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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Massena ließ auf dem linken Flügel seines Angriffs mehrereGeschütze aufpflanzen, um sie der, jenseits der Traun unterdem Schlosse von Ebersberg, aufgestellten Batterie entgegenzu-setzen. Ungeachtet eines lebhaften Gewehrfeuers, welches vonKleinmünchen ausging, drang Cohvrn mit seinen Bataillonsin die Gärten und in die Häuser ein, eroberte sie nach einemhartnäckigen Kampfe; die Hauptcolonne unter Claparede folgterasch, und die österreichischen Infanterie-Regimenter Vincentswurden zum Weichen gebracht. General Radetzky, mit Rechtbesorgt, durch diesen gelungenen Angriff der Franzosen von derBrücke abgeschnitten zu werden, schloß sich mit den ErzherzogCarl Uhlanen, den Gradiscanern und Kienmayer Husaren densich zurückziehenden Truppen Vincents an. Mittlerweile wares aber nicht gelungen, die Hauptstraße und den Marktplatzvon EberSbcrg von den, im Rückmarsch begriffenen Fuhrwerkenzu räumen; die Spitze des über die Traun gegangenen Reiter-Regiments Rosenbcrg wurde dadurch im Marsche ausgehalten,was ein Gedränge, dann Stocken der nachrückenden Truppenan der Brücke veranlaßte. Die Franzosen folgten rasch densich von Kleinmünchen zurückziehenden Oesterreichern und kamenmit ihnen zugleich an der Brücke an. General Vincent stelltezur Deckung des Marsches über die Brücke die Infanterie-Regimenter Benjowsky und Spleny zu beiden Seiten der Brücke.Von Kleinmünchen bis weit unterhalb der Traunbrücke wütheteder Kampf, am heftigsten in der Nähe der Brücke; um diesengroßen Preis rangen mit Erbitterung beide Parteien. Dasheftige Gefecht artete zuletzt ganz in ein Handgemenge mitBajonneten und Kolben aus und nach einem Kampfe der Ver-zweiflung unterlagen die Oesterreicher. Fußgänger, Reiter,Artilleristen suchten, in dicht gepreßten Hausen, zu gleicher Zeit,über die Brücke zu gehen, während wieder andere Abtheilungen,abgeschnitten, sich in den Fluß warfen und schwimmend dasjenseitige Ufer zu erreichen suchten, oder sich unter das Brücken«joch, oder auf nahe Inseln flüchteten und dort des Ausgangsharrten. Die Generale Vincent, Radetzky, Hofmeister rc. ar-beiteten sich glücklich durch. Ebenso wurden die Fahnen, auswelche die Feinde besondere Jagd machten, alle glücklich gerettet.Der Mantel des Generals Radetzky rettete damals einen edel-müthigen Uhlanen, TereS Kiewicz. Dieser Uhlaue, welcher,um einen Offizier zu retten, das eigene Pferd gegeben hatte,kam in Gefahr, gefangen zu werden, indem er durch sein Kriegs-kleid zu kenntlich war. Da faßte er sich schnell, warf denMantel, welchen ihm Radetzky zur Aufbewahrung gegeben hatte,