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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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252
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nach dem erhabenen Vorbilde der braven Führer in der ruhm-vollsten Standhaftigkeit. Allein auch nicht ohne bedeutendenVerlust führte die französische Artillerie ihr kühnes Manöver aus;eine große Anzahl von Kanonieren und Pferden wurde getödtet;die Batterien waren nicht mehr im Stande, sich zu bewegen;zwischen den Tod und den Sieg gestellt, mußte die letzte Pa-trone verfeuert werden. General Drouot wurde durch eineKartätschenkugel am Fuße verwundet, fuhr aber fort, auf Ka-noniere gestützt, bis zum Ende des Gefechtes das Geschütz zubefehligen; drei Obersten der Garde-Artillerie, Daboville, Gre-nier und Laquette-Mornay, verloren jeder einen Arm in diesemseltenen Geschützkampfe, und ihre Batterien waren außer Standgesetzt, eine zweite Vorrückung zu unternehmen.

Napoleon selbst verweilte zwischen Raschdorf und Aderklaauf einer Anhöhe, im stärksten Kanonenfeuer unbeweglich, mitscharfem Auge Alles beobachtend, beurtheilend und anordnend.Der Platz, wo er stand, war von allen Seiten von Kugelnbelästigt, es verging keine Minute, wo nicht die Kugeln in dieUmgebung des Kaisers und in die nahen sächsischen Husarenund die französische Garde einschlugen. Napoleon aber schiendieses Alles nicht zu bemerken und beobachtete ruhig den Gangdes Kampfes. Inzwischen kamen Meldungen von Massen«,der rechte Flügel der Oesterreicher habe die Division Boudetgeworfen, gewinne immer mehr Boden, sey der Brücke auf dieLobau nahe, und seine Geschütz töne bereits im Rücken deSfranzösischen Heeres. Napoleon hatte bisher Alles ruhig ver-nommen, nichts geantwortet — zum Erstaunen seines General-stabeS — sondern nur den Blick mehrmals forschend auf dieGegend von Markgrafen-Neusiedel gerichtet. Als er nunwahrnahm, daß die Feuerlinie Davousts die Flanke Rosenbergsüberflügelt habe und sich um den Thurm von Markgrafen-Neusiedel herumschlängle, rief er plötzlich aus: „Jetzt ist esZeit!" Dann wendete er sich rasch zu einem eben anwesendenOffizier Massena's und rief ihm zu: „Eilen Sie zu Massen«;sagen Sie ihm, er solle unverzüglich des Feindes rechte Flankeangreifen; die Schlacht sey auf allen Puncten gewonnen."Massen« setzte seinen Marsch auf Eßling fort, wo er Klenau'sTruppen fand, und nun die seinigen entfaltete, um Eßling undAspern wieder zu nehmen. Napoleon selbst aber ordnete einenAngriff von mehreren Divisionen unter, Macdonalds Anführung,auf die feindliche Mitte an. Obgleich Napoleon beschlossenhatte, den Feind von seiner linken Flanke her aufzurollen undso die Schlacht zu gewinnen, so begnügte er sich mit diesem