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das Dorf und entrissen es dem General St.-Cyr wieder. DerGeneral Carl Stutterheim wurde hierbei durch eine Kanonen-kugel verwundet, woraus Erzherzog Carl die fernere Verthei-digung von Aderkla seinem Bruder, dem Erzherzog Ludwig,übertrug, für welche noch die zwei Grenadierbrigaden Mer-ville und Hammer verwendet wurden. Nach einem heftigenFeuer der französischen Batterien rückten Bernadotte und DupaSmit Sachsen und Franzosen neuerdings, vom Rußbache her,zum Sturm auf Aderkla vor. Obgleich sie in einen Theil deSDorfes eindrangen, wurden sie doch bald, mit dem Verlustezweier Fahnen, in gänzlicher Unordnung zurückgeworfen, wobeizuletzt der General Merville durch eine Flintenkugel verwundetwurde. Die französische Reiterei war während dieses Gefechtesunaufmarschirt stehen geblieben; eine Division der österreichischen,unter dem F.-M.-L. Fürst Moritz Lichtenstein, hielt sie durchdrohendes Heranrücken auf ihre linke Flanke in Unthätigkeit.
Auch in diesem Gefechte hatte sich Erzherzog Carl, imdichtesten Kugelregen umherreitend, der äußersten Gefahr aus-gesetzt. Pelet will von einem oder einigen österreichischen Of-fizieren erzählen gehört haben, daß Carl, als er sich beinaheallein vorwärts Aderkla befunden, deutlich vernommen habe,wie ein französischer Offizier seinen VoltigeurS zugerufen habe,sich des österreichischen Feldherrn zu bemächtigen*).
Die geschlagenen Truppen Bernadotte'S, Saint-Cyrs w.verließen eiligst den mit Leichen und Verstümmelten bedecktenKampfplatz und suchten sich hinter die Reserven zu retten.Eine Schaar Feldflüchtiger warf sich mit solcher Gewalt aufMassena'S Wagen, daß dieser Feldherr auf sie Feuer gebenlassen mußte, um nicht umgeworfen zu werden. Napoleon sahdie verwirrte Flucht seiner Truppen und eilte selbst herbei.Seinen und Massena'S vereinten Anstrengungen gelang es,die Ordnung einigermaßen herzustellen; es war Zeit, denn schonwieder wurde neue Kraftentwicklung nöthig, um anderem An-dränge zu begegnen.
Die siegreiche Behauptung von Aderkla vereitelte die Hoff-nung Napoleons, in dieser Richtung die österreichische Linie zu
*) Ein Offizier vom Jnfanterie-Regimente Kollowrath, dem eine Kano-nenkugel beide Schenkel zerschmettert hatte, lag mit dem Tode ringendam Boden, als ein verwundeter Soldat neben ihm plötzlich ausrief:„Ha! da reitet der Erzherzog!" Diese Worte weckten den Offizierauf einige Minuten wieder zum Leben. Alle seine Kräfte zusammen-nehmend, hebt er sich empor, um den geliebten Feldherrn noch einmalzu sehen; „Hoch lebe unser Carl!" stammelt« er noch; dieß seine letzteFreude auf Erden und sein letzter Athemzug.