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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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36
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Gras Nadetzky kam mit seinem Negimente in die k. k.Heerabtheilung, welche der Feldmarschall-Lieutenant Beaulieubefehligte, und welche im Luxemburgischen bei Arlvn aufgestelltwar. Am 16. April 1794 griff Jourdan mit 30,000 Manndie 8000 Mann Beaulieu's an, und drückte sie, nach dem hel-denmüthigsten Widerstände, zurück. Beaulieu zog sich in dasLager bei Mersch hinter Luremburg und deckte die Verbindungder Armee in der Niederlande mit der am Rheine.

Jourdan blieb bei Arlon in den Lagern bei Clerfontaine,Bonnet, Artcrt u. a. m. Am 30. April griff Beaulieu mitseinen wenigen Truppen diese feindliche Uebermacht in dreiColonncn an, schlug sie auf allen Puncten und jagte sie miteinem Verluste von 900 Mann gegen Buvangc, Messancy undClemency, rechts in die Waldungen von Chatillon. In derMitte des Mai machte Beaulieu mit 10 Bataillons und14 Escadrons einen glänzenden Streifzug nach Bouillon undschlug alle Feinde, die er bei Pollizeul, Cursoz und in derStadt Bouillon selbst antraf. Die Franzosen verloren über1500 Mann, 4 Kanonen, mehrere Munitionöwagcn und vieleBagage; Beaulieu nur 50 Mann.

Nicht minder glücklich eröffneten die übrigen Heertheile derVerbündeten ihren Feldzug. Am 20. April wurde daö ver-schanzte Lager vor Landrecieö, unter dem Kartätschenfeucr ausder Festung, erstürmt, der Feind nach Landrecics hineingedrängtund die Belagerung der Festung thätig betrieben. Umsonstmachten die Franzosen einen combinirten Angriff, um den Platzzu retten. Bei Chateau Cambresis genügten, am 26. April,6 österreichische und 12 englische Escadrons, unter Fürst CarlSchwarzenbergs Führung, um 28,000 Franzosen unter GeneralChapuiS auseinander zu sprengen. Landrecieö kam am 30. Aprilin die Hände der Verbündeten. Aber gleichzeitig setzte Pichc-gru den Plan ins Werk, das schwerste Gewicht seiner Streit-kräfte auf den linken Flügel zu verlegen und sich auf West-flandern zu werfen, wo die Dertlichkeit, der Mangel an festenPlätzen der Gegner, einem Angriffskriege der Franzosen günstigwar. Angriffe der Ardennen-Armee an der Sambre beschäf-tigten gleichzeitig die gegenüber stehenden Verbündeten. Alsobegann die Entwicklung der gerühmten Strategie, die den Feindvon den Flügeln her faßte, und das Centrum einstweilen nurals einen Vertheidigungspunct behandelte. Am 26. Aprilbrach der linke Flügel der französischen Nord-Armee, 80,000Mann, unter Moreaw und Soubam, auf nach Westflandern.Diese beiden Feldherrn berannten Menin und besetzten Cour-