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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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246
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innerhalb dieses Bereiches wieder besetzen. Er harrte nun, inBataillonsmassen zwischen Aspern und Breitenlec aufgestellt,der weiteren Vorgänge, welche zu seiner Linken aus dem Kampfein der Mitte sich ergeben mußte. Zwar hatte Klenau damalsdas letzte Ziel erreicht, das die Disposition ihm vorgeschriebenhatte; allein statt der Bewegungen der übrigen Corpö zu har-ren, oder neue Befehle von dem Erzherzoge zu erwarten, hätteer besser gethan, auf eigene Gefahr, auf die linke Flanke undden Rücken der Franzosen bei deren Angriffen aus Aderkla, dieerfolgten, zu wirken, oder die Brücken der Lobau rasch und ge-waltsam zu nehmen und sie zu zerstören. Das Terrain zwischenAspern und Enzersdorf stand in seiner Gewalt; jeder Schritt,den er noch that, mußte entscheidend werden.

Der Kaiser Napoleon hatte im Galopp die ganze Aus-dehnung seiner Linie beritten, sich den Truppen gezeigt, sie an-gefeuert, ihren begeisterten Zuruf empfangen. Gegenüber vonAderkla traf er den Marschall Massena, der mit den DivisionenCarra-Saint-Cpr, Molitor und Lcgrand ankam, er selbst ineiner Kalesche fahrend, weil er gestürzt war und kein Pferdbesteigen konnte. Napoleon umarmte ihn und befahl ihm, Aderklaungesäumt anzugreifen. Der nächste und dringendste Zweck warallerdings, durch die Wegnahme dieses Dorfes seine Mittesicher zu stellen, welche der nachhaltige Andrang der Oester-reich» zu gefährden anfing. Auch mußte Napoleon, ehe erdie Höhen am Rußbache angriff, durch Wegnahme von Aderklaund die Bedrängung Bellegardc'ö seine Flanke und seinenRücken sichern. In der Ebene vor Raschdorf, gegen Aderklaund Breitenlee, ließ Napoleon nunmehr eine starke Linie fran-zösischer Reiterei aufmarschiren und unmittelbar darauf — gegen7 Uhr frühe — führte Massena seine 3 Divisionen Carra-Saint-Cyr, Molitor und Legrand zum Sturm von Aderkla vor.Ungeachtet des heftigsten Kartätschenfeuerö drang die eine Co-lonne der Division Carra-Saint-Cpr längs der Gräben, dieandere von der westlichen Seite in dieses Dorf ein und nahmenes. DaS durch diese Uebermacht aus Aderkla zurückgeworfeneleichte österreichische Fußvolk veranlaßte auch in den an dasDorf gestützten nächsten Massen des ersten Treffens von Belle-garde einige Unordnung. Eine, seitwärts von Aderkla ange-trabte Colonne französischer Reiterei umringte eine vor demDorfe aufgepflanzte k. k. Batterie, welche jedoch noch durch dasAnsprengen der Reiter-Regimenter, Kronprinz Cuirassiere undRosenberg Chevaurlegers, gerettet wurde. Im Siegeötaumelstürzten, statt den eroberten Posten festzuhalten, die Franzosen