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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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234
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der Ebene; der übrige Theil dieses Regiments (6 EScadronS)bildete den äußersten rechten Flügel des zweiten Treffens. Hohen-zollern ließ hinter dem Rußbache, an welchem vor der Mitteder Stellung Baumersdorf lag, seine Truppen in zwei Treffenausmarschiren (1. Treffen: die Generale Siegenthal, Paar,Buresch mit 11 Bataillons und 6 Escadrons; — 2. Treffen:Ulm, Altstern, Wied-Runckel mit 9 Bataillons). Hinter seinenbeiden Treffen setzte er als drittes, vier noch wenig geübteLandwehrbataillone. Die Feldgräben vor Baumersdorf wurdenzur Vertheidigung eingerichtet. Der Ort Baumersdorf und dieVertheidigung des so höchst wichtigen Zuganges der Stellungdurch diesen Ort wurde dem General Jgnaz Hardegg mit dem8. Feldjägerbataillon unter Major Mumb und dem zweitender böhmischen Legion Erzherzog Carl unter Major Kinöky an-vertraut. Rosenbergs Corps wurde auf den Anhöhen zu beidenSeiten deS alten Thurmes hinter Markgrafen-Neusiedel aufge-stellt, und hielt das vorliegende Dorf, die Mühle und die Sal-niterci, nebst allen dazwischen liegenden Gräben mit 5 Batail-lons und einer Brigade-Batterie besetzt. Der Erzherzog Carlsprengte mit seinem Stäbe vor die Fronte; er theilte Befehleaus, blickte in die Ebene nieder, wo die feindliche Linie stetsnäher rückte, man sah ihm an, daß er Gefahr und Tod nichtachtete, daß er ganz in seinem Berufe als Feldherr lebte; dieneue Schlacht schien seinem ganzen Wesen ein nachdrücklicheresAnsehen zu verleihen, eine höhere Spannung voll freudigenMuthes, den er auch rings um sich einflößte; die Soldatenblickten auf ihn mit Stolz und Zuversicht, viele Stimmen be-grüßten ihn.

Das Geschützseuer krachte unaufhörlich. Die österreichischenBatterien waren jedoch den französischen an Zahl bei Weitemnicht gleich, feuerten aber, besser bedient, mit größerer Wir-kung. Da aber das österreichische Geschütz batterienweise ver-einigt stand, so konnten die Franzosen sich ihm leichter entziehen,dagegen das ihrige längs der ganzen Linie auf allen Punctenwie ausgesäet war und gleichsam anstatt der Plänkler überalldas Gefecht eröffnete. Gegen Baumersdorf allein hatte GeneralOudinot ^0 Kanonen vereinigt, welche mit Granaten diesenOrt in Brand steckten.

Oudinot mit seinem Fußvolke näherte sich zugleich immermehr dem Rußbache. Die Oesterreicher schickten ihm einenTheil des dritten Gliedes des ersten Treffens als Tirailleursentgegen, bei welcher Maaßregel fast eine Unordnung in derLinie sich erzeugt hätte, indem ein Oberster eines Regiments: