bei der türkischen Hauptmacht ver-anlassen würden, kam es, daß es auf den Flügeln eher zumSchlagen kam, als bei dem k. k.' Hauptheere.

Feldmarschall Laudon hatte es auf die Eroberung vonBerbir oder Türkisch-Gradisea angesehen. Anfangs war derKaiser gegen diesen Plan, dann aber billigte er ihn und Lau-don führte ihn mit Energie aus. Er erzwäng nach einem all-gemeinen siegreichen Vorrücken am 10. Juli die Uebergabe vonBerbir wirklich. Der Prinz von Coburg, vereinigt mit Su-warow'ö russischem Corps, zog gleich siegreich die Moldauhinab gegen die Wallachei. Bei der Hauptarmee hingegenbefiel den, bereits 78 Jahre alten Feldmarschall Haddik imLager bei Weißkirchen eine Krankheit, welche ihn dem Todenahe brachte. Obgleich er wieder von ihr genaß, so war dochseine ehemalige Kraft vollends dahin, und Joseph II. sah sichgenöthigt, den Feldmarschall nach Wien zurückzurufen. Daraufübertrug er dem Feldmarschall Laudon mit unumschränkter Voll-macht den Oberbefehl über die Hauptarme? und zugleich überdie bisher von ihm befehligten Corps. „Sie werden also enkliek die ganze Unternehmung auf Belgrad führen" — schriebJoseph au Laudon — „und ich könnte unmöglich Jemand, der