bis 25. Mai, litt die französische Armee auf der Lobau empfind-lichen Mangel. Ohne Zweifel würde der Erzherzog Carl denifolirten Zustand derselben auf der Lobau benutzt haben, durcheinen llebergang über die Donau sich in Offensive zu setzen,die Franzosen neuerdings zu schlagen und die vollste Entschei-dung herbei zu führen, wenn die Pontons zum Brückenbau demschnellen Zuge des HecreS hätten folgen kommen *). Alleinda die Fahrzeuge zum llebergange auf der Donau hätten zu-sammengetrieben werden müssen — ein zeitraubendes Unter-nehmen, das der Aufmerksamkeit Napoleons, der mit denTruppen unter Davoust, Saint-Sulpice ic. am rechten Uferstand, nicht entgehen konnte, so mußte es entdeckt, und um soeher vereitelt werden, als Napoleon, bei nicht zu verachtendenStreitkräften, den Vortheil des Orts, nämlich den Besitz deshöheren rechten Users für sich hatte. Gute Gründe zwangenalso die österreichische Armee, die Stellung bei StammerSdorfzu beziehen. Der Erzherzog Carl war überhaupt nicht derMann, der, wenn Handeln an der Zeit war, auf seinen Lor-beeren auszuruhen pflegte; aber die Verhältnisse geboten, nichtüber die Donau zu setzen. Ohnehin war seine brave Armeedurch die blutige Schlacht geschwächt, war die Munition größ-tenteils consumirt worden, so daß Alles ersetzt, verstärkt undin Stand gebracht werden mußte. — Beide Heere zogen Ver-stärkungen an sich; mehrere Wochen hindurch ruhten die Waffenbei dem Haupt-Corps; allein auf den andern Puncten wurdedcmonstrirt und gefochten.
Zu Folge Befehls hatten die Truppen des Fürsten Reußmehrere Demonstrationen zu machen, um den Feind zu Dc-taschirungen und Vertheilung seiner Macht zu zwingen. Indieser Absicht machte der, mit 8 Escadrons Carl Uhlanen,2 Bataillons Gradiscaner und dem 4. Jägerbataillon beiStockerau aufgestellte General Radetzky in der Nacht vom 29.auf den 30. zwischen 11 und 12 Uhr einen Ueberfall auf
Versuche zum Ucbergange wurden am 23. Mai gemacht; allein dievorhandenen 23 Pontons reichten nicht hin, zumal bei der damaligenBreite des Stromes, eine Brücke zu bauen. (Vergleiche: das Lebendes Feldmarschall Prinzen Friedrich Franz Raver zu Hohenzollern-Hechingen, von Smola, Seite 176 —177, und Denkwürdigkeiten ausdem Leben des Feldmarschalls Landgrafen Philipp zu Hessen-Homburg,von Gebier, Seite 30.) W. Gebier in seinen eben berührten Denk-würdigkeiten aus dem Leben des Landgrafen Philipp zu Hessen-Hom-burg gibt an, daß diese 25 Pontons noch die einzigen im Heere seitden Unfällen bei Regensburg gewesen sehen (Seite 30). Die Angabeim Terte richtet sich nach Valentini'S (Geschichte des Fcldzugs von1809 an der Donau) Angabe.