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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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55
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SS

Graf Czernin mit seiner Infanterie-Compagnie drang der Erstein den Ort ein; sobald er die Straße gereinigt hatte, folgtenihm noch zwei Compagnien Fußvolk und ein Geschwader Uhla-nen nach. Die Franzosen, einer sorgenlosen Ruhe sich über-lassend, wurden überrascht, viele derselben niedergemacht, 34 Manngefangen, 6 Kanonen und 3 Pulverwagen erobert. Ein großerTheil des Fleckens wurde von den Oesterreichern besetzt. DerGeneral Laharpe, welcher seine aus der Fassung gebrachtenTruppen aufhalten und ordnen wollte, fiel durch eine Kugelseiner eignen Leute. — Einige hundert Franzosen hatten sichjedoch aus dem Hauptplatze gesammelt und sich auf diesem, sowie in der Kirche und auf dem Kirchhofe mit Wagen undHolzwerk verbarricadirt. Sie erhielten sich dort, weil GeneralSchubirz im Dunkel der Nacht den Angriff nicht fortsetzenwollte. Das k. k. Regiment Neiöky blieb in dem erobertenTheile von Codogno stehen, bis es am nächsten Morgen denallgemeinen Befehl zum Rückzüge über Casale nach Lodi erhielt.

Die Nachricht von diesem glücklichen Ueberfalle Schubirz'sbestärkte den General Beaulicu in seinem Vorhaben zum An-griff. Er erließ an die Generale Liptay, Schubirz und PittonyBefehl, daß sie die bei Codogno und Fombio stehenden Fran-zosen früh um 3 Uhr von allen Seiten anfallen sollten. DieVerbindung mit Liptay und Pizzighettone sollte erzwungenwerden. Allein Beaulieu überzeugte sich bald, daß keiner seinerOffiziere zu Liptay gelangen konnte und eS bewog ihn, denGedanken an ferneren Widerstand aufzugeben, zumal die ganzefranzösische Armee durch den tleberfall Codogno's allarmirtworden war, und nur an den Rückzug seiner Truppen überdie Adda zu denken. Er sandte Befehl an den General Colli,der eine österreichische Abtheilung führte, über Mailand zugehen, die Citadelle mit einer Garnison zu versehen und dieAdda bei Cassano zu passiren; an die übrigen Generale aber,eiligst nach Lodi zu marschiren, wohin er selbst am 9. frühaufbrach. Da Bonaparte am 9. seine Armee noch stehen ließ,so konnte Beaulieu ohne weiteren Verlust Lodi mit seinen Heer-theilen erreichen.

Am 10. trat Bonaparte den Marsch auf Lodi an; ander Spitze der Grenadiere und gefolgt von der DivisionMassena und der Reiterei von Beaumont. Etwas später folgtedie Division Augereau. Die Division Laharpe, einstweilenunter General Menard gestellt, blieb gegen Pizzighettone stehen, woLiptay war. Die Division Serrurier marschirte auf Pavia, um sichdieser Stadt zu versichern und von da auf Mailand zu marschiren.