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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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176
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nachfolgte. Um die allenfalls vom Heere Massena'ö vorgesen-dete» Abtheilungen von seinem Rücken abzuhalten, hatte er eineAbtheilung bei Ehrenhaufen aufgestellt, während der General Som-mariva die Gegend von RadkerSburg bis Szerdahely beobachtete.Durch Aufstellung einer starken Avantgarde von l7 Bataillonsund 16 Escadrons unter F.-M.-L. Hitler bei Stein am Angersicherte sich Erzherzog Carl vor einem Feinde von der WienerSeite.

Inzwischen war die berühmte Schlacht von Austerlitz vor-gefallen und ein Waffenstillstand zwischen dem Kaiser Franzund Napoleon abgeschlossen worden. Am 7. Abends erhieltErzherzog Carl die officielle Nachricht von dem Abschlüsse desWaffenstillstandes. Somit waren nun die Hoffnungen vereitelt,welche Erzherzog Carl auf seine bevorstehende Diversion gegenWien gebaut hatte. Die Friedenöunterhandlungen wurdenohne Verweilen angeknüpft.

Der Abschluß des Waffenstillstandes wurde dem ErzherzogeCarl bekannt gemacht, ohne daß demselben die Bedingnisse bei-gefügt waren, welches vermuthen ließ, daß die Stellung beiderArmeen auch die Demarcationslinie bezeichnen würde. Um diesenUmstand zu benutzen, erhielten die österreichischen Vorposten-commandanten Befehl, ohne mindesten Verzug nach allen Rich-tungen bis zu den ersten feindlichen Vorposten vorzurücken unddann den Feind von dem Waffenstillstände zu unterrichten.Diese Vorrückung wurde in diesem Sinne in Doppelmärschen be-wirkt, und bei der Unbeweglichkeit des französischen Vortrabs vonMassena, wie dem Rückzüge Marmonts, gewann man einen be-deutenden Landstrich. Schon am 11. December war von denTruppen Chastelers auf der Wiener Straße — Kindberg, inKärnthen —- St. Veit, im Dravcthale — Volkermarkt besetzt, sogareine Schaar von Radetzky's Abtheilung gegen Aspang entsendet,welche sich am rechten Leitha-Ufer ausbreiten sollte u. s. w. —So lange die Bedingnisse des abgeschlossenen Waffenstillstandesnicht bekannt waren, erheischte die Vorsicht des ErzherzogsCarl, die Dislocation seiner Armee um Körmend so wenigwie möglich ausdehnen. F.-M.-L. Hiller besetzte am 9. Steinam Anger, am 11. Oedenburg; Erzherzog Johann mit demrechten Flügel stellte sich bei Güns auf; der rechte Flügel unddas Reserve-Corps cantonirten am 10. zwischen Lowoö, Kör-meud und Radocz; General Radetzky hatte bereits am 11-,am rechten Ufer der Leitha, Neudorff, Windpassing und andereOrte besetzt. Nun erhielt der Erzherzog Carl die officielleNachricht über die Bedingnisse des Waffenstillstandes. Von