über die Aube und alle Kolonnen Schwarzenbergs drängtennach. Napoleon, dem es am 22. März nicht gelang, sich Ni-tryö, wo verbündete Besatzung lag, zu bemächtigen, ward nunauf einmal inne, daß er im Angesichte der überlegener! Ver-bündeten nicht mehr bestehen könne, zumal da sich inzwischenalle Friedens-Aussichten zerschlagen und der Congreß von Cha-tillon aufgelöst hatte, und faßte, bei der anscheinenden Nnmög-ligkeit, den Krieg anders als durch ein äußerstes Wagnißlänger hinzuhalten, den Entschluß, auf die Gefahr einer Bloß-stellung der Hauptstadt, sich in den Rücken des Feindes zuwerfen, Besatzungen aus den östlichen Festungen zu ziehenund den Volkskrieg bis an den Rhein hin zu beleben. Erhoffte, so die Verbündeten zum Rückmärsche zu veranlassen unddurch Entfernung des Kriegsschauplatzes von Paris günstigeFrist zu gewinnen. Der Plan war gut, wenn anders sich dasVolk bewaffnete und die Verbündeten sich nachziehen ließen,sonst aber —!
Blücher war indessen mit einer Macht von 109,000 Mannseit dem 18. März über die Aisne gegangen; Morticr undMarmont, am 20. März bis FiöineS zurückgewichen, erhieltenam 21. Befehl, sich über Chalonö oder Epernay mit Napoleonzu vereinigen, und zogen daher auf der Straße von Chateau-Thierry und Montmirail ihm nach, die ihnen frei schien. DieGenerale Pactod und Amey mit schwachen Abtheilungen, dar-unter Nationalgarden und junge Soldaten, in der Gegend vonSezanne ic., folgten derselben Richtung. Blücher zog dießmalnicht auf Paris zu, sondern suchte zuvörderst die Verbindungmit Schwarzenberg herzustellen. Winzingerode eilte vorausmit zahlreicher Neiterschaar über die Marne. Jetzt erhieltBlücher von Schwarzenberg Nachricht über den Kampf beiArciö sur Aube, und daß die verbündeten Monarchen beschlossenhätten, auf Paris zu marschiren. Napoleons Absicht war die-sen durch aufgefangene Schreiben kund geworden; TettenbornsKosacken hatten ein Schreiben Napoleons an seine Gemahlinüber seinen Kriegsplan und eine Mittheilung Berthiers anMacdonald desselben Inhalts eingebracht. Zugleich war einSchreiben dcö Polizeiministers Savarh an Napoleon aufge-fangen worden, worin er diesem meldete, für die Ruhe in Parisnicht länger einstehen zu können, wenn der Kriegsschauplatz indessen Nähe bliebe*), und den Ausschlag zu geben, trafen nicht
*) Der im September 1849 verstorbene k. bayerische SchloßverwaltcrChr. Richard in Aschaffenbnrg, früher k. bayerischer Cavallcrie-Ofsi-zier, behauptete immer, damals auch einen französischen Courier mit