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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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215
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des Gefechtes Bernadotte mit seinem Corps zur Unterstützungder Württemberger eintraf.

Nach dem Mißlingen eines Versuches, die Donau beiNußdorf (schwarze Lake) am 13. Mai zu überschreiten, ließNapoleon Anstalten zum Brückenbau von Kaiser-Ebcrsdorf austreffen. ES waren drei Brücken zu bauen: vom rechten Ufernach einer kleinen Insel, genannt der Schneiderhauscn, 600,von da bis zur Lobau 300 und von da bis zum linken Ufer160 Schritte. Die Lobau von Norden nach Süden 5000, vonOsten nach Westen über 6000 Schritte im Durchmesser, konnteein bedeutendes Heer fassen; Waldung versteckte dessen Bewe-gungen. Die schwachen österreichischen Besatzungen in denInseln oder Auen wurden schon am 18. Mai durch die DivisionMolitor vertrieben; die drei Brücken waren am 20. Mai imStande. Napoleon, Berthier, Massena, LanncS, Bessicreszogen mit den Divisionen Molitor, Boudet, Legrand, Eöpagncund Lasalle am 20. und 21. Mai an das linke Ufer; dieübrigen Truppen unter Oudinot, Davoust rc. sollten nachfolgen.Erzherzog Carl, entschlossen, eine Schlacht zu liefern, hinderteden Ucbergang nicht.

In geringer Entfernung von der Donau liegen die DörferAspern und Eßling, jenes 2000, dieses 1200 Schritte vomUser, gegen 2000 Schritte auseinander gelegen. Nach kurzemReitcrgefcchte mit den Ocstcrreichcrn besetzte Massena Aspern,LanncS Eßling. Bald nach Mittag am 21. zogen die Oester-reicher in fünf Kolonnen unter Erzherzog Carl heran; es warendie Corps von Bellegarde, Hohcnzollern, Nosenbcrg und Hitler,und die Reiter- und Grenadier-Reserven unter Fürst I. Lichten-stein, mit 288 Kanonen. Das Corps des Fürsten Neuß, inwelchem General Radetzky stand, hatte Befehl, die Donau vomSpitz bis Neu-Aigcn zu vertheidigen; von da aufwärts standF.-M.-L. Schustekh mit ll) Bataillons, 3 Schwadronen. —Gegen 4 Uhr Nachmittags begann Carls Angriff auf Aspernund Eßling; mchreremalc drangen die Oestcrreicher ein; sichzu behaupten vermochten sie nicht; eben so wenig brachte einAngriff BessiereS mit seinen Neitergcschwadern aus ihr Mittel-treffen zwischen den Dörfern Entscheidung; hier fiel der tapfered'Eöpagne; hier zerschellten die Wogen des gewaltigen Sturmesder geharnischten Reiter der Franzosen an der Festigkeit desösterreichischen Fußvolkes, und wurde der Wahn ihrer Unbesicg-barkeit in wenigen Minuten zerstört. Indessen hatte ein plötz-liches Anschwellen der Donau einige Beschädigungen der fran-zösischen Brücken zur Folge gehabt; an drei Stunden vergingen