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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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birge gedeckt und die Eger mit Sicherheit erreicht werden konnte,ging man auf der Teplitzer Straße über Peterswalde zurück, undbeschloß, sie lebhaft zu vertheidigen, damit Vandamme keineGelegenheit erhalte, auf dem kürzesten Wege der böhmischenArmee hinter den Ausgängen der Gebirgspässe Böhmens zu-vorzukommen. Vandamme brach am 28. August aus derGegend von Pirna auf und zog auf der Teplitzer Straßeauf Peterswalde nach Böhmen; auf demselben Wege bliebOstermann, nach gutem Gefechte gegen die eben anlangendeSpitze des Vandamme'schen Corps, im Vorsprunge. Schrittfür Schritt suchte Ostermann mit seinen braven Gehilfen denFeind aufzuhalten. Lebhaft wurde bei Bahre, Goes, Berg«gimS-Hübcl rc. gekämpft. Vandamme, in vollem Vertrauen,daß ihm Verstärkung nachfolge und im Eifer, den ihm ver-heißenen Marschallsstab zu verdienen, trieb Ostermann über dieNollendorfer Höhe in das Teplitzer Thal hinab, und kam inder Verfolgung am 29. August bis Kulm und eine kleineStrecke darüber hinaus. Drang Vandamme bis Teplitz, sowaren alle Rückzugöcolonnen der Verbündeten, die daselbst durchdie Schluchten von Zinnwald ankamen, abgeschnitten, und daskonnte große Folgen geben. Es stellte sich daher Ostermannquer in den Weg und hatte beim Dorfe Priesten Posto gefaßt.Dreimal strengte sich Vandamme vergebens an, die Chausseeund Priesten zu nehmen. Hier leistete Ostermann, dessenTruppen kaum 10,000 Mann betrugen, unterstützt durch denösterreichischen Obersten Suck mit dem Dragoner-RegimenteErzherzog Johann, welcher auf Königs Friedrich Wilhelm vonPreußen Geheiß zu Hilfe gekommen war, und durch den Groß-fürsten Konstantin, der mit der Reiterei der russischen Garde her-beigeeilt war, im tapfersten Kampfe so heldenmüthigen Wider-stand, daß Vandamme, als Abends Ostermann neue Verstär-kungen durch russische Garden w. erhielt, abließ und sich nachKulm und Karwitz zurückzog. Nun kamen Truppen der Ver-bündeten aus dem Rückzüge aus den Schluchten heran; FürstSchwarzcnberg mit F.-M.-L. Radetzky traf 6 Uhr Abends aufdem Schlachtfelde von Altcnberg her ein. Ein hoher Of-fizier eilte ihm damals, betroffen durch Ostermanns schwereVerwundung und den großen Verlust seiner Truppen, entgegenund rief ihm zu: „Alles ist verloren!" „Halten die Russennoch?" fragte der Fürst. „Ja," antwortete der Gefragte, „jetztnoch." „Nun denn," fuhr der Fürst fort, „Nichts ist verloren,denn wir sind - wieder da. Eilen sie zum Kaiser Alexander,sagen sie ihm, daß ich ihm Glück wünschen lasse, denn morgen