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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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127
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zog er in Mailand ein; die ciöalpinische Republik wurde her-gestellt, ein Te Deum gesungen und eine aufregende Procla-mation erlassen. Jetzt waren 58,000 Mann, mit trefflichenGeschützen und ausgezeichneten Generalen: A. Berthier, Lannes,Murat, Victor, DuheSme, Loison, Bessieres, Boudet, Cham-barlhac, Kellermann, Dupont rc., um Bonaparte versammeltund rasch wurde nun der Plan, Melas den Rückweg abzu-schneiden, in das Werk gesetzt. Lannes besetzte am 3. JuniPavia; Duhcsme am ^4. Juni Lodi; Lannes überschritt am6. Juni den Po bei Belgiojoso; Murat nahm am selbigenTage Piacenza; Melas konnte jetzt nur noch auf dem rechtenPo-Ufer sich zurückziehen.

Melas konnte nun nichts anders thun, als seine Armeevereinigen und von dem Ausgange einer Schlacht eine vortheil-hafte Aenderung seiner Lage hoffen. Am 7. Juni mußten dieHeerabtheilungen von Keim und Haddik den Marsch nachAlessandria antreten; General Ott wurde von Genua ebendahin beordert, und überhaupt von Truppen nach Alessandriagerichtet, welche immer von den innegehabten Positionen ab-gerufen und herbeigezogen werden konnten. Am 7. Juni gingMelas selbst nach Villanuova und traf am 40. in Alessandriaein, wo er den größten Theil der österreichischen Armee zuvereinigen hoffte. — Melas stand zwischen zwei Feinden, Bo-naparte und Suchet. In dieser Lage baute er seine einzigeHoffnung auf den unerschütterlichen Muth seiner Truppen undauf die taktischen Vorzüge, welche namentlich die österreichischeReiterei und Artillerie vor den gleichen Waffengattungen derfeindlichen Armee auszeichneten. In einem kraftvollen Armee-befehle fordert er sämmtliche Truppen auf, den entscheidendenKampf mit gewohntem Heldenmuthe zu führen, damit er ent-weder siegreich oder doch ruhmvoll ende. Obschon er überzeugtwar, daß seine brave Armee den Sieg erfechten werde, so ge-bot ihm doch Pflicht und Vorsicht, auf einen möglichen Unfallvorzudenken. In diesem Sinne denn vertraute er dem AdmiralKeith, daß er sich im Falle einer Niederlage mit der Armeenach Genua ziehen werde.

Feldmarschall-Lieutenant Ott wendete sich von Genua raschauf Piacenza mit 18,000 Mann. Sein Versuch, Piacenza zubesetzen, kam zu spät, obgleich er in 2 Tagen einen Marschgemacht hatte, den man sonst in 4 Tagen zu machen pflegt.Am 8. Juni traf er bei Montebello auf die Franzosen; dennMurat war bei Piacenza, Duhesme bei Cremona und Lannesbei Sän Cipriano über den Po gegangen. Angegriffen, bil-